Maximilian Braun (rechts) hält sich den Landsberger Branko Nikolic vom Leib und erzielte den 1:0-Siegtreffer für den FC Gundelfingen.
Maximilian Braun (rechts) hält sich den Landsberger Branko Nikolic vom Leib und erzielte den 1:0-Siegtreffer für den FC Gundelfingen. – Foto: Walter Brugger

Brauns Premiere sorgt für Gundelfinger Dreier

Kapitän des Bayernligisten erzielt den Siegtreffer gegen Landsberg +++ Kotterner Arbeitssieg gegen 1860 Rosenheim +++ Maier lässt den FC Memmingen wieder jubeln

Drei Punkte hatte sich der TSV Landsberg für die Partie beim FC Gundelfingen auf die Fahne geschrieben, doch es sollte ganz anders kommen. Der Tabellenzweite der Bayernliga Süd unterlag an der Donau mit 0:1 und hat nun auch den FC Memmingen als hartnäckigen Verfolger im Nacken. Die Allgäuer bezwangen Schwaben Augsburg mit 3:0. Weiter auf Erfolgskurs bleibt der TSV Kottern, allerdings tat sich das Team von Trainer Frank Wiblishauser gegen das Schlusslicht 1860 Rosenheim ausgesprochen schwer.

Mehr Tore hatte Trainer Stefan Anderl kürzlich von den Mittelfeldspielern des FC Gundelfingen gefordert. Dass er speziell Maximilian Braun meinte, der in eineinhalb Bayernliga-Jahren noch keinen Treffer für sich verbuchen konnte, wollte Anderl damit nicht sagen – und doch fühlte sich der Kapitän angesprochen. Gegen den TSV Landsberg beendete der 27-Jährige seine „Torflaute“, erzielte den alles entscheidenden Treffer zum 1:0-Erfolg Und hätte um ein Haar noch einen zweiten folgen lassen: Kurz vor Schluss kam Braun nach einer verunglückten Abwehr von TSV-Keeper David Hundertmark an den Ball – und lupfte die Kugel aus 40 Metern Richtung verlassenes Gehäuse. Doch Alessandro di Rosa verhinderte mit dem Kopf das 2:0.
Das Tor des Tages fiel nach 25 Minuten, als Maximilian Braun links im Strafraum an den Ball kam. Sonderlich gefährlich sah die Szene nicht aus, doch Brauns hoher Ball wurde zum Torschuss, die Kugel senkte sich am langen Pfosten ins Netz. „Natürlich war das gewollt“, meinte der Schütze lachend ob des Verdachts, dass er vielleicht eher flanken wollte. Letztlich war’s egal, der Ball lag zum 1:0 im Netz. Dies wollten die Landsberger insbesondere in der zweiten Halbzeit wettmachen, konnte die Gundelfinger Defensive, in der die Innenverteidiger David Anzenhofer und Elias Weichler nahezu jeden Zweikampf für sich entschieden, nicht überwinden.
Hinterher haderte Landsbergs Spielertrainer Sascha Mölders, dass dem TSV in der ersten Halbzeit ein vermeintlich klarer Handelfmeter verweigert worden war. Andererseits hatte der Ex-Profi auch Glück, dass ihn Referee Demlehner bei einer lautstarken verbalen Entgleisung nur ermahnte.
Schiedsrichter: Dr. Quirin Demlehner (Eggenfelden) - Zuschauer: 705
Tor: 1:0 Maximilian Braun (25.)

Beim hochüberlegenen FC Ingolstadt II gab es für Türkspor Augsburg nichts zu erben. Mit 2:0 setzte sich die FCI-Reserve über die Mannschaft von Interimstrainer Servet Bozdag durch, der im Anschluss ein hartes Urteil fällte: „Ingolstadt hat verdient gewonnen. Wir haben das dritte Spiel in Folge kein Tor geschossen und was wir gezeigt haben, war einfach nicht Bayernliga-tauglich.“ Das klingt nicht gerade nach viel Zuversicht im Kampf gegen den Abstieg aus der Bayernliga.
Das Kellerkind hat nach wie vor viele Verletzte, zuletzt riss bei Emre Arik das Kreuzband. In der aktuellen Situation fehle die Tiefe im Kader, so der Interimscoach. „Wir können es gerade von der Qualität nicht auffangen. Da müssen wir ehrlich sein“, sagte Bozdag. Nach 33 Minuten ging Ingolstadt durch Egson Gashi in Führung. Von Türkspor kam das ganze Spiel offensiv sehr wenig. Nach einem Traumstart der Hausherren in Durchgang zwei erzielte Felix Keidel das 2:0 für die kleinen Schanzer. Dabei blieb es, weil die Ingolstädter dieses Resultat souverän verteidigten und den Augsburgern Mittel und Ideen fehlten, um dem Spiel eine Wende zu geben. (fka)
Schiedsrichter: Sascha Voglgsang (Reichenberg) - Zuschauer: 60
Tore: 1:0 Egson Gashi (33.), 2:0 Felix Keidel (47.)

Das 1:1 zwischen dem VfB Hallbergmoos und dem TSV Nördlingen spiegelt nicht die wahren Spielanteile wider. Eher schon das Eckenverhältnis von 12:2 zugungsten der Rieser. „Wir haben es einfach versäumt, das zweite Tor zu machen. Natürlich ist die Mannschaft unzufrieden, aber wenn sie mit einem Punkt zufrieden wären, dann würde etwas nicht stimmen“, meinte TSV-Coach Karl Schreitmüller hinterher.
Die TSV-Führung erzielte Manuel Meyer zu beginn der zweiten Halbzeit. Ein Zuspiel von Simon Gruber hatte mit dem Rücken zum Tor annahm und in der Drehung das Leder genau neben dem Pfosten platzierte. Danach versäumten es die Nördlinger, für eine beruhigende Führung zu sorgen. Zunächst stand der Pfosten im Weg (56.), dann scheiterte Gruber nach einem Perfetto-Zuspiel an VfB-Torwart Dachs (60.), der auch gut reagierte, als Mirko Puscher allein vor ihm auftauchte (65.). Was sich rächen sollte. Andreas Giglberger verwertete eine Hereingabe zum 1:1.
„Nach dem 0:1 müssen wir von Glück reden, dass uns Nördlingen am Leben ließ. So war es letztlich ein von uns erzwungener Punkt“, meinte der Hallbergmooser Spielertrainer Matthias Strohmaier. (jais) Lokalsport RN
Schiedsrichter: Dominik Kappelsberger (Aßling) - Zuschauer: 150
Tore: 0:1 Manuel Meyer (48.), 1:1 Andreas Giglberger (82.)

Der Memminger Pascal Maier (links) ließ Schwaben-Keeper Patrick Rösch bei seinem Doppelpack keine Abwehrchance.
Der Memminger Pascal Maier (links) ließ Schwaben-Keeper Patrick Rösch bei seinem Doppelpack keine Abwehrchance. – Foto: Siegfried Rebhan

Dem FC Memmingen ist ein versöhnlicher Jahresabschluss vor eigenem Publikum gelungen. Im letzten Heimspiel 2022 gab es gegen Schwaben Augsburg einen 3:0-Erfolg. In gewisser Hinsicht war es ein Sieg der Taktik. FCM-Trainer Stephan Baierl wollte dem Gegner, wie im Hinspiel passiert (3:3), nicht ins offene Messer laufen. Seine Mannschaft agierte erst einmal abwartend, aber so richtig ließ sich Schwaben Augsburg nicht locken. Erst als vom Modus „auf Fehler des Gegners warten“ auf „den Gegner zu Fehlern zwingen“ umgeschaltet wurde der Fußballnachmittag bei kühlen Temperaturen herzerwärmender. Immerhin sprangen noch vor der Pause sieben Ecken für den FCM heraus, Tore gab es beiderseits keine.
Im zweiten Abschnitt zeigte sich insbesondere Pascal Maier hellwach. Er nahm im Laufduell Maximilian Heiß den Ball ab und schob diesen durch die Beine von Schwaben-Torhüter Patrick Rösch zum 1:0 ein. Beim 2:0 konnte sich Lukas Bettrich sich aussuchen, ob er nach links oder rechts vorlegte. Er entschied für die Variante rechts auf Maier, der seinen achten Saisontreffer markierte. Zehn Minuten später wurde Schwaben zu einem weiteren Patzer gezwungen. Maier ging vor dem Strafraum dazwischen, der Abpraller fiel Nikola Trkulja vor die Füße. Der Ex-Profi bewies Auge und Gefühl. Sein nicht gerade wuchtiger aber platzierter Flachschuss ging ins lange Eck – 3:0. Damit war es endgültig gelaufen, zumal Heiß in der Schlussphase nach wiederholten Foulspiel im Gelb-Rot vom Platz flog. „Die Leistungsträger hatten heute eine rabenschwarzen Tag“, kritisierte Schwaben-Trainer Janos Radoki nicht nur Heiß, sondern auch den Ex-Memminger Marco Greisel, der sozusagen die Steilvorlage beim ersten Treffer geliefert hatte. (ass)
Schiedsrichter: Michael Krug (Estenfeld) - Zuschauer: 519
Tore: 1:0 Pascal Maier (49.), 2:0 Pascal Maier (61.), 3:0 Nikola Trkulja (70.)
Gelb-Rot: Maximilian Heiß (79./TSV Schwaben Augsburg)

Der TSV Kottern setzte auch gegen 1860 Rosenheim seine Erfolgsserie fort. Das 1:0 gegen die Oberbayern verbuchte TSV-Trainer Frank Wiblishauser letztlich als „Arbeitssieg“, den sein Keeper Antonio Mormone festgehalten habe.
Der Auftakt verlief für die Oberallgäuer nahezu wunschgemäß. Nach einer Flanke von Sezer Yazir köpfte Kapitän Matthias Jocham den Ball ins Tor. „Insgesamt waren wir etwas leichtsinnig, haben die Rosenheimer immer wieder eingeladen“, kritisierte Wiblishauser den weiteren Verlauf. Nur nahmen die Rosenheimer die Einladungen nicht richtig an. „Wenn man hinten drinsteht, dann fehlt auch das Glück. Ich bin stolz auf meine Jungs, dass sie alles reingeworfen haben,“ meinte deren Co-Trainer Michael Wallner nach dem Spiel.
Rosenheim hatte seine Chancen, war aber im Torabschluss zu harmlos. Kottern hatte durch Yazir zwei Möglichkeiten, aber beim Freistoß ging knapp am Tor vorbei (25.) und seinen Schuss in der 33. Minute hatte 1860-Keeper David Doraci sicher. Fast im Gegenzeug verpasste Bojan Tanev das 1:1. Auch in Hälfte zwei bemühten sich die Oberbayern, war aber nicht konsequent genug. Aber auch die Kotterner konnten die Chancen nicht nutzen. Rosenheim musste die Partie mit einem Mann weniger beenden, da Andrew Barsalona nkurz vor Schluss die gelb-rote Karte sah.
Schiedsrichter: Kevin Kassel (Unterhaching) - Zuschauer: 400
Tor: 1:0 Matthias Jocham (4.)
Gelb-Rot: Andrew Barsalona (90./TSV 1860 Rosenheim)

Aufrufe: 020.11.2022, 19:40 Uhr
Walter BruggerAutor