
Schlechter hätte es für die U23 von Borussia Mönchengladbach im Derby gegen den 1. FC Köln II nicht laufen können: Der Tabellenzweite der Regionalliga West musste die höchste Saisonniederlage hinnehmen. Wer schon vor der Pause vom Platz flog und welche Stammkraft in der Startelf fehlte.
Bei nur sechs eigenen Treffern in den vergangenen acht Partien hätte jeder torgefährliche Offensivmann Gladbachs U23 im Regionalliga-Derby gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln gut zu Gesicht gestanden. Doch Borussias bester Torjäger fehlte in der Startformation: Noah Pesch, der bereits 19 Tore erzielt hat, saß zunächst nur auf der Bank.
Dass Pesch letztlich als Joker nur knapp 25 Minuten mitspielte, war am Ende aber nur eine Randnotiz bei Gladbachs höchster Saisonniederlage: Der Tabellenzweite kassierte gegen den rheinischen Rivalen auf eigenem Platz ein 0:4 (0:1). Dabei hatte Trainer Eugen Polanski zweifache Unterstützung aus dem Profikader für seine Offensive bekommen. Im Sturmzentrum lief Shio Fukuda auf und auf der linken Seite Yvandro Borges Sanches, der nach langer Verletzungspause langsam wieder Fuß fasst.
Der Luxemburger leitete auch die erste Torchance des Spiels ein, indem er sich auf dem linken Flügel sehenswert durchsetzte – seine Hereingabe brachte Kushtrim Asallari allerdings nicht auf das Kölner Tor (5.). Asallari versuchte es nach einer halben Stunde mit einem Schlenzer aus rund 20 Metern noch einmal, Kölns Keeper Jonas Nickisch wehrte den Ball aber zur Ecke ab.
Immerhin hatte Gladbach zwei nennenswerte Abschlüsse, Köln blieb dagegen zunächst harmlos. Einmal hätte es gefährlich werden können, doch Veit Stange klärte im Strafraum gegen Mansour Ouro-Tagba. Der Kölner Angreifer entwickelte sich im Verlauf der ersten Halbzeit jedoch zum Unruheherd: In der 37. Minute setzte er sich nach einem langen Ball gegen Jonathan Foss durch, Borussias Verteidiger konnte Ouro-Tagba nur noch mit einem Foul stoppen.
Es war eine bittere Szene, da Foss für sein Einsteigen die Rote Karte sah und Köln zudem einen Foulelfmeter zugesprochen bekam – der Gefoulte trat selbst an und traf gegen Maximilian Brüll zur Führung (39.). Polanski sah sich gezwungen, noch vor der Pause zu reagieren und in Jamil Najjar einen neuen Innenverteidiger für Asallari zu bringen. Charles Herrmann sendete dann auch noch ein offensives Lebenszeichen, sein Distanzschuss strich aber am langen Pfosten vorbei.
Doch nach dem Wechsel war die Partie schnell entschieden. Nach einem leicht abgefälschten Schuss stand Oliver Schmitt goldrichtig und schoss zum 0:2 ein (54.). Köln präsentierte sich mit der nötigen Portion Glück höchst effizient, mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken und in Überzahl wurde das Offensivspiel der Gäste nun aber zwingender. Einmal rettete die Latte für Brüll, zweimal war er bei Flachschüssen zur Stelle.
In der 69. Minute sah Gladbachs Torhüter aber nicht gut aus, als er nach einer Halbfeld-Flanke aus seinem Kasten kam, den Ball aber verfehlte – Jaka Cuber Potocnik köpfte ein. Der Angreifer traf noch ein zweites Mal, diesmal dank eines weiteren Foulelfmeters, nachdem Stange Kölns San-Luca Spitali zu Fall gebracht hatte. Lange hatte es nicht nach der klaren Angelegenheit ausgesehen, zu der die Partie letztlich wurde.
„Wir waren heute – auch unabhängig von der Unterzahl – im eigenen Ballbesitz nicht gut genug. Das war heute nicht die Art, wie wir Fußball spielen wollen“, fasste Polanski das Spiel zusammen. Trotz der Niederlage ist Gladbach weiter Zweiter der West-Staffel, mit acht Zählern Rückstand auf den MSV Duisburg und zwei Punkten Vorsprung auf Rot-Weiß Oberhausen. Kommenden Samstag ist Borussia beim KFC Uerdingen zu Gast.