2025-12-03T05:51:34.672Z

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Remis zum Auftakt für Gladbach.
Remis zum Auftakt für Gladbach. – Foto: Julien Christ/Scheuring

Borussias Frauen: Jung, talentiert und unerfahren

Zur neuen Saison haben einige Leistungsträgerinnen Borussias Frauen verlassen. Darin liegt sowohl eine Gefahr als auch eine Chance für die junge Mannschaft. Trainer Jonas Spengler über die neue Spielzeit in der 2. Bundesliga.

Der Pflichtspiel-Auftakt ging schief. Gegen Borussia Dortmund verloren die Frauen von Borussia vor zwei Wochen das Playoff-Spiel zum Einzug in den DFB-Pokal mit 1:3. Es war eine ärgerliche Niederlage, schließlich findet der lukrative Wettbewerb nun ohne Borussia Mönchengladbach statt. Trainer Jonas Spengler wusste die Niederlage jedoch einzuordnen. Formal sind die BVB-Frauen zwar ein Regionalligist, durch das enorme Engagement des Vereins aber bereits jetzt auf dem Niveau eines Zweitligisten. Immerhin kamen im Sommer 16 neue Spielerinnen hinzu, die Regionalliga ist gewiss nur eine Durchlaufstation.

Licht und Schatten gegen Frankfurt

Wie das Team von Spengler tatsächlich sportlich diese Saison einzuordnen ist, darüber gab der Zweitliga-Auftakt am vergangenen Sonntag gegen Eintracht Frankfurt II mehr Aufschluss. Die Borussia dominierte große Teile des Spiels, kam mit Beginn der zweiten Halbzeit in der Druckphase der Frankfurterinnen allerdings auch gehörig ins Schwimmen. Am Ende stand ein 1:1-Remis gegen ein Team, das womöglich wie die Borussia zum Tabellenmittelfeld zu zählen ist.

Spengler selbst findet es „nicht richtig zu greifen“, wo er seine Mannschaft im Ligavergleich einordnen kann. Über den Sommer gab es einige Abgänge: Top-Torschützin Emily Tichelkamp zog es zum 1. FC Köln II, Yvonne Brietzke legt eine Pause ein, und Carolin Corres spielt nun für Wormatia Worms. Torhüterin Louisa Palmen wechselte zudem in die 1. Bundesliga zur SGS Essen. „Man kann von zwei Seiten darauf schauen. Auf der einen Seite geht natürlich eine gewisse Stabilität verloren. Andererseits bietet es die Chance, dass andere Spielerinnen in dieses Rampenlicht hineintreten.“, sagt Spengler.

Junge Spielerinnen haben Spengler und sein Team bereits in den vergangenen Jahren gefördert und zu Leistungsträgerinnen geformt. Dieses Modell soll jetzt wieder greifen. „Der Kader ist zwar jetzt etwas kleiner und unerfahrener als in der vergangenen Saison, aber dafür verteilt sich die Verantwortung auf dem Platz nun auf mehrere Schultern“, sagt Spengler und fügt an: „Aktuell habe ich das Gefühl, dass die Mannschaft von der Mischung her noch nie so gut zusammengepasst hat.“

Die neuen Spielerinnen sind allesamt jung und talentiert. Die 18-jährige Emma Lattus etwa kam vom 1. FC Köln II kam und bringe Dribbelstärke und offensiven Spielwitz mit. „Das ist ein Element, dieser Spielwitz auf der Außenbahn, das uns in der Vergangenheit vielleicht ein wenig gefehlt hat“, sagt er. Lattus erzielte per Elfmeter gegen Frankfurt Borussias erstes Saisontor. Ebenfalls direkt zur Startelf am ersten Spieltag zählte die 19-jährige Flügelspielerin Sophia Gerber, die mit viel Offensivbegabung aus der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim kommt.

„Unsere Ausgangslage – finanziell und von den Rahmenbedingungen her – ist vergleichbar mit den beiden vergangenen Jahren, als wir jeweils Platz neun erreichten. Ich glaube aber, dass wir vom Talent her auch mehr erreichen können“, sagt Spengler. Die Konkurrenzdichte in der Liga ist jedoch gestiegen. Mit dem VfB Stuttgart, FSV Mainz und Viktoria Berlin sind drei ambitionierte Aufsteiger hochgekommen, die sportlich die Borussia womöglich im ersten Jahr schon überholen. „Unsere große Aufgabe ist es, mit unseren jungen Mädels dagegenzuhalten“, sagt Spengler.

Interne statt externe Förderung

Er weiß aber auch, dass er mit seinem Team Geduld haben muss. „Natürlich ist es ein Unterschied, ob eine Spielerin nun fünfmal oder schon über hundertmal in der 2. Bundesliga aufgelaufen ist“, sagt er. Einige junge Spielerinnen, auch aus dem Jahrgang 2009 ließ Spengler bereits in der Vorsaison regelmäßig spielen – darunter beispielsweise Miriam Arici und Fiona Itgenshorst, die also nicht unvorbereitet sind.

Denn statt externer Verstärkungen setzt Borussia auf interne Förderung: Insgesamt zwölf Spielerinnen des aktuellen Kaders sind laut Spengler bei Borussia ausgebildet worden. „Dieser Weg birgt natürlich ein gewisses Risiko in der Konkurrenzfähigkeit. Aber es ist unser Weg, den wir weiter gehen wollen“, sagt Spengler. Nächste Aufgabe ist am Wochenende Bundesliga-Absteiger Turbine Potsdam, der über den Sommer viele neue Spielerinnen integrieren musste. „Potsdam ist am zweiten Spieltag in der neuen Zusammenstellung vielleicht noch nicht richtig eingespielt“, sagt Spengler und hofft auf Punkte.

Aufrufe: 028.8.2025, 11:00 Uhr
Daniel BrickweddeAutor