Jordan Beyer wird wohl bald eine Entscheidung treffen müssen.
Jordan Beyer wird wohl bald eine Entscheidung treffen müssen.

Eigengewächs Beyer steht bei Borussia Mönchengladbach am Scheideweg

In der Regionalliga machte Jordan Beyer einige sehr viel versprechende Partien.

Jordan Beyer kann mit seiner Saison bei Borussia Mönchengladbach nicht zufrieden sein. Bei ihm steht in den kommenden Wochen eine wichtige Entscheidung bevor: Bleibt der Abwehrspieler oder geht er? Das kann der neue Trainer Adi Hütter entscheidend beeinflussen.

Aktuell entspannt sich Jordan Beyer gemeinsam mit Freunden und seinen beiden jüngeren Geschwistern in Dubai. Dort könnte er unter Umständen sogar ein kleines Heimatgefühl verspüren, denn Beyer hat über zwei Jahre seiner Kindheit in dem Emirat gelebt. Der Job des Vaters war der Grund für den Umzug, als Beyer vier Jahre alt war. Später ging es dann wieder zurück nach Kempen, dort ist Beyer groß geworden. Er wurde in Gladbach Fußballprofi und hat unter dem ehemaligen Borussia-Trainer Dieter Hecking im August 2018 sein Profi-Debüt gefeiert.

Bisher 18 Einsätze für Jordan Beyer

Jetzt, drei Jahre später, kann Beyer auf insgesamt 18 Einsätze im Gladbach-Trikot und eine Zweitliga-Halbserie beim Hamburger SV zurückblicken. Sein Vertrag am Niederrhein läuft noch ein Jahr. Wie geht es für den Abwehrspieler, dessen bevorzugte Position die Innenverteidigung ist, weiter? Greift er noch einmal bei Borussia an? Dann könnte er auch erst einmal ohne eine Verlängerung in sein letztes Vertragsjahr gehen. Oder probiert er es endgültig woanders, um Woche für Woche Einsatzzeiten zu bekommen?

Kann Adi Hütter eine Perspektive für Jordan Beyer aufzeigen?

Nach Informationen unserer Redaktion ist die Antwort darauf momentan völlig offen. Beyers Berater und der Klub stehen im Austausch, Eile ist derzeit aber nicht geboten. Grundsätzlich fühlt sich Beyer, der eine starke Bindung zu Kempen, das nur knapp 30 Kilometer vom Borussia-Park entfernt liegt, im Klub wohl. Mitentscheidend für die Zukunft wird erst mal ein Gespräch mit Gladbachs neuem Trainer Adi Hütter sein, der Beyer eine Perspektive aufzeigen muss.

Hinter den Nationalspielern Matthias Ginter und Nico Elvedi, die in der Vergangenheit selten mit Verletzungen zu kämpfen hatten, hätte Beyer bei einer Viererkette wohl nur wenig Aussicht auf Spielzeit. Wenn Hütter in Zukunft verstärkt auf die Dreierkette setzt wie zuletzt in Frankfurt, wird ein zusätzlicher Innenverteidiger benötigt. Beyer könnte sich dann in der Vorbereitung zeigen.

Verpflichtet Max Eberl allerdings einen neuen Innenverteidiger, beispielsweise Marvin Friedrich von Union Berlin, wäre Beyer wieder hinten dran. Das könnte für ihn das Signal sein, sich einen neuen Verein zu suchen, um dort auch mit einem anderen Standing wahrgenommen zu werden. Denn: Bei Borussia wird Beyer buchstäblich immer das „Fohlen“ aus dem eigenen Stall bleiben, das mitunter härter um Spielpraxis kämpfen muss als andere.

Das bekam er in der abgelaufenen Rückrunde zu spüren, als er nach einer Verletzung zum Saisonstart und einer hartnäckigen Corona-Infektion im Herbst endlich wieder fit war. Trainer Marco Rose empfahl Beyer in der Winterpause, sich nicht noch mal verleihen zu lassen und betonte dessen Wichtigkeit. Der blieb, alldieweil andere Klubs Interesse am Ex-U21-Nationalspieler signalisierten. Auch jetzt gibt es Interessenten.

Auf Roses Worte ließ dieser aber keine Taten folgen. Zwar durfte Beyer bei der 2:3-Niederlage bei RB Leipzig Ende Februar von Beginn an ran, aber trotz seiner ordentlichen Leistung kam er in den verbleibenden elf Saisonspielen nur noch dreimal zum Einsatz. Eine Minute, 90 Minuten, fünf Minuten – das war der Schlussakt in Beyers dritter Saison als Profi. Ob es eine vierte im Gladbach-Trikot geben wird, wird sich im Laufe der Vorbereitung zeigen.

Aufrufe: 10.6.2021, 16:00 Uhr
RP / Hannah GobrechtAutor

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