
Greta Oerding, Mia Giesen, Fiona Itgenshorst und Ina Goossens gewinnen mit Borussia Mönchengladbach die Deutsche Meisterschaft der B-Juniorinnen. Mia aus Sevelen erzielt kurz vor Schluss das 1:0 gegen die TSG Hoffenheim.
„Aus Talenten werden Fohlen. Aus Fohlen Legenden“, heißt es bei Borussia Mönchengladbach. Die Fohlenprüfung haben vier Schülerinnen vom Gelderner Friedrich-Spee-Gymnasium am Samstag mit Auszeichnung bestanden. Fiona Itgenshorst (Nieukerk), Mia Giesen (Sevelen) Greta Oerding und Ina Goossens (beide Kapellen) gehören zur Gladbacher B-Juniorinnen-Mannschaft, die sich mit einem 1:0 (0:0) gegen die Mädchen der TSG Hoffenheim die Deutsche Meisterschaft sicherte und damit ein Mosaiksteinchen zur ruhmreichen Vereinsgeschichte beigesteuert hat.
Gefeierte Heldin auf dem Platz war Mia Giesen vom SV Sevelen, die kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit das Herz in beide Hände nahm und aus 18 Metern den Ball mit dem schwächeren linken Fuß unhaltbar zum Siegtreffer unter die Latte jagte. Wie schon im Halbfinale gegen die SpVg. Aurich vertraute Trainer Daniel Giebel den vier Schülerinnen aus dem Gelderland und ließ sie allesamt in der Startelf auflaufen. Alle spielten die 80 Minuten durch – aus gutem Grund:
Fiona, Spielführerin der U 15-Nationalmannschaft, räumte vor der Abwehr alles ab, lief die Räume zu und kurbelte immer wieder das eigene Angriffsspiel an. Ina spielte wie gewohnt auf dem rechten Flügel, glänzte mit brandgefährlichen Hereingaben und arbeitete viel und erfolgreich nach hinten. Mia besetzte den linken Flügel, setzte sich mit ihrer wuchtigen Spielweise entscheidend durch und markierte den Siegtreffer. Greta, ausgestattet mit einer Pferdelunge, agierte im offensiven Mittelfeld, hatte nach dem Abpfiff die meisten Kilometer auf dem Tacho, war immer anspielbar und zerstörte erfolgreich das Aufbauspiel der Gäste.
Zum Geschehen auf dem Fohlenplatz am Borussia-Park: Mit fünf Eckbällen setzten die Gastgeberinnen in den Anfangsminuten gleich einmal ein Zeichen. Nach einer Hereingabe von Ina Goossens traf Mittelstürmerin Leonie Köpp nur den Pfosten (19.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf die gleiche Spielerin den Querbalken. Der Ball landete vor den Füßen von Greta Oerding, die zu überrascht war, um den Ball über die Linie zu befördern. Torlos ging es in die Pause.
Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild. Die Heimelf dominierte das Spiel, doch ein Tor wollte nicht fallen. Die exakt 1.268 Zuschauer hatten sich auf eine Verlängerung eingestellt, als Mia Giesen den erlösenden Siegtreffer erzielte. Grenzenloser Jubel auf dem Rasen und am Spielfeldrand. Vier Minuten Nachspielzeit überstand die Fohlenelf schadlos.
Nach dem offiziellen Teil – die Spielerinnen erhielten die Sieger-Medaillen und die Meisterschale – begann die große Borussen-Sause: Die Neil-Diamond-Nummer „Sweet Caroline“ aus dem Jahr 1968 musste immer wieder für Jubeltänze herhalten, die Familien und mitgereisten Fans wollten ihre Heldinnen herzen und drücken.
Die Füße hochlegen kann das „Rauten-Quartett“ aus dem Gelderland allerdings noch nicht. Bereits am Samstag steht am Bocholter Hünting das Endspiel um den Niederrhein-Pokal auf dem Programm. Gegner sind die Mädchen vom MSV Duisburg. Und ganz nebenbei möchten sich Fiona, Mia, Greta und Ina mit ihrer Schulmannschaft auch noch für das Bundesfinale im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ qualifizieren.