
Wenn der Bonner SC am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord) den Wuppertaler SV zum Duell in der Regionalliga West empfängt, stehen beide Vereine vor einem richtungsweisenden Nachmittag. Der BSC musste am vergangenen Wochenende nach vier Partien ohne Niederlage beim 0:1 in Lotte einen Rückschlag hinnehmen und rangiert mit zehn Punkten auf Tabellenplatz zwölf. Die Gäste aus Wuppertal reisen mit einer deutlich schwereren Last an: Seit fünf Ligaspielen wartet der WSV auf einen Sieg und hat in diesem Zeitraum nur zwei Punkte geholt. In der aktuellen Formtabelle bildet der Traditionsklub das Schlusslicht, insgesamt stehen 16 Zähler und Rang 14 zu Buche.
Abseits des sportlichen Geschehens hatte der WSV zuletzt für unschöne Schlagzeilen gesorgt. Nach dem Pokal-Aus beim klassentieferen FC Büderich richteten Anhänger der Bergischen erhebliche Schäden an der dortigen Anlage an. Der Verein distanzierte sich klar von den Vorfällen; die Ermittlungen laufen. Für das Gastspiel im Sportpark Nord hat dies keine Auswirkungen: Die Partie wird unter den üblichen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, inklusive eines größeren Gästeblocks.
Der Bonner SC blickt mit gemischten Gefühlen auf die Niederlage in Lotte zurück. Defensiv agierten die Rheinlöwen stabil, offensiv ließ die Mannschaft jedoch klare Chancen ungenutzt – ein möglicher Punktgewinn blieb aus. Besonders bitter wiegt der Ausfall von Innenverteidiger Marcel Damaschek, der nach einer Roten Karte für ein Spiel gesperrt ist. Auch der WSV muss auf einen gesperrten Spieler verzichten: Dominic Duncan fehlt nach Platzverweis ebenfalls.
Positiv ist hingegen die Aussicht auf Rückkehr mehrerer angeschlagener Spieler. Tobias Peitz und Robin Bird könnten ebenso zum Kader stoßen wie Elias Kratzer. Ob Offensivakteur Lucas Cueto nach Individualtraining einsatzfähig ist, bleibt allerdings bis kurz vor dem Anpfiff offen.
Sportlich steht der WSV vor einer heiklen Situation. Nach einem ordentlichen Saisonstart rutschte der frühere Bundesligist durch eine längere Negativserie tief in die Tabelle. Zuletzt verlor das Team gegen Fortuna Düsseldorf II mit 2:4 – einen Gegner, der zuvor acht Spiele ohne Sieg geblieben war. Die Schwächephase der Wuppertaler verschärft den Druck vor dem Gastspiel in Bonn zusätzlich.
Angesichts der angespannten Personallage hofft der Gastgeber auf breite Unterstützung. Die Partie im Sportpark Nord bietet dem Aufsteiger die Chance, sich im Tabellenmittelfeld festzusetzen – und gleichzeitig einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten. Für den WSV hingegen steht viel auf dem Spiel: Eine weitere Niederlage könnte die Bergischen endgültig in den Abstiegskampf ziehen.
Sowohl sportlich als auch atmosphärisch verspricht das Duell Brisanz. Beide Mannschaften benötigen dringend ein Erfolgserlebnis – und beide gehen mit spürbarem Druck in die Partie.