
Am vorletzten Spieltag der U19-Mittelrheinliga hat der Bonner SC das Meisterschaftsrennen entschieden. Rechnerisch ist es zwar noch nicht durch, aber den Titel werden sich die Bonner nicht mehr nehmen lassen. Im Kampf um den Klassenerhalt konnte der VfL Vichttal seine großartige Form bestätigen und den nächsten Sieg einfahren. Damit verlässt der VfL die Abstiegszone und hat jetzt alles in der eigenen Hand.
Der bereits abgestiegene FC Pesch musste am Wochenende eine deutliche Niederlage hinnehmen. Gegen Düren gab es nicht den Hauch einer Chance für den FC. Während die Dürener wie im Rausch agierten und ihr Torkonto im Rennen um Platz vier kräftig aufpolierten, ergaben sich die Gäste bereits im ersten Durchgang kampflos ihrem Schicksal. Von der Gegenwehr, die man noch beim emotionalen 5:5 gegen Rheinsüd auf den Platz gebracht hatte, war an diesem Nachmittag absolut nichts mehr zu sehen. Die angekündigte Spielfreude und Leidenschaft ließen die Pescher über die gesamten 90 Minuten komplett vermissen. Pesch-Coach Yavuz Günay flüchtete nach dem Schlusspfiff nicht in Ausreden, sondern fand für die desolate Vorstellung seiner Mannschaft ungewohnt deutliche und schonungslose Worte: „Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Wir waren nicht anwesend und Düren hat uns gezeigt, wieso wir Letzter sind.“ Düren-Coach Elias Ponsen war nach dem Schlusspfiff sehr zufrieden: „Zum Spiel möchte ich gar nicht allzu viel sagen. Wir haben mit 11:0 gewonnen und waren fußballerisch über die gesamte Partie sehr gut unterwegs. Besonders gefreut hat mich, dass wir in meinem letzten Heimspiel für den Verein ein solches Ergebnis erzielen konnten. Ich bin stolz auf die Mannschaft!“ Trotz des eigenen historischen Kantersieges vergaß Ponsen in der Stunde des Erfolgs nicht den Blick für den geschlagenen Kontrahenten. Ponsen zollte den Gästen ausdrücklich Anerkennung für ihren Sportsgeist: „Trotzdem möchte ich ausdrücklich den Gegner aus Pesch loben. Sie befinden sich in einer schwierigen Situation und haben eine schwere Saison hinter sich, ziehen aber weiterhin durch und stellen sich jeder Aufgabe. Das verdient großen Respekt und ist alles andere als selbstverständlich. Ich wünsche dem Verein und der Mannschaft für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.“
In einem spektakulären Spiel musste sich Königsdorf dem SV Bergisch Gladbach mit 3:5 geschlagen geben. Zwar hat der TUS den dritten Platz bereits sicher, aber die angepeilte 50-Punkte-Marke wird damit nicht mehr zu erreichen sein. Gegen Gladbach haben sich die Gastgeber teilweise aber auch selbst geschlagen. Königsdorf-Coach Ufuk Balik sprach von einem absolut gebrauchten Abend: „ war ein rabenschwarzer Tag für uns. Wir waren hinten sehr anfällig und vorne nicht gut genug, um unsere Chancen zu nutzen. Wenn man Bergisch einlädt, dann machen sie auch die Tore. Wir haben Bergisch viel zu oft eingeladen und verdient verloren. Jetzt müssen wir den Mund abputzen und nächste Woche nochmal alles geben.“
Nach Wochen des Zitterns und personeller Engpässe herrscht bei Germania Erftstadt-Lechenich kollektive Erleichterung. Mit dem fulminanten 5:1-Heimerfolg im direkten Duell gegen Deutz hat die Germania den direkten Abstieg am vorletzten Spieltag auch rechnerisch endgültig abgewendet. Im Vergleich zu den Vorwochen präsentierte sich die Mannschaft extrem fokussiert, setzte die taktischen Vorgaben des Trainerteams fehlerfrei um und agierte vor dem Deutzer Gehäuse hocheffizient. Ein Sonderlob gab es nach dem Abpfiff zudem für die Bank, die im zweiten Durchgang nahtlos an die starke Leistung anknüpfte und den Kantersieg endgültig herausschoss. Erftstadt-Coach Dustin Esser war nach dem erlösenden Schlusspfiff verständlicherweise bester Laune und sparte nicht mit Lob für sein gesamtes Kollektiv: „Endlich mal wieder gute Nachrichten. Verdienter Sieg und wir haben unser Saisonziel, den direkten Abstieg zu vermeiden, erreicht. Zu unserem Spiel: Tolle Mannschaftsleistung, alles umgesetzt, was wir Trainer sehen wollten. Auch ein großes Lob an unsere Einwechselspieler, die nochmal richtig Dampf reingebracht haben.“ Esser richtet den Blick sofort wieder nach vorne: „Jetzt wollen wir aber natürlich alles geben, um Deutz noch einzuholen und den direkten Klassenerhalt zu packen.“
Auch wenn es rechnerisch noch nicht endgültig entschieden ist, kann man dem Bonner SC bereits zur Meisterschaft gratulieren. Dank eines 3:1-Heimerfolgs über die Sportfreunde Troisdorf ist Bonn der Titel kaum noch zu nehmen. Damit krönt der Sportclub eine beeindruckende Rückrunde. In diesem Jahr blieb der Spitzenreiter weiterhin ungeschlagen und konnte den FC Hennef 05 noch abfangen. Für Troisdorf ist die Niederlage dagegen besonders bitter und hat direkte Konsequenzen. Durch den Sieg des VfL Vichttal rutschen die Sportfreunde auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Damit steht Troisdorf kommende Woche gegen SC Germania Erftstadt-Lechenich massiv unter Druck und braucht zwingend drei Punkte.
Lange in dieser Saison sah es für den VfL Vichttal sehr dunkel aus. Doch der VfL ist aktuell nicht aufzuhalten. Unter maximalem sportlichen Druck reiste die Mannschaft zum etablierten FC Hürth und entführte mit einem abgeklärten und hochverdienten 3:0-Auswärtserfolg drei lebenswichtige Zähler aus Hürth. Es war nun bereits der fünfte Sieg in Folge für Vichttal. Die Stolberger reisten mit der Hypothek einer zweieinhalbwöchigen Pflichtspielpause im Gepäck an – ohne die Möglichkeit, im Wettkampfmodus zu bleiben. Das war der Mannschaft im ersten Durchgang deutlich anzumerken. Die Abläufe wirkten unrund, und die gewohnte Spritzigkeit fehlte im Vichttaler Spiel, wodurch die Hürther zunächst die Oberhand behielten. Doch die Null stand zur Pause, und das Trainerteam fand in der Kabine genau die richtigen Worte. Vichttals Trainer Imad Laadim analysierte den holprigen Start und den anschließenden Turnaround sehr treffend: „Unsere U19 konnte das wichtige Spiel gegen Hürth mit 3:0 für sich entscheiden. Über weite Strecken war es allerdings keine einfache Partie für uns. Nach einer 2,5-wöchigen Spielpause und ohne Testspielmöglichkeit fehlte uns vor allem in der Anfangsphase der gewohnte Rhythmus. Entsprechend verlief unser Start etwas holprig und wir konnten zunächst nicht die Energie auf den Platz bringen, die wir uns vorgenommen hatten.“ Laadim sparte nach dem starken zweiten Durchgang nicht mit Lob für den Charakter der Truppe: „In der zweiten Halbzeit zeigte die Mannschaft dann ein anderes Gesicht. Wir agierten konzentrierter, waren präsenter in den Zweikämpfen und haben unsere Aufgaben deutlich besser umgesetzt. Am Ende waren es vor allem die Moral, der Zusammenhalt und der Glaube an unser gemeinsames Ziel, die den Ausschlag gegeben haben. Aufgrund der Leistungssteigerung nach der Pause geht der 3:0-Erfolg aus unserer Sicht verdient in Ordnung.“ Durch diesen eminent wichtigen Dreier klettert der VfL (Platz 11, 22 Punkte) in der Tabelle an den Sportfreunden Troisdorf vorbei und schiebt sich auf den ersten potenziellen Rettungsplatz. Damit kommt es nächste Woche zum großen Finale. Vichttal trifft dabei zu Hause auf Rheinsüd.
Der FC Rheinsüd hat einen 4:3-Heimerfolg gegen den SV Eilendorf gefeiert. Nachdem beide Mannschaften in der Vorwoche defensiv komplett vogelwild agiert hatten (Rheinsüd fing sich fünf Gegentore in Pesch, Eilendorf fünf gegen Hürth), stand eigentlich die defensive Stabilität ganz oben auf dem Zettel der Trainer. Doch diese Matchpläne wurden auf dem Rasen schnell über den Haufen geworfen. Es entwickelte sich von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch mit offenem Visier.