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Bockum-Hövel erklärt Trainerduo-Lösung für gescheitert [UPDATE]

Der Vorjahresvizemeister SG Bockum-Hövel steht in der Landesliga 4 kurz vor der Herbstmeisterschaft, obwohl es in der ausgeglichen Nord-Staffel immer wieder Höhen und Tiefen gab.

Die im Sommer geschaffene Trainerduo-Lösung erklärte Mischa Faesing, 2. Vorsitzender der SG Bockum-Hövel, gegenüber der Lokalpresse "Westfälischer Anzeiger" nun überraschend als gescheitert. Dem langjährigen Spielertrainer David Schmidt (33) wurde Marc Woller (54) gleichberechtigt zur Seite gestellt, von dem sich die SG mit sofortiger Wirkung getrennt hat.

Faesing führte aus: "Nicht die Person Marc Woller ist gescheitert, sondern das Projekt Doppellösung. Die sportliche Ausrichtung des Vereins und von Marc lagen ein Stück weit auseinander. Daher haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden. Natürlich ist der sportliche Erfolg da, das sieht man ja an dem ersten Platz. Aber die sportliche Entwicklung der Mannschaft verläuft nicht so wie erhofft. Das ist schon ein wenig ärgerlich. Vorher hatte David das ja alleine gemacht. Und durch die Verpflichtung von Marc hatten wir uns schon erwünscht, dass das Team den nächsten Schritt macht. Aber das ist leider nicht eingetreten. Wir suchen jetzt nach einer neuen Lösung, um David zu entlasten. Aber es wird nicht nochmals eine gleichberechtigte Geschichte geben, dieses Projekt ist gescheitert.“

Schmidt hatte sich im Sommer noch persönlich sehr um Woller bemüht, den er aus gemeinsamen Zeiten bei Westfalia Rhynern kennt. Doch auch er machte klar, dass eine Trennung unumgänglich war: „Ich kenne Marc sehr lange. Umso ärgerlich ist es, dass wir eine Rolle rückwärts machen müssen, weil es nicht so funktioniert hat, wie wir uns das gewünscht haben. Aber wir mussten in dieser Situation einfach schauen, was das Beste für die Mannschaft und für den Verein ist. Daher kam es zu dieser Entscheidung.“

Eine Entscheidung, die offensichtlich dazu beitragen soll, dass der Aufstieg nicht gefährdet wird. Schmidt, der in Kürze die B-Lizenz erwerben möchte, ließ durchblicken, dass das ganz klar das Ziel ist: „Wenn man oben ist, will man natürlich oben bleiben. Wir haben in der Hinrunde zwar bislang einige unnötige Punkte verloren, aber ich bin positiv gestimmt, dass wir wieder in die Spur finden und bessere Ergebnisse einfahren. Wenn es am Ende nicht klappt, wäre es schon eine Enttäuschung.“

Woller selbst hat auf schriftliche Anfrage von FuPa Westfalen nicht reagiert und möchte sich offensichtlich nicht äußern.

Update 19 Uhr:

Inzwischen hat sich Woller gegenüber seiner Heimatpresse "Hellweger Anzeiger" geäußert, hält aber Details über die Disharmonien offensichtlich lieber zurück: „Schade, dass es so gekommen ist. Eigentlich war ich sehr gerne da.“

Schon heute Nacht nach Veröffentlichung des Berichts des Westfälischen Anzeigers sollen sich drei Vereine bei ihm gemeldet werden, sagt der UEFA-B-Lizenz-Inhaber und lässt seine Zukunft aber völlig offen: "Es kann auch gut sein, dass ich überhaupt nicht mehr weitermache. Das ist alles schon ziemlich verrückt geworden. Es gibt Dinge im Amateurfußball, die kannst und willst du einfach nicht mehr verstehen. Aber wenn ich meinem Hobby nachgehe, dann muss das schon etwas Vernünftiges sein.“

Aufrufe: 022.11.2022, 16:30 Uhr
sbAutor