F: Nückel
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Schiedsrichter werden lohnt sich in vielerlei Hinsicht

Ein Interview mit Heike Schneider +++ "Man übernimmt früh Verantwortung " +++ Spezielle Förderung für Mädchen und Frauen

Da Schiedsrichter wie der Ball zum Spiel gehören, haben wir uns mit Heiko Schneider, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Schiedsrichter des FLVW Kreis Bochum, über die derzeitige Situation in Bochum unterhalten.
Herr Schneider, wie sieht aktuell die Lage bei den Schiedsrichtern in Bochum aus - gibt es genügend für alle Spiele?
Schneider: Im FLVW Kreis Bochum haben wir derzeit 270 Schiedsrichter. Davon sind 50 Jungschiedsrichter und 21 Frauen und Mädchen. In den letzten zwei Jahren konnten wir den rückläufigen Trend im Schiedsrichterwesen stoppen und die Zahl der Schiedsrichter um circa 20 Personen steigern. Dies ist eine positive Entwicklung, reicht aber noch lange nicht aus. In einer Saison werden ca. 8.500 Spiel (Freundschaftsspiele sowie M-Spiele) angesetzt und geleitet. Welche Altersstruktur liegt bei den Schiedsrichtern in Bochum vor? Schneider: Die Altersstruktur liegt im Durchschnitt bei circa 38 Jahren; davon sind circa 25 Prozent der Schiedsrichter im Alter von 13 bis 19 Jahren, 32 Prozent im Alter von 20 bis 40 Jahren und 43 Prozent sind zwischen 41 bis über 65 Jahre alt. Warum ist es wichtig, dass man bereits frühzeitig mit dem Pfeifen anfängt?
Schneider: Nach dem Motto “je früher um so besser“ ergeben sich bessere Aufstiegschancen für Nachwuchsschiedsrichter; zudem übernimmt man sehr früh Verantwortung. Mit 14 Jahren
(in Ausnahmen auch 13 Jahren) können Schiedsrichteranwärter im Kreis Bochum ihre Prüfung ablegen.
Die Persönlichkeit reift durch das Schiedsrichter-Hobby in frühen Jahren und man kann zusätzlich sein Taschengeld aufbessern. Schiedsrichter erhalten für ihre Spielleitung Spesen, die je nach Spielklassen gestaffelt sind. Man lernt zusätzlich schon sehr früh, im Team zu arbeiten und die Kameradschaft wird durch die Schiedsrichtervereinigung gefördert und gepflegt. Und sportliche Betätigung tut immer gut! Immer mehr Frauen rücken als Schiedsrichterinnen in den Fokus. Werden sie in Bochum speziell gefördert? Schneider: Derzeit haben wir im Kreis Bochum 21 weibliche Schiedsrichter - das ist einmalig und der Kreis Bochum ist mit der Frauenförderung in Westfalen führend. Unsere Schiedsrichterinnen werden durch eigenständige Lehrgänge innerhalb des Kreises, aber auch durch Projekte und Teambuildingmassnahmen speziell gefördert. Die Vereine aus dem Kreis Bochum unterstützen seit Jahren die Arbeit des Kreisschiedsrichterausschuss Bochum. Dadurch können bei Frauenspielen oder Kreispokalendspielen von Frauen- oder Mädchenteams auch komplett weibliche Gespanne angesetzt werden. Wir fördern den Spaß am Pfeifen, halten unsere Schiedsrichterinnen mit vielen Spielleitungen fit und fördern ihre Ausbildung. Frauen und Mädchen tun der Schiedsrichterei gut! Welche Schiedsrichter aus Bochum pfeifen aktuell am höchsten und beziehungsweise oder gelten als gutes Vorbild?
Schneider: Derzeit haben wir 33 Schiedsrichter, die überkreislich, also im Verband, tätig sind; von der Bezirksliga bis zur Westfalenliga. Mit Lars Bramkamp, Björn Backhaus, Jens Jeromin, Claas Steenebrügge und Holger Danielsiek pfeifen fünf Schiedsrichter in der Westfalenliga. Zudem sind die FÜnf auch als Assistenten in der Oberliga Westfalen im Einsatz. Mit Lars Bramkamp haben wir einen jungen Nachwuchsschiedsrichter, der zusätzlich auch in der A- und B-Jugend-Bundesliga unterwegs ist. Mit Elham Mehri, Jessica Gröger und Lea Bramkamp haben wir drei weibliche Nachwuchstalente, die in der B-Juniorinnen-Bundesliga als Assistenten zum Einsatz kommen und bei den Herren in der Bezirksliga angesetzt werden. Aushängeschild und Vorbilder bleiben weiterhin die „alten Hasen“ einer Schiedsrichtervereinigung. Sie geben gerne ihre Erfahrungen in den Nachwuchsbereich weiter und unterstützen das „innovative Ausbildungsprogramm“ des Kreisschiedsrichterausschusses Bochum, das weit über die Grenzen von Bochum bekannt ist.
Aufrufe: 025.8.2016, 20:15 Uhr
André NückelAutor

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