Nikolai Petereit (am Ball) zeigte mit dem TSV Bobingen eine eindrucksvolle Leistung beim 6:1 gegen Dinkelscherben. Das Team überwintert nun auf Platz zwei in der Bezirksliga.
Nikolai Petereit (am Ball) zeigte mit dem TSV Bobingen eine eindrucksvolle Leistung beim 6:1 gegen Dinkelscherben. Das Team überwintert nun auf Platz zwei in der Bezirksliga. – Foto: Elmar Knöchel

Bobingen zeigt, wer Herr im Haus ist

Die Singoldstädter feiern einen 6:1-Kantersieg gegen TSV Dinkelscherben +++ Ziemetshausen gewinnt das Kellerduell gegen den SVO Germaringen +++ Kissing nutzt in Kaufbeuren seine Chancen nicht +++ Spitzenreiter Egg geht mit einem Fünf-Punkte-Polster in die Winterpause

Gegen den TSV Dinkelscherben zeigte der TSV Bobingen eindrucksvoll, wer Herr im Haus ist. Mit einem 6:1 schickte man den Aufsteiger nach Hause. Der TSV Ziemetshausen hat das Siegen doch noch nicht verlernt. Nach Wochen voller sportlicher Rückschläge hat der Bezirksligist nun das Kellerduell beim SVO Germaringen 2:1 gewonnen. Mit einem „Lucky Punch“ verabschiedete sich der SV Cosmos Aystetten aus dem Fußballjahr 2022. In der 87. Minute erzielte Marcel Burda per Freistoß den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Heimertingen und bleibt damit im Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem TSV Bobingen um den zweiten Tabellenplatz. Dem Tabellenführer SV Egg an der Günz gelang dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ein 4:2-Heimsieg gegen den TSV Ottobeuren.

Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr. Nur ganze fünf Minuten dauerte es, bis Bobingens Torjäger Florian Gebert einen berechtigt gegebenen Elfmeter verwandelte. Schon zwei Minuten später war es Maximilian Krist, der auf 2:0 erhöhte. Und bereits in der zehnten Spielminute versenkte der Bobinger Kapitän Hüseyin Tomakin den dritten Treffer im gegnerischen Tor. Damit war nach zehn Minuten das Spiel praktisch entschieden. Doch die Bobinger machten weiter. Vielleicht nicht mehr mit aller Konsequenz, aber für den sichtlich überforderten Aufsteiger aus Dinkelscherben reichte es allemal. In der 26. Minute gelang Florian Gebert sein zweiter Treffer und er stellte auf 4:0. Der Ehrentreffer für die Gäste fiel in der 32. Minute. Wieder einmal ein Geschenk der Bobinger Abwehr. Ein schlampiger Pass in der Vorwärtsbewegung, direkt in die Füße des Stürmers. So konnte Dinkelscherbens Phillip Schmid eigentlich gar nicht mehr anders, als ins Tor zu schießen. In der zweiten Hälfte ließ es der TSV Bobingen dann erst einmal ruhiger angehen und versuchte, das Ergebnis zu verwalten. So kam der Gegner dem Strafraum der Gastgeber immer näher. Hatte es in der ersten Halbzeit außer dem Gegentreffer keine einzige Torgelegenheit für Dinkelscherben gegeben, kam es zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich zu dreien in kurzer Zeit. Das genügte Christopher Detke an der Seitenlinie. Er forderte mehr Einsatz und Pressing im Mittelfeld. Und sofort drehte sich das Spiel wieder. Der TSV Bobingen hatte das Heft des Handelns erneut in der Hand. Die logische Folge: In der 68. Minute konnte Nicolas Baumgartner einen Abpraller zum 5:1 verwandeln. Sechs Minuten später war es wieder Baumgartner, der auf 6:1 erhöhte. Vorausgegangen war ein sehenswerter Angriff der Bobinger. Am Ende wurde der Dinkelscherber Torhüter in einen Zweikampf an der Strafraumgrenze gezwungen. Der Abpraller fiel in rund 20 Meter Torentfernung Baumgartner direkt vor die Füße und der erzielte, über Freund und Gegner hinweg, ein bemerkenswert schönes Tor. Mit diesem beeindruckenden Sieg im Rücken kann der TSV Bobingen jetzt beruhigt in die Winterpause gehen. (Knöchel) Lokalsport SZ
Schiedsrichter: Florian Pioch (Achsheim) - Zuschauer: 150
Tore: 1:0 Florian Gebert (5. Foulelfmeter), 2:0 Maximilian Krist (7.), 3:0 Hüseyin Tomakin (10.), 4:0 Florian Gebert (26.), 4:1 Maximilian Micheler (32.), 5:1 Nicolas Baumgartner (68.), 6:1 Nicolas Baumgartner (74.)

Im insgesamt ereignisarmen ersten Abschnitt sahen die 200 Fans wechselnde Vorteile und einige Offensivaktionen, die hüben wie drüben aber erfolglos verpufften. Die beste Chance aufseiten der Gäste hatte Jonas Seibold, doch sein Abschluss landete knapp über dem Tor (36.). Knapp eine Viertelstunde war im zweiten Abschnitt gespielt, als der Schiedsrichter auf Elfmeter für die Gäste entschied. Tarik Music ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen (59.). Das gab den Ziemetshausern zusätzlich Auftrieb, sie drückten aufs zweite Tor und erneut netzte Music im Anschluss an einen Eckball aus kurzer Distanz ein (69.). Der Zwei–Tore-Vorsprung ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, Ziemetshausen kontrollierte Ball und Gegner. Trotzdem wurde es noch spannend, denn Peter Wahmhoff verkürzte mit einem Kopfball (86.). Ob die Kugel hier tatsächlich hinter der Linie war, bot angesichts des Endstands keinen ernsthaften Diskussionsgrund mehr. Gäste-Trainer Sven Müller empfand „einfach nur Erleichterung“. Dass die Begegnung kein fußballerischer Leckerbissen wurde, sei absehbar gewesen und deshalb kein Anlass zur Kritik. Mit der Bemerkung „Wir wissen, dass wir es besser können“ hakte Müller diesen Gedanken ab. Mehr Kopfzerbrechen bereitete ihm, dass die Mannschaft ihre Konter besser hätte ausspielen müssen. Letztlich aber zählte nur eines: „Wenn man so oft hintereinander verliert, weiß man einfach nicht mehr richtig, wie gut sich Gewinnen anfühlt.“ (ica) Lokalsport GZ
Schiedsrichter: Maximilian Wagner (Kempten) - Zuschauer: 200
Tore: 0:1 Tarik Music (59. Foulelfmeter), 0:2 Tarik Music (69.), 1:2 Peter Wahmhoff (86.)

Egor Keller (am Ball) erzielte das Tor des Tages für Türkgücü Königsbrunn.
Egor Keller (am Ball) erzielte das Tor des Tages für Türkgücü Königsbrunn. – Foto: Hieronymus Schneider

Beinahe wäre den Gastgebern ein Blitzstart gelungen, aber Kerem Cakin traf beim allerersten Angriff nur den Pfosten. Niedersonthofen antwortete mit einem Kopfball von Felix Thum, der knapp am Tor vorbeistrich. Doch die nächste Großchance hatte wiederum Kerem Cakin, doch diesmal ging sein Schuss im Strafraum an die Latte. Bei seiner dritten Torchance durch Kopfball auf Flanke von Ebrima Sanyang war es der Gästetorwart Kevin Kühnel, der den Ball noch über die Torlatte lenkte. Nach der anschließenden Ecke ging Erdem Özkans Fallschuss am Tor vorbei. So blieb es bis zur Halbzeit torlos, was für die Gäste eher glücklich war. Die wurden nach Wiederbeginn etwas aggressiver, haderten aber mit dem Linienrichter, der drei aussichtsreiche Angriffe wegen Abseits abwinkte. Bei Türkgücü war nun Egor Keller mit den Torchancen an der Reihe. Einmal war er schon am Verteidiger Lukas Mayr vorbei, traf dann aber den Ball nicht richtig und wenig später wurde ein Treffer von ihm nicht anerkannt. Der Schiedsrichter hatte vorher ein Foul von ihm gesehen. Das Gleiche passierte auch auf der Gegenseite, als den Niedersonthofenern der Torjubel versagt blieb. Als es schon auf ein typisches 0:0-Spiel hinauszulaufen schien, landete der Ball doch noch im Tor der Gäste. Kerem Cakin spielte im Mittelfeld den Ball auf den linken Flügel zu Özgün Kaplan. Der schüttelte einen Verteidiger ab, lief in den Strafraum und schlug den Ball fast von der Grundlinie scharf nach innen. Diesmal war Egor Keller vor einem Verteidiger und dem Torwart zur Stelle und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie. Zwei Minuten vor dem Abpfiff sah Mert Akkurt wegen einer Grätsche von hinten in die Beine des Gegenspielers die Gelb-Rote Karte. Da er sich dabei selbst verletzte, musste er gleich aus zwei Gründen vom Platz. Aber auch mit zehn Spielern brachte Türkgücü den verdienten Heimsieg über die Zeit. (Schneider) Lokalsport SZ
Schiedsrichter: Stefan Heggenstaller (Zell-Bruck) - Zuschauer: 100
Tor: 1:0 Egor Keller (77.)
Gelb-Rot: Mert Akkurt (88./SV Türkgücü Königsbrunn)

Gleich zu Beginn brannte es zweimal lichterloh im Cosmos-Strafraum. Erst konnte Yannik Müller geblockt werden, dann flog ein Kopfball-Aufsetzer von Thorsten Mussak drüber. In der 21. Minute kam der bullige Heimertingen Sturmführer vor Haban zum Kopfball, nachdem der Ball lange in der Luft war. Von der Unterkante der Querlatte sprang das Leder zum 0:1 hinter die Linie. Konjevic ließ seine Ersatzspieler schon mal warmlaufen. Wäre Heimertingen nicht übermütig geworden, hätten sie vielleicht schon bald gewechselt. Im Susi-Sorglos-Modus verlor Ivan Zaper gegen Raphael Marksteiner den Ball, der Aystetter Angreifer nahm das Geschenk dankend an und vollstreckte eiskalt zum 1:1 (27.). Bereits im Gegenzug hatte Mussack die nächste Chance, Sofian Bensadoun zog drüber (36.). Auch im zweiten Durchgang bekam Aystetten keinen Zugriff auf das Spiel, verlor gefühlt jedes Kopfballduell. So auch in der 50. Minute, als Christoph Amann am glänzend reagierenden Arthur Mayer scheiterte. Wenig später schaffte Mussack nach einem Aussetzer von Patrick Wurm das Kunststück, den Ball aus zwei Metern am Tor vorbeizubugsieren (56.). Dazwischen kam lediglich Raphael Marksteiner allein vors Tor, zog jedoch vorbei. Ansonsten kam fast jeder Angriff von der Heimertinger Gummiwand zurück, oder Dejan Mijailovic trat am Spielgerät vorbei (71.). Für zusätzliche Hektik sorgte Schiedsrichter Jannis David Fischer, der erst eine sehr harte Rote Karte gegen Ivan Zaper nach einem Foul an Nicolas Brummer im Mittelkreis zog (73.) und wenig später Pascal Mader die Rote Karte unter die Nase hielt (78.). „Ich kann das nicht verstehen“, schüttelte der Aystetter, der zuvor schon Gelb gesehen hatte, den Kopf. Eine Zeitstrafe wäre hier angemessen gewesen. Es roch nach Konzessionsentscheidung. Als die Cosmonauten schon zu resignieren begannen, gab es nach einem Foul an Marksteiner noch einen Freistoß, den Marcel Burda vom rechten Strafraumeck zum 2:1 ins lange Eck verwandelte. (oli) Lokalsport Labo
Schiedsrichter: Jannis David Fischer (Augsburg) - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Thorsten Mussack (22.), 1:1 Raphael Marksteiner (27.), 2:1 Marcel Burda (88.)
Rot: Ivan Zaper (73./FC Heimertingen)
Rot: Pascal Mader (79./SV Cosmos Aystetten)

Die SpVgg Kaufbeuren kam zu einem verdienten 3:1 über den Kissinger SC. Bei Kissing stand mit Co-Trainer Dardan Gashi Torwart Nummer vier im Tor, nachdem zwei Torhüter verletzt sind und der Stammtorwart sich in der Früh krank abmeldete. Die SVK begann sofort offensiv und hatte nach 15 Minuten gute Chancen zur Führung, scheiterte jedoch immer wieder am Gästetorwart, Kissing war zu diesem Zeitpunkt sehr passiv. In der 23. Minute dann die Führung für die SVK durch Can Uygur, der nach einem Pass von Matteo Di Maggio Torwart Gashi keine Chance ließ. Dann erzielte Kaufbeuren mit einem Doppelschlag eine beruhigende Führung. Di Maggio in der 37. Minute zum 2:0 und zwei Minuten später Robin Conrad mit seinem zwölften Saisontreffer zum 3:0. Nach der Halbzeit hatten die Gastgeber weitere Chancen, doch es fehlte nun die Genauigkeit. Kissing agierte nach der 60. Minute mutiger, aber hatte Pech mit einem Lattenschuss (62.). In der 71. Minute verkürzten die Gäste durch Lukas Siebert auf 3:1 nach einem Abwehrfehler. Kissing warf nun alles nach vorne und hatte Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Doch im Abschluss waren die Gäste zu überhastet. Die Kaufbeurer spielten ihre Konter zu unkonzentriert zu Ende. So blieb es beim 3:1 für Kaufbeuren. (hr) Lokalsport FA
Schiedsrichter: Christian Stober (Königsbrunn) - Zuschauer: 80
Tore: 1:0 Can Uygun (22.), 2:0 Matteo di Maggio (37.), 3:0 Robin Conrad (39.), 3:1 Lukas Siebert (71.)

Auf schwierigen Platzverhältnissen fanden die Gastgeber aus Egg nur schwer ins Spiel. Die erste Chance der Partie gehörte dem TSV Ottobeuren. Eine Flanke von der rechten Seite lenkte der Egger Schlussmann Wassermann in der 7. Minute an die Latte. Es dauerte bis zur 19. Minute, ehe Schedel den ersten Torschuss für den Tabellenführer aus Egg abgab. Nach einem verunglückten Klärungsversuch von David Schäffler ging der SV Egg in der 29. Minute mit 1:0 in Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang dem TSV Ottobeuren der leistungsgerechte Ausgleichstreffer. Nachdem die Egger Hintermannschaft einen Eckball nicht klären konnte, erzielte Christian Kofler das 1:1. Nach dem Seitenwechsel war es Manuel Schedel in der 55. Minute, der nach einem misslungenen Rückpass der Ottobeurer das 2:1 erzielte. Nur fünf Minuten später war es erneut Schedel, der nach Vorarbeit von Simon Schropp die Führung auf 3:1 ausbauen konnte. Nach schöner Kombination über Thomas Hölzle und Simon Schropp erzielte Torsten Schuhwerk in der 69. Minute das 4:1. Damit schien die Partie entschieden. Den Schlusspunkt des Spiels setzte Manfred Rinninger in der 90. Minute, der einen Freistoß direkt zum 4:2-Entstand verwandelte.
Schiedsrichter: Veit Sieber (Lechhausen) - Zuschauer: 250
Tore: 1:0 David Schäffler (29. Eigentor), 1:1 Christian Kofler (41.), 2:1 Manuel Schedel (55.), 3:1 Manuel Schedel (60.), 4:1 Torsten Schuhwerk (69.), 4:2 Manfred Rinninger (90.)

Aufrufe: 020.11.2022, 21:42 Uhr
Bernhard MeitnerAutor