
Der Start in die Rückrunde ist der SG Blaues Wunder Hannover misslungen. Gegen den TSV Burgdorf unterlag das Team von Trainer Leon Erler mit 1:4 – ein Ergebnis, das deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf über weite Strecken hergab.
„Es tut sehr weh“, sagte Erler nach dem Abpfiff. „Das war wieder ein großes Sinnbild unserer Hinrunde.“
Über weite Strecken war die Partie offen, phasenweise sogar mit spielerischen Vorteilen für Blaues Wunder. Die Gastgeber kombinierten gefällig, erspielten sich Möglichkeiten und gingen durch Benett-Luca Bohm in der 42. Minute verdient in Führung.
Doch die Antwort folgte prompt. Nur eine Minute später glich Alexander Kamerer aus – nach einem ruhenden Ball, bei dem die Defensive nicht konsequent genug verteidigte. „Da lassen wir dem Gegner zu viel Raum, obwohl der Ball 50 Meter unterwegs ist“, kritisierte Erler.
In der zweiten Halbzeit setzte sich das Muster fort. Blaues Wunder hatte Spielanteile und mehrere gute Standardsituationen, Burgdorf hingegen agierte zielstrebig und kompromisslos. Murthada Abdulkarim (69., 90.) und Mohamad Awad Abo Zeid (87.) nutzten ihre Chancen eiskalt. Drei, vier klare Abschlüsse reichten den Gästen für drei Treffer.
„Bei ihnen war jeder Abschluss mit Überzeugung“, sagte Erler. „Bei uns fehlt genau das.“
Der Trainer wollte seiner Mannschaft keinen schlechten Auftritt attestieren. „Wir haben phasenweise einen guten Fußball gespielt“, so Erler. „Aber das reicht nicht. Wenn du aus deinen Möglichkeiten so wenig machst, wirst du bestraft.“
Blaues Wunder fehlt seit dem Winter der klassische Torjäger. Mit dem Abgang von Naveen Ragu, der bis dahin acht Treffer erzielt hatte, ist die Last auf mehrere Schultern verteilt – doch bislang ohne durchschlagenden Erfolg. „Uns fehlt einer, der sagt: Ich will Tore schießen, ich mache die Dinger rein“, stellte Erler fest.
Auch im Training fehle mitunter die letzte Entschlossenheit. „Es geht am Ende um Tore. Alles andere ist zweitrangig.“
Bis zum 1:2 war die Partie vollkommen offen. Blaues Wunder startete gut in die zweite Halbzeit, hatte Burgdorf zeitweise im Griff. Ein Punktgewinn wäre aus Sicht des Trainers „locker drin gewesen“, vielleicht sogar mehr.
Stattdessen steht erneut eine Niederlage – und das Gefühl, sich unter Wert verkauft zu haben. Mit sechzehn Punkten rangiert die SG weiter auf Platz zwölf, punktgleich mit Kleefeld, nur einen Zähler vor Davenstedt.
„Manchmal sagst du: Der Gegner war besser. Heute waren wir gut genug für mindestens einen Punkt“, resümierte Erler. „Und genau deshalb tut es weh.“
SG Blaues Wunder Hannover – TSV Burgdorf 1:4
SG Blaues Wunder Hannover: Paul Johann Witt, Jakob Herrmann, Jonathan Gille (82. Imo Völker), Benett-Luca Bohm, Julius Jakob (82. Tiago Cumbre-Fernandez), Joel Lothar Bruns, Lasse Marten Jannsen, Julian Max Christian Schulz, Marlon Bernhardt (66. Vincent Grannas), Ibrahim-Lahar Gueye (60. Hendrik Fedderken), Daniel Romero-Maguina - Trainer: Leon Erler
TSV Burgdorf: Till Adebahr, Erik Sonnefeld, Faisal Al Balushi, Robin Günther, Kevin Franke, Benjamin Schubert, Mathis Flügge (38. Cedrick Kunz), Harun Duran (60. Mohamad Awad Abo Zeid), Alexander Kamerer (80. Ben Kükendorf), Fabio Consiglio (89. Jan-Ole Müller), Nick Jarzombek (66. Murthada Abdulkarim) - Trainer: Mirco Roger
Schiedsrichter: Svenja Schwörer (Kirchdorf am Deister)
Tore: 1:0 Benett-Luca Bohm (42.), 1:1 Alexander Kamerer (43.), 1:2 Murthada Abdulkarim (69.), 1:3 Mohamad Awad Abo Zeid (87.), 1:4 Murthada Abdulkarim (90.)