
Die SG Blaues Wunder Hannover hat am elften Spieltag der Bezirksliga 2 Hannover eine weitere bittere Niederlage kassiert – und das in einem Spiel, das sie über weite Strecken beherrschte. Beim TSV Bemerode verlor das Team von Trainer Leon Erler mit 2:3, obwohl es über 80 Prozent Ballbesitz hatte, sich weit mehr als ein Dutzend Torchancen erspielte und zweimal in Führung lag. Das bittere Fazit: Großartige Leistung, aber erneut keine Punkte.
„Wir haben heute so viel richtig gemacht wie selten“, konstatierte Erler unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Schon in der ersten Halbzeit diktierte Blaues Wunder das Geschehen, ließ Ball und Gegner laufen und ging nach einem sehenswerten Tiefenlauf von Julian Max Christian Schulz verdient in Führung (27.).
Doch wie so oft in dieser Saison wurde ein individueller Fehler prompt bestraft. Nach einer Ecke nutzte Paul Götting einen abgefälschten Schuss zum Ausgleich (36.). Und es kam noch schlimmer: Kurz vor der Pause bekam Blaues Wunder einen Elfmeter zugesprochen – vergab jedoch die große Möglichkeit auf die erneute Führung.
Nach der Pause das gleiche Bild: Die Gäste setzten sich am Strafraum fest, ließen Ball und Gegner laufen – und belohnten sich diesmal vom Punkt. Ibrahim-Lahar Gueye traf zum 2:1 (48.). Was folgte, war eine Phase, in der die Partie längst hätte entschieden werden müssen: Sechs bis sieben Großchancen blieben ungenutzt.
„Wir hatten sie da komplett am Haken“, ärgerte sich Erler. „Wenn es 4:1 oder 5:1 steht, kann sich niemand beschweren.“ Doch anstatt für die Vorentscheidung zu sorgen, lud man den Gegner erneut ein: ein fataler Ballverlust im Aufbau, zwei Pässe, Tor – 2:2 durch Oduneye (78.).
Als Blaues Wunder in der Schlussphase alles auf eine Karte setzte und auf den Sieg drückte, folgte der nächste Blackout: Ein Querpass in der Vorwärtsbewegung, der nicht sauber gespielt war, wurde von Bemerode eiskalt bestraft – Paul Götting schloss einen Konter in der Nachspielzeit zum 3:2-Endstand ab (90.).
Leon Erler rang nach der Partie um Worte. „Wenn der gegnerische Trainer nach dem Spiel sagt, dass es ihm leid tut, weil er selbst nicht versteht, wie sie das gewonnen haben – dann sagt das alles.“ Doch der Coach machte auch klar: „Es sind immer wieder wir selbst, die uns um den Lohn bringen.“
Zu viele individuelle Fehler, zu wenig Konsequenz im Abschluss und immer wieder das gleiche Muster: gute Spielanlage, aber am Ende steht man mit leeren Händen da.
Mit nur sieben Punkten aus elf Spielen bleibt Blaues Wunder auf Rang 15 – punktgleich mit Kirchrode, aber nun drei Zähler hinter Bemerode und dem rettenden Platz zwölf. Nach der nun folgenden kurzen Spielpause geht es gegen den TuS Kleefeld – ein Duell, das im Abstiegskampf bereits richtungsweisend ist.
Erler bringt es auf den Punkt: „Wir müssen dringend lernen, dass gutes Spiel und Punkte zwei verschiedene Dinge sind. Und wir müssen aufhören, unsere Gegentore selbst vorzubereiten.“
TSV Bemerode – SG Blaues Wunder Hannover 3:2
TSV Bemerode: Justin Schultz, Jan-Celvin Hönicke, Leonard Bült, Niklas Mauer, Lars Lincke (82. Marcel Schult), Lasse Lührßen (66. Finn Blase), Jasper Kernchen (58. Vincent Sommer), Michel Hagen, Florian Niebuhr (34. David Jonathan Oduneye), Paul Götting, Alan Coleman (94. Philipp Kreye) - Trainer: Ramy-Nabil Hundt - Trainer: Daniel Spies
SG Blaues Wunder Hannover: Paul Johann Witt, Vincent Grannas (63. Malte Stein), Zacharias Bergel, Moriba Tomaszewski (63. Zakariya Abdoun), Jonathan Gille (84. Imo Völker), Nils Kronemann, Naveen Ragu, Joel Lothar Bruns, Julian Max Christian Schulz (77. Marlon Bernhardt), Ibrahim-Lahar Gueye, Alexander Hose - Trainer: Leon Erler
Schiedsrichter: Maurice Wiewel
Tore: 0:1 Julian Max Christian Schulz (27.), 1:1 Paul Götting (36.), 1:2 Ibrahim-Lahar Gueye (48.), 2:2 David Jonathan Oduneye (78.), 3:2 Paul Götting (90.)