
Es ist eine bittere Konstanz, die sich durch die Saison der SG Blaues Wunder Hannover zieht: Sieben Spiele, sechs Niederlagen – und erneut war mehr drin. Gegen den TSV Stelingen zeigte die junge Mannschaft von Trainer Leon Erler eine kämpferisch und spielerisch ansprechende Leistung, doch am Ende stand wieder nichts Zählbares: 3:4 lautete das Ergebnis nach 90 intensiven Minuten, entschieden durch ein Gegentor in der Nachspielzeit.
„Mental ganz, ganz schwer zu verarbeiten“, sagte Erler nach der Partie. „Heute war mehr drin, wir hätten den Punkt absolut verdient gehabt.“
Schon nach einer Minute musste Blaues Wunder den ersten Nackenschlag hinnehmen: Kapitän Lasse Marten Jannsen verletzte sich und musste vom Platz. Dennoch fing sich das Team, ging durch Robin Jansen in Führung (15.) und verpasste es danach mehrfach, den Vorsprung auszubauen – darunter zwei glasklare Chancen und ein Lattentreffer.
„Wir haben da richtig gute Chancen gehabt. Wenn wir das 2:0 machen, kippt das Spiel vielleicht komplett“, so Erler. Stattdessen glich Stelingen in der 28. Minute aus – Demba Balde Djitte traf zum ersten seiner drei Tore.
Wie so oft in dieser Saison kamen auch äußere Umstände hinzu. Ein sehenswerter Weitschuss aus der eigenen Hälfte, der den weit vor dem Tor stehenden Gästekeeper beinahe überwand, sprang kurz vor der Linie in eine Unebenheit des ramponierten Platzes – und kullerte am Tor vorbei. „So eine Szene sieht man sonst nur im Amateurfilm“, meinte Erler sichtlich frustriert.
Auch mit der Leistung des Schiedsrichters haderte die SG. Eine Szene in der 30. Minute, in der ein Stelinger Spieler nach einem Foul nachtrat, wurde nur mit Gelb geahndet – obwohl es laut Erler eine „ganz klare rote Karte“ hätte sein müssen. „Wir haben für genau so etwas am ersten Spieltag glatt Rot bekommen und mussten in Unterzahl spielen. Das fehlt uns dann einfach in solchen Spielen.“
In der zweiten Halbzeit ging Blaues Wunder durch Benett-Luca Bohm erneut in Führung (72.), musste aber innerhalb weniger Minuten zwei Gegentore nach Standards hinnehmen – beide Male zeigte sich die Hintermannschaft nicht konsequent genug. Doch die SG gab sich nicht auf: Zakariya Abdoun glich in der 86. Minute zum 3:3 aus.
Alles deutete auf ein verdientes Remis hin – bis zur 90. Minute: Ein langer Diagonalball der Gäste wurde falsch eingeschätzt, Jonathan Mai nutzte die Situation eiskalt zum 3:4. „Beim letzten Tor sahen wir leider ganz schlecht aus. Das bricht uns natürlich das Genick“, sagte Erler.
Trotz der siebten Saisonniederlage fand der Trainer lobende Worte für seine Mannschaft: „Heute war das anders als in den Wochen davor. Die Jungs haben eine richtig engagierte Leistung gezeigt, hatten die besseren Torchancen, haben sich reingeworfen. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Und dennoch steht das Team weiter bei nur einem Punkt.
Vor allem die Standardschwäche – erneut zwei Gegentore nach ruhenden Bällen – zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Auch die personellen Rückschläge und das häufig fehlende Spielglück erschweren die Lage weiter.
Mit nur einem Punkt aus sieben Spielen bleibt Blaues Wunder Vorletzter der Tabelle – punktgleich mit Altwarmbüchen. Der Trend ist alarmierend, doch die Leistung gegen Stelingen macht auch Hoffnung: Wenn es gelingt, Konstanz in solche Auftritte zu bringen, dürfte der erste Sieg nur eine Frage der Zeit sein. Doch das weiß auch Leon Erler: „Wir müssen uns endlich belohnen.“
SG Blaues Wunder Hannover – TSV Stelingen 3:4
SG Blaues Wunder Hannover: Paul Johann Witt, Vincent Grannas (53. Alexander Hose), Zacharias Bergel (85. Malte Stein), Moriba Tomaszewski, Benett-Luca Bohm, Naveen Ragu, Julius Jakob (85. Zakariya Abdoun), Robin Jansen (66. Marlon Bernhardt), Joel Lothar Bruns, Lasse Marten Jannsen (2. Johnny Stenske), Daniel Romero-Maguina - Trainer: Leon Erler
TSV Stelingen: Hinrich Gudehus, Max Adamski, Fabio Gehrmann (68. Lukas Brinkmann), Marc-Benjamin Klusmann, Richard Leimann, Jannis Bovenschen, Jannik Klemm, Dennis Brinkmann (61. Luca Nuel Biskup), Demba Balde Djitte, Marvin Metzig (73. Ben Wünschmann), Harun Aydemir (24. Dennis Zabel) (79. Jonathan Mai) - Trainer: Edis Bajrovic
Schiedsrichter: Marc Gareis
Tore: 1:0 Robin Jansen (15.), 1:1 Demba Balde Djitte (28.), 2:1 Benett-Luca Bohm (72.), 2:2 Demba Balde Djitte (76.), 2:3 Demba Balde Djitte (81.), 3:3 Zakariya Abdoun (86.), 3:4 Jonathan Mai (90.)