2026-03-09T15:40:23.061Z

Allgemeines

Blaues Wunder ringt Tabellenführer nieder

1:0 gegen Ramlingen/Ehlershausen II: Herrmann trifft früh – großer Kampf bringt drei wichtige Punkte

von ck · Heute, 10:36 Uhr · 0 Leser
– Foto: SG Blaues Wunder

Die SG Blaues Wunder Hannover hat im Abstiegskampf ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den souveränen Tabellenführer SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II gewann die Mannschaft von Trainer Leon Erler mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Jakob Herrmann bereits in der 16. Minute.

Der Erfolg war vor allem das Ergebnis eines leidenschaftlichen Auftritts – und eines Spiels, das von intensiven Zweikämpfen, Verletzungen und viel Defensivarbeit geprägt war. Blaues Wunder startete konzentriert und nutzte eine der ersten Möglichkeiten. Nach einem schnellen Angriff über die Außenbahn kam eine präzise Flanke auf den ersten Pfosten, wo Herrmann einlief und zum 1:0 abschloss.

Trainer Leon Erler zeigte sich zufrieden, dass genau eine im Training einstudierte Situation zum Erfolg führte. „Wir gehen da einzeln in Führung durch einen super Angriff mit einer schönen Flanke und einem guten Einlaufen am ersten Pfosten. Genau das, worüber wir viel gesprochen haben und was wir zuletzt intensiv trainiert haben“, erklärte Erler. „Da hat es endlich mal richtig gut geklappt.“

In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der Ramlingen deutlich mehr Ballbesitz hatte, ohne jedoch viele klare Chancen zu kreieren. Blaues Wunder verteidigte diszipliniert und lauerte auf Umschaltmomente. „Ramlingen hatte mehr Spielanteile, aber ohne wirklich zwingend zu werden. Ein paar Abschlüsse, aber keine ganz großen Chancen. Wir hatten selbst ein paar gute Umschaltsituationen, die wir nicht sauber zu Ende gespielt haben“, sagte Erler.

Aus Sicht von Ramlingen-Trainer Darijan Vlaski lag das Problem vor allem im Umgang mit dem eigenen Ballbesitz. „In der ersten Halbzeit hatten wir 80 Prozent Ballbesitz, aber wir mussten damit nichts anfangen und haben das schlecht gemacht“, sagte Vlaski. „Wir kommen zweimal vor deren Tor – einmal schießen wir den Torwart an und einmal geht der Ball an den Pfosten.“ Der Gegentreffer fiel aus seiner Sicht durch eine unglückliche Szene: „Die kommen einmal vor das Tor, langer Ball, Flanke von außen. Der Torwart verschätzt sich und wird angeschossen – dann ist der Ball drin.“

Turbulente Szene nach der Pause

Kurz nach Wiederbeginn wurde die Partie hitzig. Nach einem Foulspiel eines Ramlinger Spielers kam es zu einer Rudelbildung. Erler war der Meinung, dass bereits das ursprüngliche Foulspiel eine Rote Karte verdient hätte. „Der Ball war völlig weg, der Spieler hatte gar keine Chance mehr auf den Ball. Das war einfach ein Tritt. Aus meiner Sicht eine klare Rote Karte.“

Der Schiedsrichter zeigte zunächst Gelb, doch im Anschluss eskalierte die Situation. Ein Ramlinger Spieler würgte einen Gegenspieler und sah dafür die Rote Karte. „Da hätte es am Ende vielleicht sogar zwei Rote Karten geben müssen“, meinte Erler.

Trotz Überzahl bekam Blaues Wunder danach jedoch nicht mehr Kontrolle über das Spiel. Stattdessen zog sich die Mannschaft weit zurück. „Wir waren danach zu passiv und haben Ramlingen zu viele Flanken zugelassen“, analysierte Erler. „Wir haben ihnen zu viel vom Spielfeld überlassen.“ Dennoch verteidigte Blaues Wunder die vielen Hereingaben meist konsequent. „In der Box haben wir das sehr gut verteidigt. Zwei, drei Chancen gab es, aber insgesamt haben wir wenig zugelassen.“

Vlaski sah seine Mannschaft nach der Roten Karte sogar verbessert: „Witzigerweise haben wir danach viel besser gespielt und waren nur noch in deren Hälfte. Wir haben alles reingeworfen.“

Personelle Probleme prägen das Spiel

Die ohnehin angespannte Personalsituation bei Blaues Wunder verschärfte sich während der Partie weiter. Mehrere Spieler mussten angeschlagen ausgewechselt werden.

„Wir hatten einen Kader, der von der Quantität her da war, aber viele Spieler waren angeschlagen“, erklärte Erler. „Unser Ersatzkeeper saß mit einem verletzten Finger als Feldspieler auf der Bank. Zwei Trainer saßen auch auf der Bank, dazu ein A-Jugendspieler.“

Während des Spiels mussten mehrere Schlüsselspieler verletzt raus. „Unsere Nummer 11 und unsere Nummer 27 sind verletzt raus, dazu musste Benny Hücker zur Halbzeit raus, weil er schon angeschlagen ins Spiel gegangen ist. Das waren drei verletzungsbedingte Wechsel.“

Dramatische Schlussphase

In der Schlussphase drängte Ramlingen massiv auf den Ausgleich. Eine Szene kurz vor Schluss sorgte für Diskussionen. „Es hätte vielleicht einen Elfmeter für Ramlingen geben können“, räumte Erler ein. „Den hätte man pfeifen können.“ Trotz des Drucks brachte Blaues Wunder die Führung über die Zeit – auch weil die Defensive immer wieder entscheidend klärte.

Vlaski sprach von einem gebrauchten Tag: „Selbst wenn wir durch waren und den Ball nur reinlegen mussten, standen wir uns selbst im Weg. Es war ein Tag, an dem es schwierig war, ein Tor zu schießen.“

Für Blaues Wunder war es nach den deutlichen Niederlagen zuvor ein enorm wichtiger Erfolg. „Es war heute ein kämpferischer Sieg mit viel Leidenschaft“, sagte Erler. „Fußballerisch war es keine Glanzleistung – aber das ist aktuell auch nicht drin.“ Angesichts der vielen Ausfälle und der fehlenden Fitness sei der Sieg umso höher einzuschätzen. „Das ist ein erarbeiteter Sieg als Team. Wir haben uns super dagegen gestemmt und Ramlingen wirklich wenig Chancen gegeben. In unserer Situation sind das überragende drei Punkte.“

Ramlingen-Coach Vlaski zog eine klare Lehre aus der Niederlage: „Das Spiel hat gezeigt, dass es nur über die richtige Einstellung geht. Wir waren phasenweise zu lässig – und das reicht in dieser Liga gegen keinen Gegner.“

SG Blaues Wunder Hannover – SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II 1:0
SG Blaues Wunder Hannover: Tobias Voigt, Jakob Herrmann (75. Johnny Stenske), Vincent Grannas (58. Joshua Breyer), Benett-Luca Bohm (46. Marlon Bernhardt), Julius Jakob, Joel Lothar Bruns (68. Julian Max Christian Schulz), Ibrahim-Lahar Gueye, Kai-Manoel Hidalgo Kehrel, Elias Zougari (93. Paul Johann Witt), Christian Rolf - Trainer: Leon Erler
SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II: Johann Ridtschenko, Finn Beeneken, Servan Duran (46. Maximilian Runge), Fabijan Feraj, Sebastian Daecke, Pablo Saavedra-Gerke, Fawaz Fakhri Khiro, Jeremy Lee Finsel (46. Bajo Kabiro), Patrick Neuhaus (73. Chris Treppschuh), Benedict Rahaus (77. Torben Tepper), Leon Scholochow (66. Hakim Ahmed Hikmat) - Trainer: Darijan Vlaski
Schiedsrichter: Adrian Miczuga
Tore: 1:0 Jakob Herrmann (16.)