
Auch im fünften Spiel unter der Leitung von Trainer René Lewejohann hat es Oberligist Rot Weiss Ahlen nicht schaffen können, die lang ersehnten drei Punkte zu holen.
Trotzdem macht der Auftritt Mut für die nächsten Aufgaben, denn bis zur 90 Minute konnte Ahlen ein 1:0 durch Bruno Soares halten, doch am Ende gelang Gievenbeck durch einen späten Distanzschuss von Klinke noch der Ausgleichstreffer. Vor allem defensiv und kämpferisch zeigten seine Spieler ein komplett anderes Gesicht, als zuletzt.
Bruno Soares und Mike Pihl sorgen für Stabilität
Personell konnte der Coach wieder auf seine wichtigen und erfahrenen Stützen Bruno Soares und Mike Pihl zurückgreifen. Beide sorgten nach ihren längeren Verletzungspausen für die nötige Stabilität in der Defensive, halfen dem Team mit ihrer Erfahrung und hielten den Laden hinten zusammen. "Bruno hat heute ein bärenstarkes Spiel gemacht. Mike Pihl hat heute geackert bis zu umfallen, konnte aber keine 90 Minuten durchspielen. Ich musste ihn da früh herausnehmen. Er hat aber alles herausgehauen" lobt er seine Rückkehrer. Ob es nicht etwas riskant war, ihn direkt in die Startelf zu bringen? :" Bruno war nach seiner Verletzung schon voll im Training, er hat das heute sehr gut gemacht. Er hat uns hinten als Taktgeber eine gewisse Stabilität hineingebracht. Er hat sich ins Spiel gekämpft und im Spielaufbau überzeugt"
Hendrik Rauf feiert sein Startelfeinsatz
Die größte Überraschung in der Startelf war Hendrik Rauf, in der Reihenfolge als dritter Keeper hinter Alexander Hahnemann und Walde vorgesehen, dazu noch der Physio des Teams feierte sein Startelf-Debüt. Nach unseren Informationen, soll er im Testspiel gegen Germania Ratingen eine gute Leistung gezeigt haben, sodass sich der Trainer bewusst dafür entschieden hat, ihn zu bringen. "Ich möchte den Wechsel nicht großartig kommentieren. Er hat heute eine gute Leistung auf dem Platz gebracht" wollte Rene Lewejohann den Wechsel nicht so hoch hängen.
Di Vinti vergibt die beste Möglichkeit
Das Spiel war geprägt von einer hohen Intensität, die Gastgeber liefen früh an und wirkten sehr motiviert in der Zweikampfführung. Gelungene Aktionen wurden von der Trainerbank und dem Team laut gefeiert. Die Spieler wurden bei gewonnen Duelle gepusht und wurden so im Laufe des Spiels immer sicherer. Im Kampf um den Ball war Ahlen Mitte der ersten Halbzeit deutlich vorne und lief Gievenbeck den Schneid ab.
Nach vorne hingegen spielte man es zu kompliziert oder die Bälle kamen nicht an den Mann. Die beste Ahlener Möglichkeit hatte Di Vinti, als er sich über die linke Außenbahn durchsetzte, dann aber an einer guten Parade von Eschhaus scheiterte. "Wir haben mutigen Fußball gespielt, haben uns gut hinten raus kombiniert, phasenweise auch ansehnlich gespielt. Unsere Defensive war weitestgehend stabil. Meine Mannschaft hat eine gute Balance zwischen dem spielerischen und den langen Bällen gefunden" zog Rene Lewejohann positive Aspekte aus der ersten Halbzeit hervor.
Gievenbeck meist aus der zweiten Reihe gefährlich
Die Chancendichte im ersten Durchgang war dagegen bei den Gästen, da sie oft vorne im letzten Drittel nicht an die stabil stehende Defensive der Ahlener vorbeikamen, suchten sie die Abschlüsse meist aus der zweiten Reihe, die aber oft sehr gefährlich und mit einer hohen Geschwindigkeit knapp vorbeirauschten. So ging ein strammer Schuss von Wiethölter vorbei(15.), ebenfalls verfehlte Keute aus rund 30 Metern(36.) und auch Witt zog aus der zweiten Reihe knapp daneben(45 + 2).
Gute 45 Minuten von Ahlen machen Hoffnung
Mit einem gerechten 0:0 ging es dann in die Halbzeitpause. Über weite Strecken war die Mannschaft gefestigter als sonst, hielt diesmal hinten die null und schafft es mannschaftlich geschlossen den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Glück hatten die Rot-Weißen kurz nach Wiederanpfiff. Der Linienrichter hob nach einer Freistoßsituation von Witt, der im Tor landete, die Fahne, der Treffer wurde aberkannt(51.). Hatte Ahlen in den ersten 45 Minuten noch weitestgehend die Kontrolle über das Spiel, wurde der Gast nun wieder aktiver und übernahm das Zepter. Den Schwung konnten die Spieler nicht mehr aus der Pause auf das Feld übertragen, waren indessen mit der Arbeit gegen den Ball beschäftigt.
Es kam nicht von ungefähr, dass jetzt Gievenbeck im Rückstand mehr investierte. In der 60. Minute musste Rauf gegen Witt den Winkel verkürzen(60.). Nur drei Zeigerumdrehungen später zog Witt nach einem Querpass von Makkar knapp vorbei(63.). Ahlen kämpfte weiter, war hellwach und hielt leidenschaftlich dagegen. Jeder Spieler arbeitete nach hinten mit, wenn einer mal pennte, dann reagierte der Coach an der Seitenlinie und machte denjenigen darauf, aufmerksam auch nach hinten zu arbeiten.
Kopfballtor von Bruno Soares sorgt für grenzenlosen Jubel
Die harte Arbeit sollte sich auszahlen. Bruno Soares nach einer Ecke nach vorne aufgerückt, brachte einen Eckball von Gucciardo per Kopf im Tor unter. Der anschließende Jubel fiel dementsprechend aus. Auf der Bank hielt es keinen mehr. Die Spieler schrien ihren Frust aus der Seele und bildeten vor der Trainerbank eine Jubeltraube. "Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass hier ein Standard das Spiel entscheiden könnte" merkte der Trainer an.
Debüt von Tawiah
Positiv auch das Debüt von Philimon Tawiah, der in der 75. Minute seine ersten Minuten im Ahlener Dress feierte. Er kam für den Torschützen Bruno Soares in die Partie. In der hart umkämpften Schlussphase ging es nur noch ums verteidigen, Schönspielerei war Fehlanzeige, die Mannschaft warf sich rein, ackerte und wollte unbedingt etwas Zählbares mitnehmen. Mit der Defensive war Ahlens Trainer auch weiterhin zufrieden, sah aber vorne Verbesserungsbedarf: "Wir hätten vorne etwas mutiger, klarer spielen können"
Spätes Gegentor von Klinke schickt Ahlen ins Tal der Tränen
Acht Minuten Nachspielzeit waren die Folge vieler kurzer Unterbrechungen. Der eingewechselte Heidbrink und Tawiah sollten im defensiven Mittelfeld abräumen. Holthaus rückte auf die Position von Bruno Soares in die Innenverteidigung." Verletzungsbedingt musste ich da Bruno aus dem Spiel nehmen. Er hatte Probleme mit dem Kreislauf" erklärt der Coach die Veränderung. In der Endphase des Spiels kam Gievenbeck zu keinen Möglichkeiten mehr, die letzten 20 Minuten ließ Ahlen nichts mehr zu. Es dauerte bis in die Nachspielzeit, als Gievenbeck nach einem Einwurf nah am Strafraum den Ball schnell zu Klinke brachte und der gedankenschnell die Kugel perfekt getroffen ins rechte untere Eck versenkte zum 1:1 (91.). Für den Trainer vermeidbar gewesen: "Da waren wir im Zentrum zu passiv, hinten links klären wir die Einwurfsituation nicht klar genug" Vom Zeitpunkt her mehr als ärgerlich, aber die Zuschauer haben heute gesehen, dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, die alles gegeben hat, auch wenn es für die drei Punkte nicht gereicht hat, war es ein kämpferischer solider Auftritt. "Am Ende stimmen Aufwand und Ertrag nicht überein. Wir hatten Phasen, wo wir den Deckel drauf machen konnten. Nichtsdestotrotz gilt es weiter hart zu arbeiten. Das Unentschieden ist am Ende aus meiner Sicht gerechtfertigt" zog der Trainer ein ehrliches Fazit."