
16 Gegentore in vier Saarlandliga-Spielen, beim SC Halberg Brebach scheint es ein massives Defensiv-Problem zu geben. Das Saarbrücker Stadtderby der nur zwei Kilometer auseinander liegenden Vereine hatte am Freitagabend einen deutlichen Sieger.
Das mit Spannung erwartete Saarbrücker Stadtderby zwischen Aufsteiger FV Bischmisheim und dem nur zwei Kilometer entfernten Nachbarn SC Halberg Brebach nahm am Freitagabend einen unerwarteten Verlauf. Die Gäste konnten zwar in die gute Anfangsphase der Gastgeber hinein die Führung durch einen verwandelten Foulelfmeter von Mario Pokar (8.) erzielen, doch danach war nur noch ein Team richtig auf dem Platz, nämlich das des FV Bischmisheim, der nun die Partie total dominierte.
Ein Doppelschlag von Rouven Osthoff (25.) und Julian Schwarz (28.) brachte die "Rehböcke" in Führung, was auch gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete. Ein weiterer Doppelschlag von Yves Oberhausen (58.) und Eric Fuhr (59.) brachte die frühe Entscheidung auf dem Kunstrasenplatz "Im Allmet". Dabei nahmen die Gastgeber Brebach direkt den Ball vom Anstoß weg ab und dribbelten sich bis zum Tor durch die wie benommen wirkende Gäste-Abwehr. Der fünfte Bischmisheimer Treffer durch Carsten Jüptner erstickte dann auch die letzte noch vorhandene Gegenwehr der Halberger. Das halbe Dutzend machte dann noch Oberhausen in der 81. Minute voll. Sein Schuss aus 20 Meter verdient den Zusatz "Traumtor".
FV-Trainer Jannik Schliesing sagte nach dem Spiel: "Wir waren nach dem Rückstand nicht geschockt. Das hat uns zwar nicht unbedingt in die Karten gespielt, aber wir hatten einen klaren Plan und haben davor ja auch schon das Spiel bestimmt. Wir haben sie hinten attackiert und sie in ihrer eigenen Hälfte eingeschnürt. Das sah richtig gut aus. Sie haben halt die Qualität, aus nichts was zu machen, das wussten wir. Ich bin der Meinung, dass es kein Elfer war. Wir haben direkt weiter Druck gemacht und alle Zweikämpfe gewonnen. Mit weniger könnten wir in der Liga auch nicht bestehen, wir müssen jeden Zweikampf annehmen. Das war heute kein außergewöhnlicher Sieg, weil wir das schon in den bisherigen Spielen so praktiziert haben. Es war auch nicht glücklich, denn wir haben sie klar dominiert. Beim Foul an Robin Mordiconi kurz vor Schluss beim Stand von 6:1 hätte es mehr als Gelb geben können. Aber beim FCS II am übernächsten Sonntag wird es ein ganz anderes Spiel. Die stehen zu Unrecht so weit hinten. Bei uns waren heute fast alle einsatzbereit und wenn Daniel Diener demnächst zurückkommt, sind wir komplett.
SCb-Trainer Günter Erhardt meldete sich am Samstagmorgen telefonisch: "Manchmal ist es besser, wenn man direkt nach einem Spiel nichts sagt, sonst sagt man aus der Erregung heraus was Falsches. Wir müssen uns intern noch über die zweite Halbzeit unterhalten. Wir haben zu viele Fehler gemacht, das wird auf diesem Niveau ausgenutzt. Wir haben zu viele Spieler, die sich dem Saarlandliga-Niveau anpassen müssen, weil wir viele Ausfälle haben. Da müssen manche junge Spieler noch reinwachsen. Das war schon in den bisherigen Spielen so, diesmal haben aber auch die erfahrenen Spieler nicht das gebracht, was sie können. Da geht das dann nach hinten los. Wir konnten nach der Führung nicht da weitermachen, kassieren da den ersten Doppelschlag. Wir müssen uns schnell anpassen, es kommen ja hoffentlich bald einige Spieler zurück. Gegen Herrensohr könnte Moritz Zimmer und Shakil Diallo dabei sein, bei Lukas Quirin bin ich skeptisch. Wir hatten Spieler bei der Deutschen Meisterschaft der AH in Berlin, einige haben am Mittwochbei mit der Ü32 gegen Auersmacher gespielt. Wenn sich die Spiele so häufen, wirkt sich das irgendwann mal aus".
Bischmisheim ist vor den restlichen Spielen des siebten Spieltags Dritter und fährt am Sonntag, 06. September zum 1. FC Saarbrücken II (17 Uhr, Kunstrasen am FC-Sportfeld, An der Saarlandhalle). Brebach ist Elfter, kann bis Sonntagabend aber noch einige Plätze einbüßen. Am Freitag, 04. September um 19 Uhr kommt der TuS Herrensohr um 19 Uhr zu einem weiteren Stadtderby an die Rosenstraße