Hassia-Stürmer Ilker Yüksel (rechts), hier im Spiel gegen Salmrohr, brachte die Binger zwar in Führung, doch am Ende sollte es wieder nicht zum Sieg reichen.	Foto: Edgar Daudistel
Hassia-Stürmer Ilker Yüksel (rechts), hier im Spiel gegen Salmrohr, brachte die Binger zwar in Führung, doch am Ende sollte es wieder nicht zum Sieg reichen. Foto: Edgar Daudistel

Oberliga: Hassia verfehlt das leere Tor

Hassia Bingen verliert in Engers 1:2 und hakt Aufstiegsrunde endgültig ab

ENGERS/BINGEN. Es läuft die 69. Minute im Oberligaspiel zwischen dem FV Engers und Hassia Bingen. Es steht nach Treffern von Ilker Yüksel (5.) und dem postwendenden Ausgleich durch Marian Kneuper (7.) 1:1. Marcel Radschuweit schickt mit einem schnell ausgeführten Freistoß Mahdi Mehnatgir auf die Reise. Der herauseilende Torwart Safet Husic wischt dem Hassia-Stürmer den Ball vom Fuß, jedoch genau vor die Füße von Munkyu Seo. Aus 16 Metern verfehlt der Koreaner jedoch das leere Tor. Dieser Moment ist die Schlüsselszene der Partie und steht symptomatisch für die Lage bei den Rheinhessen. Am Ende traten sie nach dem 1:2 durch Niklas Hermann die Heimreise an.

„Statt das 2:1 zu machen, kriegen wir es schließlich. Da ist die Ernüchterung natürlich riesig“, so Trainer Thomas Eberhardt. Wieder bewahrheitete sich, dass Fußball an sich ein einfaches Spiel ist und seine besondere Logik hat. Nutzt du selbst beste Chancen nicht, hast du am Ende keine auf den Sieg. Das habe sich am Freitag im Abschlusstraining überhaupt nicht abgezeichnet, so der Coach. „Da haben wir noch Abschlüsse gemacht, und Seo hat wirklich alle reingeschweißt.“ Dass die Binger beim Stand von 2:1 einen, wenn nicht drei Punkte vom Engerser Wasserturm mitgenommen hätten, darauf schworen hinterher alle Stein und Bein. Der 21-jährige Stürmer habe sich nach der Partie sogar entschuldigt, so Eberhardt, „dabei wissen wir alle, dass er es nicht mit Absicht gemacht hat.“

Die Binger hatten lange Zeit Mühe mit den Standards des FV, der mit seinen großgewachsenen Spielern auch nach weiten Einwürfen gefährlich war. „Da sind wir ab und zu geschwommen, weil wir den Ball immer zu kurz geklärt haben“, gab der Trainer zu. Rein fußballerisch sei die Performance insgesamt in Ordnung gewesen. Größter Schönheitsfehler: Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit standen die Binger wieder einmal mit leeren Händen da. Von außen betrachtet war es ein couragierter Auftritt, in dem sich die Hassia auch vom Fehlschuss nicht schocken ließ, allerdings schaltete Engers von da an gegen eine höher stehende Gäste-Defensive verstärkt auf Angriff, nutzte die Tiefen im Raum. Zweimal zeigte Torwart Ivan Tadic im Eins-gegen-Eins sein Können, parierte jeweils zur Ecke. Einmal rettete Shai Neal auf der Linie. In der 85. Minute dann doch der Treffer für die Gastgeber und damit die Entscheidung: Einen Vertikalpass aus der Mittelfeldzentrale durch die Schnittstelle zwischen Radschuweit und Sebastian Platten hindurch nahm Hermann auf und ließ Tadic keine Abwehrchance. Platz sechs ist bei nunmehr zehn Zählern Rückstand abgehakt. „Natürlich wissen wir, dass wir trotzdem Punkte sammeln müssen“, versichert der Trainer. Wieder einmal war die Hassia nahe dran. Das 1:2 in Engers ist eine unnötige Niederlage, die am Hessenhaus richtig weh tut. Im neuen Jahr werden in der Aufstiegs- wie in der Abstiegsrunde schließlich alle Zähler mitgenommen.

Hassia Bingen: Tadic – Roumeliotis, Radschuweit (86. Esmaieli), Platten – Vassiliou, Serratore (57. Neumann), P. Haag, Neal – Yakut – Seo (76. Mukamba), Yüksel (46. Mehnatgir).



Aufrufe: 021.11.2021, 17:00 Uhr
Jochen WernerAutor

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