Kein Team mehr: Thomas Eberhardt (links) wird in Zukunft ohne seinen Trainer-Assistenten Patric Muders auskommen. Foto: Daudistel
Kein Team mehr: Thomas Eberhardt (links) wird in Zukunft ohne seinen Trainer-Assistenten Patric Muders auskommen. Foto: Daudistel

Hassia trennt sich von Patric Muders

Fußball-Oberligist Bingen hat bereits einen neuen Co-Trainer gefunden +++ Und der ist nicht der einzige Neue am Hessenhaus

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Acht Punkte, nur zwei Siege und Platz zehn von zwölf sind nach sieben Partien nicht das, was sich Fußball-Oberligist Hassia Bingen vor dem Saisonstart mit einem aufgerüsteten Kader erträumte. Dazu kam die erschreckend schwache Vorstellung der Mannschaft, die sich nicht als solche präsentierte, am vergangenen Samstag beim 0:3 zuhause gegen den FV Engers. Nach der Partie wurde Tacheles geredet.

Konsequenz: Co-Trainer Patric Muders, für Trainingsinhalte und Spielformen zuständig, muss gehen. An seine Stelle tritt der bisherige Teammanager Patrick Krick. Dessen Posten wiederum wird Ercan Ürün übernehmen, früher wie Krick in Diensten von Eintracht Bad Kreuznach. Die Mannschaft wurde vor dem Training am Montagabend informiert.

Patrick Krick übernimmt das Amt des Co-Trainers.
Patrick Krick übernimmt das Amt des Co-Trainers.

Die Hassia hat damit genauso reagiert wie vor zwei Jahren, als mit Thomas Schwarz ebenfalls der zweite als erster Mann gehen musste. Wenige Wochen nahm damals Chefcoach Dimitri Mayer freiwillig seinen Hut. Zwei Siege aus 15 Begegnungen waren zu wenig. Auf Mayer folgte Thomas Eberhardt. Der wiederum holte kurz darauf in dem damals 47-jährigen, lizenzierten Fußballlehrer Muders seinen Schwager als erwiesenen Fachmann zurück an dessen alte Wirkungsstätte am Hessenhaus. Soweit die Historie.

"Die Mannschaft hat zu keiner Phase Lösungen gefunden", hatte der Sportliche Leiter, Klaus Schuster, nach dem Engers-Spiel noch enttäuscht den Kopf geschüttelt. Muders hatte von der Bank aus nach Meinung vieler Experten und Aktiven nicht ins Spiel eingegriffen, den Spielern eben keine Hinweise gegeben. "Es ist nichts Spektakuläres. Patric Muders hat viel für den Verein getan. Vielleicht hat er nicht gemerkt, dass er sich mit vielen Dingen selbst überfordert hat", so Vereinspräsident Oliver Wimmers, der aber auch klar sagt: "Wir sind in einer Phase, in der es geboten ist zu handeln."

Das Gute an der aktuellen Situation: Anders als vor zwei Jahren, als die Binger im November in der Tabelle fast schon aussichtslos zurücklagen und abzusteigen drohten, ist die Aufstiegsrunde der ersten Sechs im Herbst 2021 noch locker zu erreichen. Schon mit einem Sieg am heutigen Mittwochabend bei der SG Mülheim-Kärlich (Anpfiff 19.30 Uhr) könnte sich das Team im besten Fall selbst dorthin hieven.

Tabellenführer Eintracht Trier ist dagegen schon deutlich enteilt, hat bei einer Partie weniger bereits sieben Zähler mehr auf dem Konto. Und auch der unmittelbare Nachbar aus Waldalgesheim grüßt nach einem knappen Drittel der Runde bereits mit sechs Punkten mehr auf der Habenseite.

Ercan Ürün wird neuer Teammanager der Hassia.
Ercan Ürün wird neuer Teammanager der Hassia.

In der laufenden Spielzeit hat die Hassia bislang Konstanz vermissen lassen, sich das Leben immer wieder selbst schwer gemacht, spielerisch nie überzeugt. Die einzigen Ausnahmen: Das 3:3-Unentschieden gegen den FCK-Nachwuchs nach 0:2-Rückstand und der verdiente 2:1-Erfolg bei der TuS Koblenz im Oberwerth vier Tage später, bei dem in den ersten acht Minuten die Weichen gestellt wurden.

Aber auch die Koblenzer sind aktuell weit vom Glanz früherer Tage entfernt, liegen punktgleich mit der Hassia nur auf Rang neun. Dass zuletzt nur knapp über 100 Zuschauer in Büdesheim waren, von denen auch noch ein Großteil aus Engers kam, spricht Bände.

Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht, muss das tun, was ihr zuletzt zu selten gelang: Sie muss liefern. Unabhängig davon, wer aufläuft. Dass der zurückgekehrte Julian Hohns den Rot-gesperrten Marcel Radschuweit ersetzt, gilt als sicher. Die Rekonvaleszenten Patrick Haag, Felix Kosek und Antonio Serratore fehlen weiterhin.

Am Samstag kommt dann mit dem TSV Emmelshausen das aktuelle Schlusslicht ans Hessenhaus. Danach stehen zum Abschluss der Hinrunde das Derby in Waldalgesheim und die Partie gegen den Klassenprimus aus Trier an. Und Mülheim-Kärlich? "Wir wollen von dort auf jeden Fall etwas mitbringen, einen Punkt als Minimum", sagt Eberhardt, gibt sich kämpferisch und verlangt "einfachen Fußball" zu spielen, dazu Einstellung und Leidenschaft von der ersten Minute bis zum Abpfiff zu zeigen.

Aufrufe: 022.9.2021, 18:30 Uhr
Jochen WernerAutor

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