
Gleich auf zehn Positionen veränderte Hürths Trainer Nico Beck seine Mannschaft im Vergleich zum Wochenende – und der SV Weiden kegelte dank taktisch starken Leistung den Favoriten sensationell mit 3:1 aus dem Wettbewerb. Grün-Weiss Brauweiler bestrafte eine defensive Unachtsamkeit des SC Elsdorf eiskalt zum 1:0-Arbeitssieg.
Ein individueller Fehler im Aufbauspiel kostete den SC Elsdorf die Chance auf das Endspiel. In einem engen Halbfinale behauptete sich der favorisierte SV Grün-Weiss Brauweiler am Ende verdient.
In einem Duell zweier Aufstiegsaspiranten hat sich die Abgeklärtheit des Landesligisten durchgesetzt. Vor 160 Zuschauern unterlag der SC Elsdorf dem SV Grün-Weiss Brauweiler mit 0:1 und verpasste damit den Einzug in das Endspiel des Kreispokals Rhein-Erft. Damit endete die Erfolgsserie der Mannschaft von Dustin Tesch, die in der Bezirksliga zuletzt bis auf den zweiten Tabellenplatz vorgeprescht war.
Beide Trainer nutzten die Partie, um ihre Formationen mit Blick auf den entscheidenden Saisonverlauf in der Liga zu verändern. Dustin Tesch rotierte beim SC Elsdorf auf sechs Positionen, während sein Gegenüber Tuna Bilgin beim Tabellendritten der Landesliga sogar sieben Änderungen in der Startelf vornahm. Die Partie entwickelte sich zunächst zu einem ausgeglichenen Kräftemessen. Elsdorf agierte gegen den klassenhöheren Gegner über weite Strecken mutig und auf Augenhöhe.
Der entscheidende Moment der Begegnung ereignete sich kurz nach der Stundenmarke. Unmittelbar nach einem Torwartwechsel bei den Gastgebern – Lennard Hövel ersetzte in der 62. Minute den verletzten Jonas Ruppert – unterlief der Elsdorfer Hintermannschaft ein folgenschwerer Fehler. Ein Rückpass zum Torwart geriet zu kurz, Nick Brisevac antizipierte die Situation gedankenschnell, spitzelte den Ball am herauseilenden Hövel vorbei und schob zum 0:1 (63.) ein.
In der Schlussphase ging Elsdorf mehr und mehr ins Risiko, doch Brauweiler ließ kaum Gelegenheiten zu. So blieb es beim knappen Erfolg für den Favoriten, der damit die jüngste Niederlage in der Landesliga vergessen machte.
„Es war ein sehr enges Spiel auf Augenhöhe, das letztlich durch einen brutalen individuellen Fehler von uns entschieden wurde. Wir spielen vor dem eigenen Tor quer, Brisevac läuft dazwischen und schiebt den Ball mit einem Kontakt über die Linie. Dennoch war es aufgrund der Spielanteile in der zweiten Halbzeit und besonders in den letzten 20 Minuten am Ende ein verdienter Sieg für Brauweiler. Glückwunsch an dieser Stelle an den Gegner. Für uns ist es natürlich extrem schade, denn wir wären sehr gerne ins Endspiel eingezogen“, bilanzierte Elsdorfs Trainer Dustin Tesch nach Abpfiff.
Für beide Mannschaften richtet sich der Fokus nun wieder auf den Aufstiegskampf. Während der SC Elsdorf am Sonntag zum Abstiegskandidaten SC Germania Erftstadt-Lechenich reist, empfängt Grün-Weiss Brauweiler den SV Schlebusch.
Der Underdog triumphiert: Während der FC Hürth im Halbfinale fast seine komplette Elf austauschte, nutzte der SV Weiden die Gunst der Stunde. Ein verdienter Sieg führt den Bezirksligisten ins Finale.
Im Kreispokal des Rhein-Erft-Kreises ist die Überraschung perfekt. Der SV Weiden hat den klassenhöheren FC Hürth mit 3:1 besiegt und damit das Ticket für das Endspiel gelöst. Der Tabellensechste der Bezirksliga bestrafte die personellen Experimente des Landesliga-Spitzenreiters, der den Fokus bereits auf den anstehenden Aufstiegskampf gerichtet hatte.
Hürths Trainer Nico Beck schickte eine Formation auf den Platz, die im Vergleich zum letzten Ligaspiel auf gleich zehn Positionen verändert war. Einzig Felix-Benedict Neuhäuser verblieb in der Startelf. Weiden wusste diese Rotation früh zu nutzen. In der 26. Minute bediente Joel Marenzi mit einem langen Ball Tim Pfeiffer, der am Sechzehner sträflich viel Platz genoss. Mit einem Lupfer überwand er Keeper Julian Mehl zur frühen Führung für den Außenseiter.
Die Gäste reagierten und kamen noch vor der Pause zurück ins Spiel. In der 36. Minute entschied Schiedsrichter Moritz Weyer nach einem Foulspiel auf Strafstoß für den Landesligisten. Neuhäuser trat an und verwandelte mit einer Portion Glück: Weidens Schlussmann Patrick Magnani hatte die Ecke geahnt und war am Ball, doch das Leder rutschte ihm unter den Armen hindurch zum 1:1-Ausgleich über die Linie.
Nach dem Seitenwechsel blieb die erwartete Dominanz des Tabellenführers jedoch aus. Stattdessen schlug Weiden in der 57. Minute erneut zu. Nach einer Ecke von links durch Marenzi stieg Niklas Boedts am höchsten und köpfte den Ball an den Pfosten und ins Netz. Hürth versuchte mit mehreren Wechseln gegenzusteuern, doch die Defensive der Hausherren hielt dem Druck stand. Zehn Minuten vor dem Ende sorgte ein Standard für die Vorentscheidung. Der eingewechselte Sebastian Kratz zirkelte einen direkten Freistoß aus aussichtsreicher Position über die Mauer in das rechte untere Eck zum 3:1-Endstand.
Weidens Trainer Adrian Student zeigte sich nach dem Coup hochzufrieden: „Wir sind natürlich überglücklich, dass wir das Finale erreicht haben – damit hat im Vorfeld wohl kaum jemand gerechnet. Ich hatte der Mannschaft schon vor dem Anpfiff gesagt, dass wir mutig auftreten und unsere Stärken sowie echte Spielfreude auf den Platz bringen wollen. Genau das haben die Jungs heute konsequent umgesetzt. Meiner Meinung nach haben wir am Ende auch verdient gewonnen, auch wenn Hürth ein enorm starker Gegner war, der nicht ohne Grund in der Landesliga ganz oben steht. Sie sind zwar mit einigen Jugendspielern aufgelaufen, aber so eine Qualität muss man erst einmal schlagen. Jeder war für den anderen da, der unbedingte Siegeswille war in jeder Sekunde spürbar. Es war beeindruckend zu sehen, was wirklich in dieser Mannschaft steckt, und das erfüllt mich mit großem Stolz. Jetzt ist erst einmal ein bisschen Feiern angesagt, bevor am Sonntag mit Düren bereits die nächste wichtige Aufgabe vor der Tür steht.“
Während der SV Weiden am Sonntag in der Liga gegen den Tabellenführer SG Türkischer SV Düren nachlegen will, muss der FC Hürth die Niederlage schnell abschütteln. Für den Landesligisten geht es im Heimspiel gegen den SC Fliesteden darum, den Vorsprung an der Tabellenspitze zu wahren.