2025-12-03T05:51:34.672Z

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Ein Gegner erhebt schwere Vorwürfe gegen den TV Fredeburg.
Ein Gegner erhebt schwere Vorwürfe gegen den TV Fredeburg. – Foto: David Zimmer

Bezirksligist fühlt sich von Gegner "getäuscht" – Gericht fällt Urteil

Eine kurzfristige Spielabsage von Anfang Oktober sorgt nun für mächtig Ärger in Südwestfalen.

Drei Tage vor seiner Austragung wurde die Begegnung des 9. Spieltags der Bezirksliga Staffel 4 zwischen dem TV Fredeburg und dem VfL Bad Berleburg abgesagt. Der Grund: Die Stadt Schmallenberg hatte den Platz wegen eines Platzschadens vorläufig gesperrt. Doch es scheint, dass sich mehrere Ungereimtheiten in das Absage-Prozedere eingeschlichen haben. Davon sind jedenfalls die Verantwortlichen des VfL Bad Berleburg überzeugt, die in einem Schreiben an Staffelleiter Michael Ternes Beschwerde gegen die Spielabsage eingelegt haben und eine Spielwertung zugunsten des VfL anstreben. Dies berichtete zuerst die "Siegener Zeitung".

Wie es in dem Schreiben, das von Berleburgs 1. Vorsitzenden der Fußballabteilung Louis Lauber und Sportlichem Leiter Kai-Philipp Dengler unterzeichnet ist, heißt es, dass der TV Fredeburg durch seinen Betreuer Alexander Rager bereits am 1. August, 18. August und 18. September mit der Bitte nach einer Spielverlegung Dengler kontaktiert habe – zuerst "ohne Angabe von Gründen". Bad Berleburg sagte Fredeburg am 12. August allerdings "auf Grund von Schichtarbeit und Urlaub einiger Spieler" schriftlich ab. Auch weitere Verlegungsversuche auf den 2. Oktober durch TV-Kapitän Maximilian Steringer am 24. September und den Sportlichen Leiter Christian Witte am 25. September blieben erfolglos. Wie der VfL in seinem Statement schreibt, sei Witte selbst darüber entsetzt gewesen, dass man an jenem Wochenende nicht in der Lage war, eine Mannschaft stellen zu können, da sich ein überwiegender Teil der Mannschaft über das lange Woche (Tag der deutschen Einheit am Freitag) auf Stammtischfahrt befand.

Am 2. Oktober, also drei Tage vor Anpfiff, erreichte Bad Berleburg schließlich die Meldung, dass der Kunstrasenplatz am Sauerlandbad, der eine Woche zuvor erst eingeweiht worden war, durch die Stadt Schmallenberg gesperrt sei und das Spiel auf den 14. November verlegt wurde. Noch am selben Abend bot Kai-Philipp Dengler dem TV vergebens einen Heimrechttauscht an. "Das ist der chronologische Ablauf der Ereignisse", so der VfL Bad Berleburg. "Hinzu kommen diverse Ungereimtheiten, die uns weiter stutzig gemacht haben."

"Fühlen uns bewusst getäuscht"

So soll die Stadt Schmallenberg einen Tag nach der Platzsperrung auf ihrer Homepage offiziell mitgeteilt haben, dass der Kunstrasen wieder freigegeben sei. Diese Mitteilung wurde kurz darauf wieder gelöscht, der VfL hat aber Screenshots davon an Staffelleiter Ternes weitergeleitet und die Stadt Schmallenberg zudem um den Nachweis der durchgeführten Reparatur am Platz gebeten. Darüber hinaus, soll laut Angaben der Berleburger die offizielle Platzsperrung vom 2. Oktober durch die Stadt Schmallenberg von Jannik Schneider, einem aktiven Spieler der Fredeburger Reserve, unterzeichnet worden sein. Besonders brisant: Schneider soll nach VfL-Informationen bereits einen Tag zuvor in den Urlaub gegangen sein. Zudem posteten einige Fredeburger Spieler Bilder von der Stammtischfahrt auf den Cannstatter Wasen in Stuttgart auf Social Media und saßen dabei neben Spielern eines benachbarten Vereins des VfL Bad Berleburg, was den Verantwortlichen gar nicht gefiel.

"Diese Tatsachen haben sich wie blanker Hohn angefühlt", heißt es im Schreiben des VfL. "Wir haben uns zunächst gegen einen Einspruch und eine Beschwerde entschieden, da wir einen mehr als großen Zufall zumindest für möglich gehalten haben. Nach den uns vorliegenden Informationen müssen wir diese Option mittlerweile aber ausschließen. Wir sind enttäuscht vom Vorgehen des TV Fredeburg. Wir fühlen uns bewusst getäuscht. Wer unseren Verein und die beteiligten Charaktere kennt, weiß, dass wir für Spielverlegungen immer offen sind. Durch Polizeibeamte und Schichtarbeiter ist das in unserem Fall leider nicht immer möglich. Die Reaktion auf eine Nicht-Zustimmung sollte es aber nicht sein, zu unlauteren Mitteln zu greifen." Zudem sprechen Louis Lauber und Kai-Philipp Denger von "sarkastische(n) und ironische(n) Reaktionen im Stadtgebiet Schmallenberg auf die Spielabsage."

Der Kunstrasenplatz im Sportzentrum am Sauerlandbad in Schmallenberg-Bad Fredeburg. Seine kurzzeitige Sperrung sorgt nun für Ärger.
Der Kunstrasenplatz im Sportzentrum am Sauerlandbad in Schmallenberg-Bad Fredeburg. Seine kurzzeitige Sperrung sorgt nun für Ärger. – Foto: David Zimmer

Auf Nachfrage von "match-day.de" erklärt Fredeburgs Sportlicher Leiter Christian Witte: "Ich kann diese Vorwürfe nur ganz entschieden zurückweisen. Es lagen Schäden in der Sportplatzumrandung vor, woraufhin wir den Platz nach Rücksprache mit der Stadt Schmallenberg gesperrt haben. Anfang der Woche wurden die Schäden durch einen Fachunternehmer beseitigt, woraufhin am Freitag, den 10. Oktober, im Beisein des Vorstandes des Fußballkreises Hochsauerland die Platzabnahme erfolgt ist. Diese mitsamt der Bescheinigung über die ausgeführten Arbeiten des Fachunternehmers haben wir anschließend per E-Mail sowohl dem Fußballkreis Hochsauerland als auch Bezirksliga-Staffelleiter Michael Ternes zukommen lassen.“

Die "Westfalenpost" horchte zusätzlich bei Mathias Gerlach, Vorsitzender des Fußballkreises Hochsauerlandkreis, nach. Der wollte sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, obwohl man als Fußballkreis mit diesem Verfahren nichts zu tun habe. Christian Schubert, FLVW-Pressesprecher, verwies auf die Zuständigkeit des Bezirkssportgerichts. Die Stadt Schmallenberg ließ eine Anfrage der "WP" bislang unbeantwortet.

Update, 16. Oktober:

Mittlerweile hat sich die Stadt Schmallenberg zu der Causa Fredeburg geäußert. Auf Nachfrage der "Westfalenpost" teilte man am Mittwochnachmittag (15. Oktober) mit, dass aktuell die Aufklärung des Sachverhalts laufe. "Die Sperrung eines Sportplatzes ist nicht selten und kann insbesondere im Winter auch an vielen Tagen geboten sein. Sie ist jedenfalls für die Stadt keine Entscheidung von besonderer Tragweite und wird regelmäßig von der zuständigen Abteilung oder auch dem zuständigen Mitarbeiter getroffen." Bislang sei dies "unproblematisch" gewesen, jedoch gäben die "im aktuellen Fall aufgeworfenen Fragen Anlass, das Verfahren zu prüfen". Über den Schaden am neu installierten Kunstrasen habe man Bescheid gewusst. "Nach der offiziellen Inbetriebnahme am 28.09.25 informierte der TV Fredeburg über festgestellte Schäden, die die Bespielbarkeit des Platzes in Frage stellten", so die Stadt Schmallenberg weiter.

Wie die Lokalzeitung weiter berichtet, hat sich der TV Fredeburg einen Rechtsanwalt genommen. FLVW-Pressesprecher Christian Schubert bestätigte zudem, dass es am Bezirkssportgericht 4 zu einem Verfahren kommen wird. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

Update, 14. November:

Nun ist auch klar, wie es mit dem Fall weitergeht. Die Bezirkssportgericht 4 unter dem Vorsitzenden Rolf Lehmann hat entschieden, dass die drei Punkte auf sportlichem Wege verteilt werden. "Wie erwartet wurde die Klage abgelehnt. Ein Termin für das Nachholspiel steht noch nicht fest", erklärt Fredeburgs Sportlicher Leiter Christian Witte auf Nachfrage der "Westfalenpost". Das Sportgericht habe in der Causa keine Handhabe gesehen, da der Platz offiziell von der Stadt Schmallenberg gesperrt worden war. Die Klage des VfL Bad Berleburg ist deshalb abgewiesen worden. Berleburgs Sportlicher Leiter Kai-Philipp Dengler betonte in der "Siegener Zeitung", dass man nun ein Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen wolle. An ihre Sichtweise habe sich aber grundlegend nichts geändert. "Uns liegen nach wie vor keine neuen Informationen vor, durch die sich die Sachlage anders darstellt als bisher. Auch vom Sportgericht ist weder uns Recht gegeben worden noch Fredeburg."

Aufrufe: 014.10.2025, 15:55 Uhr
redAutor