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Interview

Bezirksligist Eberhardsberg? »Klassenerhalt die Zielsetzung«

Christoph Schätzl, Spieler und Sportlicher Leiter der Borussen, im Interview...

von Helmut Weigerstorfer · 18.07.2024, 07:00 Uhr · 0 Leser
Eberhardsberg um Hajo Weidinger (am Ball) gehörte in den vergangenen Kreisliga-Spielzeiten zu den Spitzenteams. Auch heuer?
Eberhardsberg um Hajo Weidinger (am Ball) gehörte in den vergangenen Kreisliga-Spielzeiten zu den Spitzenteams. Auch heuer? – Foto: Robert Geisler

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Sucht man nach Meisterschaftsaspiranten in der Kreisliga Passau, kommt man an der DJK Eberhardsberg nur schwer vorbei. Mit zwei dritten Plätzen in den vergangenen beiden Spielzeiten erarbeiteten sich die Borussen dieses Status. Zumindest von außen betrachtet. Und die Innensicht zu dieser Rolle? Dazu äußert sich Christoph Schätzl, Spieler und Sportlicher Leiter, im FuPa-Interview...

Christoph, zu Beginn gleich eine steile These: Nach zwei dritten Plätzen hintereinander ist in dieser Spielzeit die DJK Eberhardsberg dran - der Bezirksliga-Aufstieg ist die logische Konsequenz der vergangenen Jahre und mehr als nur möglich...
Wir tun gut daran, auf dem Boden zu bleiben. Die vergangenen beiden Spielzeiten waren die besten in der 51-jährigen Vereinsgeschichte. Selbstverständlich sind wir stolz auf diese Leistung. Wir werden aber auch zur neuen Saison wieder den Klassenerhalt als Zielsetzung ausrufen: Nichts anders wird es in Eberhardsberg geben. Wir sind ein kleines Dorf mit schätzungsweise 300 Einwohnern und die Kreisliga ist jedes Jahr ein Geschenk für uns. Wir als Verein oder Mannschaft haben keinerlei Druck, dass wir unbedingt auf die Bezirksebene müssen. Selbstverständlich möchten wir mit unseren Möglichkeiten das Maximale herausholen. Nichtsdestotrotz wissen wir aber sehr wohl, woher wir kommen und was für uns als Verein wichtig ist.

Wenn Du kurz in dich gehst und daran denkst, dass die Borussen mit Nachdruck an das Tor zur Bezirksliga klopfen, welche Gedanken schießen Dir da durch den Kopf: Überrascht Dich diese Entwicklung und habt Ihr genau darauf hingearbeitet?
Nein, in keinster Weise. In Eberhardsberg ticken die Uhren noch anders. Die vergangenen Jahre haben sich, teilweise auch zufällig, Türen aufgemacht, welche wir durchschritten haben. Einen Rundumplan gab es aber nie. Mit der Zeit hat sich einfach was entwickelt!

2017/2018 war die DJK noch A-Klassist. Vorher war "nur" die Kreisklasse das höchste der Gefühle. Was ist seitdem geschehen? Warum zählt Eberhardsberg inzwischen zu den Top-Teams des Bayerwaldes?
Ich kann nur über den Zeitraum berichten, seitdem ich 2018 im Verein bin. Angefangen hat alles mit Christoph Bartl, der sich nach unserer gemeinsamen Zeit beim SV Hutthurm als Trainer ausprobieren wollte. Chris wohnte zu dieser Zeit 20 Meter vom Sportplatz entfernt. Zudem war ihm und auch mir klar, dass wir irgendwann zu unserem Heimatverein zurückkehren. Nachdem ich mitbekommen habe, dass Chris nach Eberhardsberg geht, sprach mich Vereinschef Arnold Flexeder im Fitnessstudio an, ob ich nicht auch Lust hätte, wieder nach Eberhardsberg zu kommen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich innerhalb Sekunden geantwortet habe: Ja, ich komm auch. Beruflich war ich dann zweieinhalb Jahre in Dachau, weswegen sich das für mich einfach angeboten hat.

Übrigens: Ich zähle uns nicht zu den Top Teams… Man muss sich immer vor Augen halten, dass wir in der drittuntersten Liga spielen. Es ist aber natürlich eine schöne Bestätigung, wenn das sportliche passt...

Der ehemalige Hutthurmer Landesliga-Spieler Christoph Schätzl ist nicht nur Leistungsträger, sondern auch Sportlicher Leiter.
Der ehemalige Hutthurmer Landesliga-Spieler Christoph Schätzl ist nicht nur Leistungsträger, sondern auch Sportlicher Leiter. – Foto: Karl-Heinz Hönl


Eberhardsberg ist inzwischen "berühmt" für seine Transferkracher - Beispiele: Martin Knödlseder, Christoph Schätzl, Manuel Karl, Tobias Krenn. Erzähl uns doch mal, wie man an solche Hochkaräter kommt und wie man sie von einem gemeinsamen Weg überzeugt.
Diese sogenannten Transferkracher haben irgendwie einen Bezug oder Kontakt zu Eberhardsberg. Martin Knödlseder beispielsweise hat bereits von seiner Bezirksligazeit in Eberhardsberg gespielt. Vasic, Krenn (ist auch der Schwager von Arnold) und Karl haben allesamt mit mir in der Jugend bzw. in Hutthurm gespielt. Man kannte sich also zuvor bereits. Da tut man sich selbstverständlich leichter, als mit einem Unbekannten.

Bis auf die Rückkehr von Torsten Bauer blieb es in Sachen Neuverpflichtungen in diesem Sommer noch ruhig. Kommt noch was? Auf welchen Positionen besteht noch Handlungsbedarf?
Wie bereits erwähnt, ist es nicht unser Ziel, auf Bezirksebene zu gelangen. Wir sind glücklich, wie es läuft und wollen auch eine gewisse Konstanz reinbringen. Mehr Neuverpflichtungen hat man nach dem Abgang von Maxi Meier nicht benötigt. Wir sehen uns für die Kreisliga gut aufgestellt mit dem bestehenden Kader. Darum wird es auch keine weiteren Verpflichtungen geben.

Welchen Fokus legt ihr auf die Reserve, die vergangene Saison erstmals eigenständig in der A-Klasse angetreten ist - aber "nur" Vorletzter wurde?
Wir haben vergangenes Jahr innerhalb der zweiten Mannschaft abgestimmt, wo sie spielen möchten. Die Mehrheit war für die erstmalige Anmeldung in der A-Klasse. Es war uns von vornherein klar, dass die A-Klasse eine andere Liga als die Reserverunde sein wird. Der Tabellenplatz war hierbei eher zweitrangig. Für jede Reservemannschaft ist es schwierig, wenn in der Ersten Ausfälle auftreten, weil dann trifft dies natürlich immer die zweite Mannschaft. Wenn man aber die vergangene Saison Revue passieren lässt, wären aber trotzdem mehr Punkte drin gewesen. Ich bin mir sicher, dass diese Saison erfolgreicher sein wird. Ziel ist es nach wie vor, möglichst viele Spieler aus der zweiten Mannschaft in die Erste zu integrieren.

Wie schätzt Ihr die diesjährige Kreisliga Passau ein - im Vergleich zur Vorsaison? Wer wird vorne mitmischen?
Schwierig, hier eine Prognose abzugeben. Es sind viele neue Vereine dabei. Ich glaube, dass die ohnehin gute Kreisliga noch enger zusammenrückt. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen Salzweg, Hofkirchen und Perlesreut.

Vielen Dank für das Gespräch - und alles Gute für die Zukunft!