2024-05-29T12:18:09.228Z

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Blickt noch leicht skeptisch drein: Planigs Trainer Christoph Schenk.	Foto: Mario Luge
Blickt noch leicht skeptisch drein: Planigs Trainer Christoph Schenk. Foto: Mario Luge

Bezirksliga: Winterbacher bleiben dran

Michael Minkes Mannschaft meistert die Hürde Weinsheim +++ Planig sichert Klassenverbleib +++ Wichtiges Waldböckelheimer Remis

REGION. Auch nach dem drittletzten Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Nahe hält der Zweikampf an der Spitze an. Primus FC Schmittweiler-Callbach feierte bei Absteiger Bollenbacher SV einen 8:0-Kantersieg und verteidigte seinen Zwei-Punkte-Vorsprung. Verfolger Winterbach hatte im Derby bei der SG Weinsheim die deutlich höhere Hürde zu nehmen – 2:1. Die TSG Planig hat sich durch einen knappen Erfolg gegen die Idar-Obersteiner Verbandsliga-Reserve endgültig den Ligaverbleib gesichert. Auch die SG Guldental/SG Guldenbachtal bleibt der Liga trotz einer 0:2-Pleite gegen Nahbollenbach erhalten. Weiter zittern muss der TuS Waldböckelheim nach dem Remis im Kellerduell beim SV Niederwörresbach.

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80 Zuschauer sahen keinen fußballerischer Leckerbissen. „Der Hartplatz in Birkenfeld war katastrophal“, konstatierte Jörn Zillmann, Torwächter und Sportlicher Leiter der SG. Beide Teams erspielten sich kaum Möglichkeiten. Zillmann bezifferte das Chancenverhältnis auf 3:3. „Im Vergleich zu den Vorwochen, wo wir nicht so gut gespielt haben, bin ich mit unserer Einstellung zufrieden. Wir haben 90 Minuten alles reingefeuert und nicht viel zugelassen. Vielleicht ist es nicht immer unsere Stärke, kämpferisch da zu sein – aber das haben wir heute Gott sei Dank hingekriegt.“ Zillmanns Mitspieler zeigten keinerlei Scheu, die Kugel zur Not auch mal hoch und weit aus der Gefahrenzone zu schlagen. „Wenn wir doch mal Fußball gespielt haben, ist der Ball versprungen“, sagte der 30-Jährige. Die beste Gelegenheit vergab Marvin Hendricks, als er aus 17 Metern den Kasten verfehlte (80.). In der ersten Hälfte kamen die Kombinierten, die personell gerupft mit nur zwei Auswechselspielern zum früheren Oberligisten gereist waren, maximal zu zwei Halbchancen. Fazit: „Wir können mit dem Punkt gut leben.“ Ein Sonderlob heimste Zehn-Tore-Stürmer Dominik Gerhardt ein, der in die Innenverteidigung beordert worden war – und dort ein Klasse-Spiel machte.

Niklas Herrmann (80.) und Timon Schreiner (84.) sorgten mit späten Treffern für die Heimpleite der SG, die in der 89. Minute durch Marvin Matthiae noch einen Elfer neben den Kasten setzte – zuvor war Matthiae gefoult worden. „Wir haben sehr defensiv agiert, wenig zugelassen – und im Finish leider zwei vermeidbare Treffer kassiert“, analysierte Selim Darcan, Sportlicher Leiter der SG. „Ansonsten war es ein verdienter Sieg für Nahbollenbach vor 100 Zuschauern.“ In der zweiten Halbzeit hatten Julian Wolf (65.) und Matthiae (78.) noch weitere gute Möglichkeiten ausgelassen.

Spielertrainer Simon Schmidt brachte die Gäste in der 17. Minute in Führung, aber nur 14 Minuten später schaffte Julian Gräff den Ausgleich (31.). „Wir sind verdient in Führung gegangen und haben dann ein unnötiges Gegentor nach einem Standard kassiert“, machte Schmidt deutlich. „In der zweiten Halbzeit hatten wir die besseren Chancen. Aber wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir noch einen Treffer gefangen hätten.“ Dennoch überwiege der Ärger über die eigenen vergeben Möglichkeiten zwischen der 60. und 75. Minute und mit dem Schlusspfiff.

Elias Pfenning (6., nach einer feinen Kombination durchs Mittelfeld und einem langen Ball hinter die Kette) und Henry Schneberger (49., Foulelfmeter nach Foul an Kapitän Jonas Kunz) brachten den SVW in Führung. Für die SG reichte es vor 250 Fans nur noch zum Anschlusstreffer durch Robin Kuehner, nachdem die SG einmal hoch gepresst hatte und Kuehner aus 16 Metern nur noch ins leere Tor einschieben musste (62.). „Wir hatten eine sehr gute Anfangsphase“, rekapitulierte Winterbachs Coach Michael Minke. „Danach war Weinsheim besser im Spiel – aber ohne zwingende Chancen.“ Die Gäste ließen kurz vor der Pause ein dickes Ding durch Sebastian Weingarth nach tollem Seitenwechsel über rechts aus. In der Halbzeit stellte Minke taktisch um, um Weinsheim hinten unter Druck zu setzen. Erfolgreich. „Nach dem 2:0 hatten wir das Gefühl, dass das Spiel ruhig läuft, aber leider gab es einen Patzer unseres Keepers zum 1:2“, so Minke. „Dadurch wurde es eine spannende Schlussphase – mit mehr Chancen für uns.“ Herausragend waren beim SVW die Sechser Luis Becker und Jonas Kunz. SG-Coach Detlev Christmann ärgerte sich: „Zu Beginn beider Halbzeiten haben wir jeweils einmal gepennt. Die Gäste haben daraus zwei Tore gemacht, ohne dass sie ein tolles Spiel abgeliefert hätten – das ist halt auch eine Qualität. Ansonsten würde ich sagen, dass wir spielerisch nicht unterlegen waren – aber im letzten Drittel einfach zu umständlich und zu harmlos.“ Dem Elfer der Gäste sei ein harmloser Ball in den 16er vorausgegangen. „Unser Verteidiger Justus Klöckner hat auf den Ball gewartet anstatt einen Schritt drauf zuzumachen. Pfenning hat den Kontakt gesucht – und ihn gekriegt.“

„Idar hat in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Serie hingelegt und vor allem offensiv eine ordentliche Wucht“, betonte TSG-Coach Christoph Schenk. „Der Plan war deshalb, den Gegner hoch anzulaufen und permanent zu nerven, um sie erst gar nicht ins Spiel kommen zu lassen.“ Und diese Taktik ging vor 80 Zuschauern prima auf. Idar hatte nicht wirklich Lust, sich dagegen zu wehren. „Wir haben somit über 90 Minuten nur eine einzige Torchance zugelassen“, so Schenk. „Selbst konnten wir uns zahlreiche Chancen erspielen, unsere Chancenverwertung war wie schon in den vergangenen Wochen allerdings katastrophal.“ Schon vor dem erlösenden Siegtreffer durch Goalgetter Denis Mastel (87.) hätte die TSG deutlich führen müssen. Der Ball wurde aus dem Zentrum schön auf Mastel durchgesteckt – und der Ex-Mommenheimer blieb gegen den SC-Torwart cool. „An unseren Abschlüssen haben wir zu arbeiten für die kommende Runde“, weiß Schenk.

Tore: Klarer Auswärtssieg durch Treffer von Aurel Rech (3), Simon Scherer (2), Christian Rech (2) und Jeffrey Renner.



Aufrufe: 012.5.2024, 20:15 Uhr
Michael HeinzeAutor