Gastgeber Wegscheid und Eintracht Passau (im Bild 2:3-Schütze Cemal Yildirim) lieferten sich am Samstagnachmittag ein ganz besonderes Spiel.
Gastgeber Wegscheid und Eintracht Passau (im Bild 2:3-Schütze Cemal Yildirim) lieferten sich am Samstagnachmittag ein ganz besonderes Spiel. – Foto: Robert Geisler

Kreis Ost: Keiner will mehr - außer zwei A-Klassisten

Über 100 Partien wurden wegen der Pandemie und ihren Begleiterscheinungen im Kreis Ost abgesagt - einzig und allein die Ligapokal-Partie Wegscheid vs. Eintracht Passau fand statt

Kein Spiel in der Bezirksliga, in den Kreisligen, in den Kreisklassen und A-Klassen - nur auf den Wegscheider Sportplatz wurde am Samstagnachmittag gekickt. Über 100 Partien fielen in Folge der Pandemie-Entscheidungen der Politik an diesem Wochenende im Fußballkreis Niederbayern Ost aus. Einzig und allein die Ligapokal-Begegnung zwischen dem TSV Wegscheid und der DJK Eintracht Passau wurde angepfiffen. Der deutliche 5:2-Sieg der Gäste verkam dabei etwas zur Nebensache...
Wegscheid
2:5
Eintr.Passau


"Man hat eigentlich immer damit gerechnet, dass so ein Schritt wieder kommen wird"
, blickt Kreisvorsitzender Christian Bernkopf auf die inzwischen zur Tatsache gewordenen politischen Vorgabe, dass ab Montag Corona-bedingt der Ball wieder ruhen muss. Nichtdestotrotz hätte sich der Funktionär doch gewünscht, dass noch mehr Spiele ausgetragen worden wären - das es ja noch erlaubt gewesen wäre. Er zeigt aber auch für Verständnis für die Absagen-Flut. "Im Endeffekt geht jeder nur seinem Hobby nach", betont Bernkopf. "Und uns war klar, dass es keine Ideallösung gibt, nur eine schlechte und eine noch schlechtere. Der neue Paragraph 94 ist gut, weil sich die derzeitige Situation nicht einheitlich regeln lässt, deshalb müssen wir es jeden Verein selbst überlassen, wie er entscheidet - trotz einiger negativer Randerscheinungen."

Weder Wegscheid noch die Eintracht aus Passau haben von dieser neuen Corona-Regelung Gebrauch gemacht. Für beide Teams aus dem Landkreis Passau (Inzidenzwert über 100) war es selbstverständlich, dass gespielt wird. DJK-Vorstandsmitglied Armin Schröttner dazu: "Für uns war klar, wir spielen das Spiel noch runter. Weder die Funktionäre noch die Spieler hatten Befürchtungen. Infektionen sind auch woanders möglich. Wir haben nicht mal mit Wegscheid gesprochen deshalb, weil für uns klar war, dass wir spielen."



Ähnlich argumentiert auch TSV-Funktionär Christian Resch, der am Samstagnachmittag selbst auflief. "Natürlich haben wir wegen einer Absage überlegt. Es gibt aber keine Infektionen im Umfeld des Vereins und den Familien. Weil das Wetter dann auch noch prima war, haben wir uns entschlossen, zu spielen. Lieber jetzt - und nur mit 50 Zuschauern - als im Frühjahr bei Schneefall auf einem Sandplatz."

Dass diese Partie die einzige im gesamten Kreis Ost war, wussten beide Vereinsvertreter bis zum FuPa-Gespräch nicht wirklich. Resch hat zumindest etwas geahnt. "Gestern Abend hat mich der Spielleiter noch angerufen und gefragt, ob wir auch wirklich spielen - weil alle anderen abgesagt haben." Letztlich fühlt sich der TSV Wegscheid in seiner Entscheidung auch bestätigt. Alles ging problemlos über die Bühne, die Regeln wurden eingehalten, mehr als 50 Zuschauer kamen ohnehin nicht. Nur eins passt nicht - das Ergebnis. "Das ist das einzige, was nicht gut war."
Aufrufe: 031.10.2020, 17:20 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor

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