
Die Nachholspiele in den Bezirksligen Württembergs haben neue Akzente im Tabellenbild gesetzt. In der Bezirksliga Alb, der Bezirksliga Franken, der Bezirksliga Nordschwarzwald, der Bezirksliga Ostwürttemberg und der Bezirksliga Rems/Murr/Hall ging es nicht um eine komplette Runde, aber um Punkte mit hohem Gewicht. Unten flackert neue Hoffnung auf, oben verdichten sich die Verfolgerfelder, und manche Mannschaft hat sich in nur einem Abend spürbar Luft verschafft. Es waren Nachholspiele mit Wirkung – und mit reichlich Emotion.
In der Bezirksliga Alb war dieses Nachholspiel für den Tabellenletzten SV Zainingen von erheblicher Bedeutung – und der Gastgeber nutzte die Chance. Mit dem 3:1 gegen den TSV Genkingen gelang erst der zweite Saisonsieg, zugleich wuchs das Konto auf elf Punkte. Das rettet die Lage noch nicht, aber es hält das Feuer im Abstiegskampf am Brennen. Für Genkingen ist die Niederlage bitter, weil die Mannschaft bei 27 Punkten stehen bleibt und den Anschluss an das gesicherte Mittelfeld nicht verbessern konnte.
Der Blick auf die Tabelle zeigt die Tragweite: Zainingen bleibt 16., verkürzt aber zumindest den Abstand nach vorn. Genkingen steht weiter auf Rang elf und hat nun 29:41 Tore. In einem Spiel, in dem es für beide um Orientierung ging, hat vor allem Zainingen ein Zeichen gesetzt. Dass die Mannschaft früh in Führung ging, den Ausgleich hinnahm und danach doch wieder die Kontrolle übernahm, gibt diesem Erfolg zusätzliches Gewicht.
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In der Bezirksliga Bodensee treffen mit dem VfL Brochenzell und dem FV Ravensburg II zwei direkte Nachbarn aufeinander. Brochenzell ist Fünfter mit 40 Punkten, Ravensburg II Achter mit 37 Zählern. Die Differenz ist klein, die Ausgangslage deshalb hochinteressant. Ein Heimsieg würde Brochenzell weiter nach oben schieben und das obere Tabellendrittel festigen.
Für den FV Ravensburg II ist dieses Nachholspiel die Möglichkeit, mit einem Schlag gleichzuziehen und wieder enger an die vorderen Plätze heranzurücken. Weil beide Mannschaften im gesicherten Bereich stehen, geht es nicht um nackte Existenzangst, aber sehr wohl um Richtung, Anspruch und die Frage, wer sich in der Schlussphase der Saison noch einmal nach vorne orientieren darf.
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In der Bezirksliga Franken hat die SGM Mulfingen/Hollenbach mit einem wilden 4:3 bei den Sportfreunden Untergriesheim einen enorm wichtigen Auswärtssieg eingefahren. Die Gäste verbessern sich damit auf 30 Punkte und festigen Rang acht. Für Untergriesheim dagegen wird die Lage ernster: Die Mannschaft bleibt bei 22 Punkten auf Rang zwölf und verpasst es, im Tabellenkeller einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten.
Bemerkenswert war vor allem der Spielverlauf. Mulfingen/Hollenbach führte zweimal, Untergriesheim drehte das Spiel nach der Pause auf 3:2, ehe die Gäste noch einmal zurückkamen. Angegeben sind die Tore von Jakob Scheppach (16., 38.), Finn Knott (35., 42.) und Lukas Friedle (58.). Die Torschützen zum 3:3 in der 69. Minute und zum 3:4 in der 83. Minute sind in den vorliegenden Angaben nicht benannt. Gerade deshalb bleibt vor allem eines hängen: Dieser Sieg kann für Mulfingen/Hollenbach ein kleiner Befreiungsschlag sein.
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Die Bezirksliga Nordschwarzwald bekam ein Nachholspiel, das wie ein offener Schlagabtausch daherkam: SV Wittendorf gegen VfL Nagold II endete 5:5. Für beide Mannschaften ist das Ergebnis spektakulär, tabellarisch aber nur bedingt befreiend. Wittendorf steht nun mit 35 Punkten auf Rang vier, Nagold II kommt auf 25 Punkte und bleibt Zwölfter. Wer nur auf die Tabelle schaut, sieht einen Punkt. Wer auf den Spielverlauf blickt, sieht ein Fußballspiel voller Wucht, Wendungen und offener Nerven.
Vor allem Marco Sumser prägte diesen Abend mit vier Treffern für Wittendorf. Doch auch das reichte nicht zum Sieg, weil Nagold II immer wieder antwortete. Das Remis lässt Wittendorf im oberen Bereich stabil, ohne den Druck auf das Spitzentrio entscheidend zu erhöhen. Für Nagold II ist der Punkt im unteren Mittelfeld durchaus wertvoll, weil jedes Zählbare in dieser Tabellenregion Gewicht hat. Solche Spiele hinterlassen keinen Sieger – aber Spuren.
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In der Bezirksliga Oberschwaben geht der SV Hohentengen als Tabellenvierter in dieses Nachholspiel. Mit 44 Punkten ist die Mannschaft klar im oberen Feld verankert und kann mit einem weiteren Sieg ihre starke Position untermauern. Gegen ein Team aus dem unteren Bereich ist die Erwartungshaltung vor eigenem Publikum entsprechend hoch.
Die SGM Eberhardzell/Unterschwarzach steht mit 23 Punkten auf Rang 14 und steckt damit tief in einer gefährlichen Zone. Jeder Zähler hat hier unmittelbaren Wert. Für Hohentengen ist es die Chance, Druck auf die Teams davor auszuüben. Für Eberhardzell/Unterschwarzach ist es ein Spiel, in dem Widerstandskraft und Nerven gefragt sind.
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Auch das zweite Nachholspiel in der Bezirksliga Oberschwaben verspricht viel Spannung. SV Steinhausen an der Rottum steht mit 31 Punkten auf Rang 13 und benötigt dringend Punkte, um sich weiter von der gefährlichen Zone zu lösen. Gerade bei einem Heimspiel gegen einen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte ist der Druck klar spürbar.
Die SF Hundersingen reisen mit 39 Punkten als Tabellenneunter an, haben aber zwei Spiele weniger absolviert als viele Konkurrenten. Das macht dieses Nachholspiel besonders reizvoll: Mit einem Sieg könnte Hundersingen deutlich nach vorne rücken. Steinhausen kämpft um Sicherheit, Hundersingen um neue Perspektiven – eine Konstellation voller Spannung.
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In der Bezirksliga Ostwürttemberg hat der 1. FC Germania Bargau mit dem 3:2 gegen die TSG Schnaitheim seine Position im oberen Tabellendrittel gefestigt. Die Mannschaft klettert auf 39 Punkte und zieht mit dem FV 08 Unterkochen gleich, bleibt aber aufgrund der Tordifferenz Dritter. Für Schnaitheim ist die Niederlage im Abstiegskampf ein schwerer Rückschlag. Das Team bleibt bei 22 Punkten auf Rang 13 und konnte den Abstand auf sicherere Regionen nicht verkürzen.
Es war ein Abend, an dem Bargau zweimal auf eine Antwort der Gäste reagieren musste und am Ende doch die Nerven behielt. Das späte Siegtor vom Punkt unterstreicht, wie knapp und umkämpft dieses Nachholspiel war. Parallel setzte auch die TSG Nattheim mit dem 5:0 bei den Sportfreunden Lorch ein deutliches Signal. Nattheim schob sich auf 38 Punkte heran und bleibt Fünfter, während Lorch mit 13 Punkten Vorletzter bleibt und immer tiefer unter Druck gerät.
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Für die Sportfreunde Lorch wird die Lage in der Bezirksliga Ostwürttemberg immer bedrückender. Das 0:5 gegen die TSG Nattheim war eine deutliche Heimniederlage, die den Tabellenletzten aus eigener Kraft nicht aus der misslichen Lage bringt. Mit 13 Punkten bleibt Lorch auf Rang 16. Nattheim hingegen nutzte das Nachholspiel konsequent, erhöhte auf 38 Punkte und bleibt mittendrin im Rennen um die vorderen Plätze hinter dem Spitzenduo.
Der Erfolg der TSG Nattheim war nicht nur klar, sondern auch wichtig. Während Bargau ebenfalls gewann, durfte sich Nattheim keinen Ausrutscher erlauben, um in Schlagdistanz zu bleiben. Genau das gelang. Für Lorch wird die Luft dagegen dünner, weil die Konkurrenz darüber längst stabiler punktet. Diese Partie hat die Kräfteverhältnisse im Tabellenbild nicht auf den Kopf gestellt – aber sie hat sie noch einmal schärfer konturiert.
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In der Bezirksliga Rems/Murr/Hall hat die SG Oppenweiler-Strümpfelbach mit dem 3:2 gegen den TSV Schornbach ein Resultat mit spürbarer Wirkung geliefert. Die Gastgeber verbessern sich auf 38 Punkte und festigen Rang vier. Schornbach bleibt trotz der Niederlage Dritter mit 42 Punkten, verpasst aber die Chance, die Position im oberen Feld weiter zu stabilisieren. Dieses Nachholspiel war damit weit mehr als ein isolierter Termin – es war ein direktes Duell mit echtem Tabellengewicht.
Für die Hausherren trafen Marcel Friz (53.), Even Stoppel (63.), Louis Piscopo (73.), für die Gäste verkürzte Berkant Salman (87.), außerdem gab es in der 70. Minute das zwischenzeitliche 1:2. Hinzu kam die Rote Karte gegen Schornbachs Claudio De Martino in der 97. Minute – ein Zeichen dafür, wie aufgeladen diese Partie bis zum Schluss blieb.
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Das 0:0 zwischen TSV Gaildorf und VfL Mainhardt wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, hat in der Bezirksliga Rems/Murr/Hall aber dennoch Bedeutung. Gaildorf kommt nun auf 56 Punkte und bleibt Tabellenzweiter hinter SV Allmersbach. Für Mainhardt ist der Zähler ebenfalls wertvoll: Die Mannschaft erhöht auf 29 Punkte und verschafft sich im unteren Mittelfeld ein wenig zusätzliche Stabilität.
Für Gaildorf ist dieses torlose Remis allerdings auch eine verpasste Gelegenheit. Im Aufstiegsrennen zählt jede kleine Bewegung, und gerade in einem Nachholspiel hätte ein Sieg den Druck auf den Tabellenführer deutlich erhöhen können. Mainhardt dagegen durfte sich über einen hart erarbeiteten Punkt freuen. Es war kein Spiel der Schlagzeilen, kein Abend der wilden Wendungen – aber genau solche Ergebnisse prägen am Ende oft Tabellen und Saisonverläufe.
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In der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern ist die Lage des FV Rot-Weiß Ebingen dramatisch. Ein Punkt aus 22 Spielen, dazu 94 Gegentore – die Zahlen zeigen die Härte dieser Saison. Gegen den Tabellenzweiten wartet nun eine weitere gewaltige Aufgabe. Für Ebingen geht es darum, sich gegen die nächste bittere Enttäuschung zu stemmen.
Der TSV Straßberg 1903 reist mit 59 Punkten als Zweiter an und hat bei zwei Spielen weniger als der Spitzenreiter eine glänzende Ausgangslage. Ein Auswärtssieg wäre ein weiterer wichtiger Schritt im Aufstiegsrennen. Dieses Nachholspiel vereint damit die Extreme der Liga: ganz unten nackte Not, ganz oben großer Ehrgeiz.
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Auch das zweite Nachholspiel in der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern trägt viel Spannung in sich. Der SV Kolbingen steht mit 27 Punkten auf Rang 15 und braucht dringend Punkte, um im harten Abstiegskampf Boden gutzumachen. In dieser Liga mit sechs Abstiegsplätzen ist die Lage besonders unerbittlich.
Die SGM SV Gruol / SV Erlaheim kommt mit 48 Punkten als Vierter und hat den Blick klar nach oben gerichtet. Jeder Auswärtssieg kann im oberen Tabellenfeld wertvoll sein. Für Kolbingen ist es ein Spiel des Widerstands, für Gruol/Erlaheim eine Chance auf weiteren Druck nach vorn. Genau das macht diese Begegnung so brisant.