
14-mal nennen die Mannschaften der Fußball-Bezirksliga Süd den SC Aufkirchen als Meisterschaftsfsvoriten für die am Wochenende beginnende Spielzeit 2025/26. Nur Neuling DJK Göggelsbuch, der sich erst noch einen Überblick über die neue Liga verschaffen will und – natürlich auch aus Understatement – der so hoch gelobte letztjährige Vizemeister haben bei ihren Favoriten nicht für „Aufkirchen“ gestimmt.
Viel fehlte Aufkirchen in der vergangenen Relegation zur Landesliga wirklich nicht. Erst in der Verlängerung des Rückspiels gegen den Baiersdorfer SV musste man sich mit 1:3 geschlagen geben. Knapp acht Wochen später starten die Kicker aus der Gemeinde Gerolfingen bei Aufsteiger TSV 05 Katzwang mit Ex-Profi Werner Rank als neuem Trainer in eine Spielzeit, die diesmal ein Happy End finden soll. Sechsmal – unter anderem von Aufkirchen - wurde auch die SG TSV/DJK Herrieden auf den Favoritenschild der Bezirksliga Süd gehoben. Etwas überraschend, denn zuletzt konnte die SG die Klasse erst durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Vatanspor Nürnberg sichern und muss zudem nach einer doch größeren Fluktuation im Kader einen gewissen Umbruch meistern. Dementsprechend vorsichtig fällt auch die Selbsteinschätzung der Herriedener aus, die einen einstelligen Tabellenplatz anpeilen.
Zehn der 16 Süd-Bezirksligisten stellt in der neuen Saison der Fußballkreis Neumarkt/Jura, was vor allem im Landkreis Roth für reichlich Lokalkolorit und Derbystimmung sorgen wird. Greding, Heideck, Hofstetten, Meckenhausen, Schwand, Nord-„Umsiedler“ Wendelstein und jetzt auch noch die Aufsteiger Göggelsbuch und Katzwang – kurze Fahrtzeiten sind sicher, reichlich Zuschauer werden erwartet. Doch wem davon ist am meisten zuzutrauen? Zu den Topfavoriten wird keine der Mannschaften gezählt. Auf dem Schirm haben sollte man aber durchaus Bezirksliga-„Dino“ TSV Greding, der in seine elfte Saison auf Bezirksebene am Stück geht. Weit aus dem Fenster lehnen will sich der letztjährige Tabellendritte aber nicht und peilt unter Neu-Trainer Andreas Kirschner, der auf Dominik Betz (zum VfB Eichstätt) folgt, die „Top 10“ an. Auch sonst ist Bescheidenheit durchaus eine Zier der lokalen Vereine.
Natürlich streben die Aufsteiger DJK Göggelsbuch und TSV Katzwang „nur“ den Klassenerhalt an, was sicher schwer genug werden wird. Beide schafften den Aufstieg aber jeweils durch ein starkes Kollektiv, was auch in der höheren Liga der Schlüssel zum Erfolg sein muss. Göggelsbuch will nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte jedes Bezirksliga-Spiel zu einem Festtag machen, Katzwang unter dem neuen Trainer Tobias Meßenzehl (vom TSV Altenberg) im besten Fall an erfolgreiche Zeiten anknüpfen.
Seinen letztjährigen achten Tabellenplatz überbieten will auf jeden Fall der TSV Meckenhausen, der mit Stephan Handl (von der DJK Laibstadt) als neuem Spielertrainer an den Start geht und am Ende unter den besten fünf Teams landen will. In einer schwer auszurechnenden Liga wollen Heideck („Klassenerhalt), Hofstetten (Trainer Christian Krach: „40 Punkte schneller vollmachen als zuletzt“), Schwand („Klassenerhalt schneller als letzte Saison“) und Wendelstein („gesicherter Mittelfeldplatz“) zunächst auf „Nummer sicher“ gehen.
In Heideck wird viel davon abhängen wie Trainer Markus Vierke mit ansonsten nahezu unverändertem Kader den Verlust seines Neffen und Schlüsselspielers Tom Vierke an den Kreisklassisten SSV Oberhochstatt kompensieren kann. Die Sportfreunde Hofstetten haben sich mit talentierten Jugendspielern und dem landesligaerprobten Mika Schmidt (vom SC Großschwarzenlohe) in Breite und Qualität verstärkt und gehen mit darüber hinaus eingespieltem Kader durchaus optimistisch an die Aufgabe „frühzeitiger Klassenerhalt“ heran.
Auf einen durch wenige Neuzugänge ergänzten Kader baut auch Trainer Martin Kirbach beim 1. FC Schwand und möchte - analog zu Hofstetten – den Ligaverbleib nicht wieder bis kurz vor Saisonende hinauszögern. Der FC Wendelstein steht zur neuen Saison vor einem Neuanfang in mehreren Bereichen. Zum einen endete die Ära von Trainer Andi Speer (jetzt ASV Zirndorf) nach über zehn Jahren, zum anderen wurde der Verein von der Nord-Staffel in den Süden umgruppiert. Unter Neu-Trainer Dirk Wagler (vom BSC Woffenbach) und einigen Zu- und Abgängen gilt es sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Neuling FC Ezelsdorf vertraut nach souveräner Kreisliga-Meisterschaft auch eine Etage höher weitgehend dem Aufstiegskader und hat – natürlich – nicht mehr vor als die Klasse zu halten. Auch Mitaufsteiger FC/DJK Burgoberbach gibt sich angemessen demütig und will „mit der Abstiegszone nichts zu tun haben“.
Allerdings findet sich der Neuling beim TSV Katzwang und dem FC Wendelstein sogar auf dem Tippzettel für den (erweiterten) Kreis der Titelanwärter. Man darf gespannt sein, wie der souveräne Kreisliga-Meister in der Bezirksliga ankommt. Wie Burgoberbach kommt auch der Name SV Alesheim bei den Favoritentipps vor. Dank guter Jugendarbeit beschloss der kleine Verein die letzte Saison auf Rang fünf und wird in Ezelsdorf und Wendelstein sogar als Mitfavorit gehandelt. Der SV selbst will das Vorjahresergebnis durchaus bestätigen, weiß aber auch um die Ausgeglichenheit der Liga, „in der man keinen unterschätzen darf“. Ähnliche Töne kommen aus Neuses, wo die Fortuna einen „stabilen Mittelfeldplatz“ anvisiert und damit erneut ohne große Abstiegssorgen auskommen will. Die hatte man auch bei den Sportfreunden Dinkelsbühl letzte Saison bei Tabellenplatz vier nie und so geht man auch recht unbeschwert in die neue Spielzeit: „attraktiven und erfolgreichen“ Fußball will die Mannschaft von Trainer Fredi Skurka zeigen. Jochen Müller
