
Der TSV Ebersberg ist Vorletzter der Bezirksliga Ost. Coach Michael Hieber analysiert die Hinrunde und erklärt die Abstiegsgefahr.
Da in der Bezirksliga Ost nur eine Mannschaft direkt absteigt, ist die Chance, als Vorletzter die Klasse über die Relegation zu halten, durchaus gegeben. Als Vorletzter, der mit zwölf Zählern punktgleich mit Schlusslicht Siegsdorf ist, ist bei neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer derzeit die Wahrscheinlichkeit für einen direkten Abstieg des TSV Ebersberg größer als für den Ligaverbleib ohne Umwege.
Nach einem verkorksten Start holte der Aufsteiger ab Ende August sämtliche Punkte mit vier Siegen aus fünf Spielen, ehe eine Pokalniederlage gegen Kreisligist Rot-Weiß Unterföhring den Aufwärtstrend jäh stoppte und sieben Niederlagen in Serie folgten. Im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung spricht Michael Hieber über das turbulente TSV-Jahr 2025, die schwere Verletzung von Fynn Querfurth, das Ziel für die Rückrunde und darüber, was in den verbleibenden Spielen besser werden muss.
Wie fällt Ihre Jahresbilanz 2025 aus?
Michael Hieber: Ich denke, man muss das Jahr in zwei teilen. Das erste Halbjahr war extrem erfolgreich, extrem gut. Wir hatten sehr viele positive Spiele und positive Erlebnisse. Das darf man auch bei der ganzen Rückbetrachtung nicht vergessen.
Und dann kam nach dem Aufstieg die Bezirksliga.
Es war ein langes und intensives Jahr. Wir hatten nur eine dreiwöchige Sommerpause, die durch das Feiern auch eingeschränkt war. Dann wurde es im zweiten Halbjahr sehr lehrreich und sehr schwierig, weil viele Spiele anders ausgegangen sind, als wir uns das erhofft haben. Wir Trainer haben aber auf der Weihnachtsfeier gesagt, dass es insgesamt ein sehr erfolgreiches Jahr war.
Hatten Sie erwartet, dass es in der Bezirksliga so schwer werden würde?
Wir im Trainerteam hatten erwartet, dass es so schwer werden würde. Vielleicht hat es sich der ein oder andere Spieler einfacher vorgestellt. Wir hatten im Sommer wichtige Abgänge zu verzeichnen und konnten das so nicht in der gleichen Anzahl an Neuzugängen kompensieren.
Dann schlug auch gleich das Verletzungspech zu.
Genau. Zwei von drei Neuen haben sich verletzt. Der Kreuzbandriss von unserem Top-Neuzugang Fynn Querfurth im ersten Ligaspiel war natürlich bitter. Deshalb war uns klar, dass es schwierig wird, weil die gegnerischen Mannschaften besser wurden und Fehler mehr bestraft werden.
Der TSV Ebersberg stellt mit 49 Gegentreffern die schwächste Defensive der Liga.
Wir schießen viele Tore, was die Mannschaften im Tabellenkeller betrifft, aber wir kassieren zu viele Tore.
Mit der Pokalniederlage in Oberföhring kam ein Bruch. Wie ist es zu erklären, dass danach gar nichts mehr ging?
Damit kam der Bruch, ja. Das war tatsächlich so nicht zu erwarten, aber es war ein Spiegelbild der ganzen Saison. Wir machen zu wenig aus unseren Chancen und sind hinten zu anfällig. Ehrlicherweise ging dann aber nur ergebnistechnisch gar nichts mehr, die Spielweise war in Ordnung. Wir haben die Spiele knapp verloren, es waren aber immer die kleinen Momente. Nach dem Hoch der Siege waren womöglich die letzten Körner weg.
Wie schätzen Sie die Tabellensituation ein?
Ich schätze die Situation so ein, wie sie ist. Es wird nicht einfach für die Rückrunde. Das wird ein weiter und langer Weg, um da unten rauszukommen.
Ein langer Weg bedeutet Relegation?
Wir stellen uns auf eine lange Saison mit Relegation ein. Wir nutzen die neun Wochen Pause, die wir haben, um einmal aus der Belastung rauszugehen, um danach mit frischen Kräften in die Vorbereitung zu starten, sodass wir am Ende auf alle Fälle die Relegation erreichen. Wenn mehr geht, umso schöner, aber wir stellen uns darauf ein, dass es die Relegation werden kann. Wir haben den Jungs gesagt, dass sie ihre Urlaubsplanungen für Mitte Juni entsprechend anpassen. Wir würden uns auf die Nachspielzeit der Saison freuen.
Wie wollen Sie sich aus der Misere befreien?
Wir wollen und werden Gas geben. Wir haben die Spiele knapp verloren und wollen die knappen Spiele in Zukunft auf unsere Seite ziehen. Dafür werden wir intensiv und hart arbeiten.