2026-03-13T07:45:35.464Z

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Bewegende Erinnerungen an Fortuna-Legende Koch

Der verstorbene Torwart war bei Fortuna beliebt wie kaum ein anderer Spieler. Vor der Trauerfeier am Donnerstag in Much blicken drei ehemalige Teamkollegen auf ihre gemeinsame Zeit mit Koch zurück.

von RP / Patrick Nowak · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Ruhe in Frieden, Georg Koch.
Ruhe in Frieden, Georg Koch. – Foto: IMAGO / Nico Herbertz

Sehr viele seiner Weggefährten kennen den ehemaligen Torhüter bestens – als Sportler und als Mensch. Dazu zählt auch Fortuna-Trainer Markus Anfang, der ein sehr enges Verhältnis zum kürzlich im Alter von 54 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorbenen Georg Koch hatte. Der Coach war nicht nur ein sehr guter Freund der Vereinslegende, sondern ist auch Patenonkel von dessen Tochter. Koch war sowohl bei den Fans seiner zahlreichen Klubs als auch bei einer Vielzahl seiner früheren Mitspieler äußerst beliebt.

Vlatko Glavas, ein ehemaliger Teamkollege von Koch und Anfang in Düsseldorf, äußerte im Gespräch mit unserer Redaktion zu Wochenbeginn den Vorschlag, der Vereinslegende ein Andenken zu bewahren. Seine Idee ist es, gemeinsam mit ein paar weiteren Ex-Mitspielern die Möglichkeit auszuloten, „im Stadion vielleicht einer Tribüne oder einem VIP-Raum seinen Namen zu geben“, sagte der 63-Jährige, der von „wunderschönen fünf Jahren mit Georg“ bei Fortuna sprach und „wirklich sehr gut mit ihm befreundet“ war.

Esser und Koch – aus Konkurrenten werden Kumpels

Ein intaktes Verhältnis mit Koch ergab sich übrigens selbst dann, wenn man mit ihm im knallharten Wettstreit stand. So erging es Pierre Esser: Er war zweieinhalb Jahre lang mit Koch bei Fortuna aktiv und musste ihm im Tor den Vortritt lassen. „Wir waren Konkurrenten. Ich hatte auch den Anspruch, zu spielen. Unsere Charaktere haben sich aber sehr gut ergänzt. Wir waren beide motivierte Spieler und hatten wahnsinnigen Respekt vor der Leistung des anderen“, betonte Esser.

Er und Koch kamen in den Genuss der Torwartschule von Envar Maric, der das Duo zu besseren Keepern machte. „Zu der Zeit hatten wir mit Envar einen überragenden Torwarttrainer, der uns aufgezeigt hat, dass wir noch viel lernen müssen. Wir waren sehr jung – und es konnte nur einer im Tor stehen.“ Das war Koch. Doch Esser respektierte das: „Ich habe Georgs Leistung absolut akzeptiert. Für unseren Trainer Aleksandar Ristic gab es nie einen Grund, an der Torwartleistung von Georg zu zweifeln oder da einen Wechsel zu vollziehen. Er war völlig berechtigt die klare Nummer eins.“

Esser: „Enver hat aus ihm eine absolute Bombe gemacht“

Diesen Eindruck hatte Koch aber nicht von Beginn an hinterlassen. „Alle haben nach seinen ersten Trainingseinheiten gedacht: Da muss noch ein bisschen was kommen“, erinnerte sich Ralf Voigt, der anderthalb Jahre mit Koch bei Fortuna verbrachte. Doch relativ zügig stellte der 60-Jährige eine enorme Entwicklung fest. „Enver hat ihn unter seine Fittiche genommen, und nach drei Monaten hat man Georg nicht mehr wiedererkannt. Enver hat aus ihm eine absolute Bombe gemacht. Man hat gesehen, dass aus ihm nur ein großer Torwart werden kann.“

Diesen Eindruck hatte auch Esser, der trotz der Konkurrenzsituation ein enges Verhältnis zu Koch pflegte. „Wir haben zweieinhalb Jahre das Zimmer bei Heim-, Auswärtsspielen und Trainingslagern geteilt. Dadurch lernt man einen Menschen viel intensiver kennen“, erläuterte der 55-Jährige. „Wir haben im Trainingslager stundenlang an der Spielkonsole verbracht und immer Eishockey gespielt. Georg hat sich gefreut wie ein kleines Kind, wenn er gegen uns gewonnen hat. Danach hat er uns aufgezogen.“

Glavas: „Er war ein Typ, ein richtiger Freund“

Doch Koch konnte nicht nur „sehr emotional und schon in jungen Jahren ein absolutes Alphatier“ sein, berichtete Esser. „Er war ein sensibler Mensch, aber auch einer, den du um drei Uhr anrufen konntest, wenn du Probleme hattest. Er wäre da gewesen.“ Für Voigt, den heutigen Trainer des Regionalligisten Bremer SV, war der Ex-Keeper ebenso da, auch wenn er etwas gezögert hatte. „Er war ein Typ, der auch Schwächen hatte. Als mir der Unterschenkel amputiert worden ist, hat er sich nicht gemeldet. Drei oder vier Monate später rief er mich dann an und sagte: ‚Ralle’, ich hatte so viel Angst davor, dich anzurufen. Ich wusste gar nicht damit, wie ich damit umgehen und was ich dir sagen soll.“

Zu sagen gibt es über Koch einiges – vor allem Positives. „Ohne ihn hätten wir diesen Durchmarsch von der Dritten Liga in die Bundesliga nie geschafft“, betonte Glavas. „Mit ihm ist es nie langweilig gewesen. Er war ein Typ, ein richtiger Freund, ein Sportler durch und durch – und ein guter Torwart. Viele Fortuna-Fans werden ihn in guter Erinnerung behalten.“ Nicht nur die, die ihn persönlich kannten: Am Donnerstag findet um 11 Uhr auf dem Platz des VfR Marienfeld in Much eine große Trauerfeier für Koch statt, zu einem späteren Zeitpunkt folgt die Beisetzung im engsten Kreis.