– Foto: Marcel Krawetzke

Betriebskosten zu hoch – FC Motor macht bis April das Licht aus

Der FC Motor Zeulenroda hat angekündigt seinen Spiel- und Trainingsbetrieb für vier Monate sprichwörtlich auf Eis zu legen. Die Sportstätte Waldstadion könnte für alle Teams der Herren- und Nachwuchsmannschaften bis 31.03.2023 geschlossen bleiben, kündigte der Vorstand des Vereins an.

Grund für diese drastische Maßnahme: Die steigenden Betriebskosten, die für den FC Motor Zeulenroda einfach nicht zu stemmen sind. Den Prognosen nach würden die nämlich von 8.000 € auf 15.000 € steigen, erklärt Präsident Uwe Grube im FuPa-Gespräch.

So kündigte der FC Motor in einer Pressemitteilung an, die Sportstätte vom 04.12.2022 bis 31.03.2023 schließen zu müssen, um die entsprechenden Betriebskosten zu sparen. Dabei geht es darum, „eine drohende Insolvenz und die damit verbundene privat-rechtliche Haftung der Vorstandsmitglieder zu vermeiden“, heißt es in der Veröffentlichung. Lediglich Heizung und Wasser sollen im beschreiben Zeitraum auf Notbetrieb gehalten werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Ein Austausch mit der den Verantwortlichen der Stadt Zeulenroda-Triebes blieb bisher ohne Ergebnis, erzählt der Vorsitzende. Dabei sei die Stadt nach dem Sportfördergesetz des Landes Thüringen eigentlich dazu verpflichtet die Betriebskosten für die Sportstätte in öffentlicher Trägerschaft zu übernehmen, so Uwe Grube. „Diese Regelung im Sportfördergesetz gibt es seit 2019. Das Land hat vorgeschlagen, dass die öffentlichen Träger mit den Vereinen Anpassungen an den Regularien diesbezüglich vornehmen. Doch das ist bisher nicht passiert. Wir sind im Mai auf die Stadt zugegangen und haben gesagt, dass wir eine Lösung finden müssen. Bisher tut sich die Stadt aber schwer. Wir wollen ja nichts zusätzlich, sondern die Unterstützung bei den Betriebskosten“, sagt der Vorsitzende, der die Rechtsgrundlage des Sportfördergesetzes klar auf seiner Seite sieht. Beachtenswert in diesem Zusammenhang ist zudem, dass der FC Motor aktuell der einzige Sportverein in Zeulenroda-Triebes sein soll, der seine Betriebskosten alleine tragen muss. So ist der Pressemitteilung des Clubs zu entnehmen: „Der FC Motor Zeulenroda e.V. ist derzeit der einzige Verein in Zeulenroda-Triebes, der die Betriebskosten einer Sportstätte in öffentlicher Trägerschaft ohne jegliche öffentliche Unterstützung trägt.“

LSB unterstützt

Inzwischen haben die Motor-Verantwortlichen auch Kontakt zum Landessportbund (LSB) aufgenommen. „Der Landessportbund hat uns rechtlichen Beistand zugesagt“, so Uwe Grube, der weiterhin hofft, dass eine Lösung mit den Behörden zustande kommt, die ein Fortführen des Spielbetriebs möglich macht. Denn erfreut war natürlich keiner der Kicker bei den Männern und im Nachwuchs, dass die Tore des Waldstadions bis April geschlossen bleiben sollen.

Der Lösung, die gestiegenen Betriebskosten auf die Beiträge der Mitglieder umzulegen, erteilte die kürzlich durchgeführte Mitgliederversammlung übrigens eine Absage. „Das haben wir da besprochen. Aber die Mitgliederversammlung hat uns ganz eindeutig mit dem Auftrag ausgestattet, eine Klärung mit der Stadt herbeizuführen“, so Vereins-Chef Grube, der seinen FC Motor nicht in die Insolvenz lenken wird. „Dabei ginge es dann auch um die private Haftung der Vorstandsmitglieder“, betont er.

Geldstrafen drohen

Sollte sich in Zeulenroda nicht zeitnah eine adäquate Lösung auftun, droht dem Verein übrigens das nächste Unheil. Denn deutlich vor dem 31.03.2023 beginnt bereits der Pflichtspielbetrieb für verschiedene Teams des FC Motor. Ohne Sportstätte, keine Spiele. Nichtantritte und die Herausnahme aus dem Spielbetrieb durch den Verband könnten die Folge sein. „Wenn du mit acht Mannschaften aus dem Spielbetrieb musst, kommen da auch wieder hohe Strafen auf den Verein zu. Aber wir wollen das noch vermeiden und hoffen, dass wir es noch bis zum 31.12. klären können“, so Grube.

Aufrufe: 023.11.2022, 10:30 Uhr
Felix BöhmAutor