2026-04-09T03:39:01.720Z

Allgemeines

„Beste Mannschaft der Liga“ – Deutz-Coach Diekamp warnt vor Jan Wellem

Deutz 05 ist beim Rangvierten Jan Wellem gefordert – SW Köln will Serie beim Heiligenhauser SV ausbauen

von Andreas Santner · Heute, 15:03 Uhr · 0 Leser
Die Rheindörfer wollen beim Schlusslicht Brühl nichts anbrennen lassen.
Die Rheindörfer wollen beim Schlusslicht Brühl nichts anbrennen lassen. – Foto: SpVg Rheindörfer

Das Gipfeltreffen nach der Osterpause steht in der Centershop Arena auf dem Programm, wenn der SSV Jan Wellem gegen Spitzenreiter Deutz 05 seine wohl letzte Chance im Aufstiegsrennen ergreifen muss. Während Jan-Wellem-Coach Gsella von einem „richtungsweisenden Heimspiel“ spricht, warnt Deutz-Trainer Diekamp trotz der eigenen Tabellenführung vor der enormen individuellen Qualität der Hausherren. Ein Sieg der Deutzer könnte den Vorsprung auf satte neun Zähler anwachsen lassen und die Gastgeber endgültig aus dem Titelrennen werfen. Abseits des Top-Spiels lauern die punktgleichen Verfolger aus Südwest Köln und Schönenbach auf Ausrutscher, um im dramatischen Dreikampf an der Spitze die alleinige Führung zu übernehmen. In dieser vorentscheidenden Phase der Saison ist kein Platz mehr für Fehler, da auch die Kellerkinder wie der TFC Köln oder die „Serientäter“ aus Leverkusen als gefährliche Stolpersteine bereitstehen.

Nach der Osterpause wartet ein echter Härtetest auf den Heiligenhauser SV. Zu Gast ist der SC Schwarz-Weiß Köln, der sich pünktlich zum Saisonendspurt zurück meldet. Während der HSV mit einem 6:0-Kantersieg gegen Brühl im Rücken strotzt, reisen die Kölner mit zwei Siegen in Serie und dem neu gewonnenen Selbstvertrauen eines Nichtabstiegsplatzes ins Bergische.

Dass der Tabellenplatz im Duell dieser beiden Teams wenig über die tatsächliche Qualität aussagt, zeigt ein Blick auf das Hinspiel: Dort rettete der HSV mit Ach und Krach ein 1:1-Remis über die Zeit.

Esins: „Teilweise wie Schuljungen aussehen lassen“

HSV-Trainer Andy Esins hat die Lehren aus dem ersten Aufeinandertreffen nicht vergessen. Trotz der komfortablen Tabellensituation fordert er von seiner Elf höchste Wachsamkeit gegen den vermeintlichen Außenseiter. „Uns erwartet ein sehr schwieriger Gegner, der uns im Hinspiel teilweise wie Schuljungen aussehen lassen hat. Damals haben wir einen sehr glücklichen Punkt mitgenommen. Für uns wird es am Sonntag darauf ankommen, extrem fleißig zu sein und unseren Plan über die volle Distanz diszipliniert umzusetzen“, so Esins.

Sven Müller: Ziel ist der „Hattrick“ der Siege

Auf der anderen Seite hätte man bei Schwarz-Weiß Köln wohl gerne auf die Osterpause verzichtet. Trainer Sven Müller will den unterbrochenen Flow seiner Mannschaft sofort wiederbeleben, um sich weiter von der Gefahrenzone abzusetzen. „Die Pause kam für uns, im Gegensatz zu anderen, eventuell zu einem etwas ungünstigen Zeitpunkt. Mit zwei Siegen aus den letzten zwei Spielen waren wir richtig gut drauf. Jetzt wollen wir diese Leistung bestätigen und den Druck auf die Teams über uns weiter erhöhen, um den Abstiegskampf noch einmal so richtig anzuheizen. Unser Ziel ist der dritte Sieg in Folge“, gibt sich Müller kämpferisch.

Trotz personeller Ausfälle durch Urlauber und gesperrte Spieler bleibt er gelassen: „Das ist kein Problem. Die Mannschaft fängt das als Kollektiv auf. Wir haben einen tollen Kader und eine sehr gute Breite, sodass wir diese Ausfälle kompensieren können.“

Südwest-Jagd auf die Spitze geht in die finale Phase

Nach der regenerativen Osterpause beginnt für die DJK Südwest Köln im Bergischen Land die „Mission Meisterschaft“ erst so richtig. Punktgleich mit Deutz und Schönenbach darf sich das Team von Daniel Errens keinen Ausrutscher erlauben, wenn man im Dreikampf an der Spitze nicht den Anschluss verlieren will.

Gegner SV Frielingsdorf ist jedoch alles andere als Laufkundschaft. Zwar unterlag die Dreiner-Elf zuletzt dem Spitzenreiter Deutz mit 0:2, doch schon das Hinspiel war ein echtes Spektakel, das Südwest erst in der 87. Minute hauchdünn mit 4:3 für sich entscheiden konnte. Mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge braucht Frielingsdorf noch Punkte für den sicheren Klassenerhalt – eine Rolle, die sie zur gefährlichen „Wundertüte“ macht.

Daniel Errens: „Frielingsdorf bleibt eine Überraschungskiste“

Südwest-Trainer Daniel Errens blickt dem Endspurt optimistisch entgegen. Die Akkus sind voll, der Kader ist komplett – nun soll die defensive Anfälligkeit aus dem Hinspiel der Vergangenheit angehören. „Die Woche vor Ostern haben wir regenerativ genutzt, um die Akkus aufzuladen und Blessuren aus zu kurieren. Auch wenn noch neun Spiele zu absolvieren sind, fühlt es sich jetzt nach der finalen Phase der Saison an. Unser Ziel ist es, diesen Endspurt mit einem Erfolgserlebnis zu starten. Wir erinnern uns an ein ereignisreiches Heimspiel gegen Frielingsdorf: Damals sind wir sehr gut gestartet, haben dann aber defensiv zu ‚luftig‘ agiert. Dieses Mal wollen wir es besser machen, in der Defensive deutlich klarer stehen und diese Unkonzentriertheiten abstellen“, so Errens.

Über den Gegner sagt er: „Frielingsdorf bleibt eine kleine Überraschungskiste und ist schwierig einzuschätzen. Wir müssen vom besten Frielingsdorf ausgehen. Personell sieht es bei uns gut aus – wir können aus dem Vollen schöpfen.“

Vorentscheidung oder Aufholjagd? Gipfeltreffen in der Centershop Arena

Das Top-Spiel des 22. Spieltags steigt in Bergisch Gladbach: Der SSV Jan Wellem empfängt den Spitzenreiter Deutz 05 . Für die Hausherren ist es die wohl letzte realistische Chance, das Tor zum Aufstieg noch einmal weit aufzustoßen. Bei einem Sieg schmilzt der Rückstand auf drei Zähler – bei einer Niederlage würde Jan Wellem neun Punkte hinter die Deutzer zurückfallen, was bei der Konstanz der Top-Teams einer Vorentscheidung gleichkommen könnte.

Deutz reist mit der Empfehlung der besten Auswärtsmannschaft der Liga an (nur eine Niederlage in elf Partien), während Jan Wellem trotz der jüngsten Pleite gegen die Rheindörfer statistisch besser aus der Winterpause gekommen ist, als der Gast.

David Gsella: „Die Chance, noch einmal heranzukommen“

Jan-Wellem-Coach David Gsella macht aus der Bedeutung der Partie keinen Hehl und sieht sein Team in der Pflicht, das „Endspiel“ um den Anschluss erfolgreich zu gestalten. „Deutz 05 am Sonntag ist für uns die Chance, noch einmal heranzukommen. Man muss ehrlich sein: Wenn du dieses Spiel verlieren solltest, liegst du neun Punkte hinter Deutz – dann wird es richtig schwer. Von daher ist das für uns ein absolut richtungsweisendes Heimspiel. Dafür brauchen wir eine starke Teamleistung, bei der jeder für den anderen da ist und Vollgas gibt. In solchen Partien braucht man auch das nötige Spielglück“, so Gsella.

Hannes Diekamp: „Auf dem Papier die beste Mannschaft der Liga“

Trotz der Tabellenführung schiebt Deutz-Trainer Hannes Diekamp die Favoritenrolle dezent in Richtung der Gastgeber. Er hat großen Respekt vor der individuellen Qualität im Kader des SSV, vertraut aber auf die Auswärtsstärke seiner eigenen Elf. „Für mich ist Jan Wellem auf dem Papier die beste Mannschaft dieser Liga – die Qualität der einzelnen Spieler ist enorm hoch. Da wartet eine echte Mammutaufgabe auf uns, erst recht auswärts bei ihnen zu Hause. Trotzdem wollen wir den Fokus weiter auf uns selbst richten und in unserer Entwicklung die nächsten kleinen Schritte nach vorne machen. Wir fahren dorthin, um etwas Zählbares mitzunehmen – im besten Fall natürlich drei Punkte. Es wird ein ganz hartes Stück Arbeit für uns, aber wir werden alles reinwerfen“, erklärt Diekamp kämpferisch.

Pflichtaufgabe mit Stolpergefahr: Rheindörfer zu Gast beim Brühler „Jugend forscht“

Während die Rheindörfer mit dem Rückenwind eines 3:1-Sieges gegen das Top-Team Jan Wellem anreisen, geht es für die Schlossstädter nach dem deprimierenden 0:6 in Heiligenhaus primär um die Ehre und die Ausbildung der nächsten Generation.

Die Rheindörfer wollen ihren Platz in den Top-5 zementieren und den Druck auf die Aufstiegsränge hochhalten. Brühl hingegen hat die Planungen für die Zukunft bereits gestartet und setzt voll auf den „Jugend forscht“-Weg.

Taner Durdu: „Fünf bis sechs U19-Spieler in der Startelf“

Brühl-Trainer Taner Durdu will die verbleibenden Spiele als Härtetest für die eigene Jugend nutzen. Trotz der sportlichen Misere lobt er die Moral seines Kaders.„Wir haben keine Angst, denn wir haben absolut nichts zu verlieren – wir können eigentlich nur gewinnen. Wir werden am Sonntag versuchen, den Gegner so lange wie möglich zu ärgern. Personell sind alle Spieler topfit. Wir werden voraussichtlich mit fünf bis sechs U19-Spielern aus der Sonderstaffel in der Startelf auflaufen. Wenn diese Mannschaft zusammenwächst und die nötige Seniorenerfahrung sammelt, kann man vom SC Brühl langfristig sicher wieder viel Gutes erwarten“, so Durdu.

Über den Gegner findet er fast schon ehrfürchtige Worte: „Das ist eine enorm starke Mannschaft, die aufgrund ihrer Top-Spieler und des hervorragenden Kollektivs eigentlich ganz oben in der Tabelle stehen müsste.“

Sebastian Tillmann warnt: „Alles andere als ein Sieg wäre ein Tiefschlag“

Auf der Gegenseite ist man sich der Favoritenrolle bewusst, will aber tunlichst verhindern, als erster Stolperstein für den Tabellenletzten in die Geschichte einzugehen. Rheindörfer-Coach Sebastian Tillmann fordert von seiner Elf volle Konzentration auf die „Hausaufgaben“.

„Auch wenn Brühl als abgeschlagenes Schlusslicht auf den ersten Blick wie eine vermeintlich leichte Aufgabe wirkt, wäre es ein großer Fehler, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir müssen diese Partie vielleicht sogar ernster nehmen als manch andere. Vor uns liegen ganz wichtige Wochen. Dafür ist das Spiel gegen Brühl die Grundlage – und alles andere als ein Sieg wäre für uns ein klarer Tiefschlag“, stellt Tillmann unmissverständlich klar.

Restart im Kölner Norden: 24-jähriger Zierden soll das Niehler Ruder rumreißen

Noch vor der Osterpause hat sich der CfB Ford Niehl von Trainer Dogan Oymak getrennt – aufgrund von Differenzen über die künftige Ausrichtung. Nun liegt die Last der Trendwende auf den Schultern des 24-jährigen bisherigen Co-Trainers Yannick Zierden. Zum Debüt gastiert der TV Hoffnungsthal, der mit einem Sieg die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt beseitigen will.

Die Vorzeichen könnten für Niehl kaum herausfordernder sein: In der Rückrunde steht lediglich ein Punkt zu Buche. Doch das Hinspiel (1:0 für Niehl) bewies, dass die Ford-Elf gegen die Bergischen bestehen kann.

Yannick Zierden: „Wille und langer Atem entscheiden“

Zierden, der in seiner Vita einige Mittelrheinliga-Einsätze stehen hat, geht die Aufgabe mit einer klaren Vision an. Für ihn ist die Partie trotz des Neun-Punkte-Abstands zum Gast ein Schlüsselspiel für den Kopf. „Mit Hoffnungsthal erwartet uns ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Auch wenn uns aktuell neun Punkte trennen, erwarte ich ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Am Ende wird die Mannschaft die Partie entscheiden, die mehr Wille, Stabilität und den längeren Atem beweist. Im Vergleich zum Spiel gegen Hürth gibt es im Kader kaum Änderungen – wir sind personell weiterhin dünn besetzt“, so Zierden gegenüber FuPa.

Gawlik hofft auf „Geschenk zur Trainerverlängerung“

Auf Seiten der Hoffnungsthaler sieht man den Trainerwechsel beim Gegner mit gemischten Gefühlen. Maciek Gawlik, sportlicher Leiter des TVH, nutzte die Gelegenheit für ein Plädoyer für mehr Kontinuität im Amateurbereich – und verkündete gleichzeitig positive Nachrichten aus dem eigenen Lager.

„Ein neuer Trainer beim Gegner birgt natürlich immer die Gefahr, dass sich die Spieler neu beweisen wollen. Dennoch finde ich es grundsätzlich schade, dass aktuell so viele Trainer im Amateurbereich während der laufenden Saison ausgetauscht werden. Eigentlich sollte man eine Saison, die man gemeinsam startet, auch gemeinsam zu Ende bringen“, gibt Gawlik zu bedenken.

Dennoch liegt der Fokus auf dem eigenen Erfolg: „Vielleicht machen uns die Jungs ja ein kleines ‚Geschenk‘ zur Vertragsverlängerung unseres Trainerteams und belohnen sich gleichzeitig selbst. Mit einem Sieg wären wir nach unten hin wohl endgültig durch. Nach vorne ist es für uns zwar nicht mehr extrem spannend, aber natürlich wollen wir noch den einen oder anderen Platz klettern.“

Wiedergutmachung oder Vorentscheidung? Zündorf unter Zugzwang gegen Hürther Reserve

Nach der deutlichen 1:7-Pleite bei Bergfried Leverkusen brennt bei Germania Zündorf der Baum. Am kommenden Spieltag steht die Mannschaft von Spielertrainer Andreas Dick vor einer Charakterprüfung: Zu Gast ist der FC Hürth II, der sich zuletzt mit einem 2:0 gegen Ford Niehl ordentlich Luft im Abstiegskampf verschafft hat.

Während Zündorf händeringend Punkte benötigt, um den Vier-Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer nicht weiter anwachsen zu lassen, könnte Hürth mit einem Auswärtssieg einen riesigen Schritt in Richtung endgültiger Klassenerhalt machen. Das Hinspiel endete mit einem 1:1-Unentschieden – ein Ergebnis, das Zündorf am Sonntag vermutlich zu wenig wäre.

Thomas Frohn: „Lassen uns nicht vom letzten Ergebnis blenden“

Hürths Trainer Thomas Frohn warnt davor, die Germania nach der herben Pleite in der Vorwoche abzuschreiben. Er erinnert an die ordentlichen Auftritte der Zündorfer zu Beginn der Rückrunde. "Wir fahren am Sonntag nach Zündorf und erwarten ein grundsätzlich schwieriges Spiel. Die Liga ist absolut ausgeglichen, und an jedem Spieltag gibt es Überraschungen. Vor allem lassen wir uns nicht von dem letzten Zündorfer Ergebnis gegen Bergfried blenden. Zündorf hat zu Beginn der Rückrunde gegen Heiligenhaus gewonnen und auch gegen Rheinsüd sowie die Rheindörfer – zwei Top-Mannschaften – gepunktet", so Frohn.

Sein Fokus liegt auf der eigenen Stabilität: "Wir wollen uns voll auf uns konzentrieren und den Rückenwind aus den letzten Wochen mitnehmen. Wir arbeiten daran, als geschlossene Einheit aufzutreten und ab Beginn der Partie hochkonzentriert zu sein. Unser Ziel ist es, unsere Qualität auf den Platz zu bringen, uns durchzusetzen und mit drei Punkten im Gepäck nach Hause zu fahren."

Zündorf: Die Defensive als größte Baustelle

Für die Germania geht es primär darum, die defensive Ordnung wiederzufinden. 18 Gegentore in den vergangenen vier Spielen haben Spuren hinterlassen, doch die Ergebnisse gegen die Top-Teams der Liga zeigen, dass das Potenzial für den Klassenerhalt vorhanden ist. Gegen Hürth II muss Zündorf von der ersten Minute an die von Frohn angesprochene „unangenehme“ Spielweise an den Tag legen, um die spielstarken Gäste aus dem Rhythmus zu bringen.

Rheinsüd als „Flow-Breaker“ gegen Bergfrieds Serientäter

Die Formkurven des FC Rheinsüd und des SV Bergfried Leverkusen sind seit der Winterpause völlig gegensätzlich. Die Krämer-Truppe empfängt das Team mit der perfekten Ausbeute von 18 Punkten aus sechs Spielen im Jahr 2026, während Rheinsüd nach einem holprigen Start (nur vier Zähler im neuen Jahr) noch nach der Konstanz der Hinrunde sucht.

Ein Blick zurück könnte den Kölnern jedoch Mut machen: Das Hinspiel in Leverkusen gewannen sie deutlich mit 4:0. Doch Bergfried reist nach dem 7:1-Kantersieg gegen Zündorf mit einer breiten Brust an, die kaum in den Mannschaftsbus passen dürfte.

Stefan Krämer: Mit „Händen und Füßen“ gegen den Lauf der Gäste

Rheinsüd-Trainer Stefan Krämer will den Leverkusener „Flow“ nicht einfach so hinnehmen. Er setzt auf eine konzentrierte Defensivarbeit und die spielerische Qualität seiner Mannschaft, um die Punkte im Kölner Süden zu behalten. „Bergfried hat in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, welche Qualität im Kader steckt und dass sie sich aktuell in einem echten Flow befinden. Diesen Flow wollen wir am Sonntag brechen. Wir werden uns mit Händen und Füßen wehren und alles dafür tun, Bergfried die ersten Punkte im Kalenderjahr 2026 abzunehmen. Dabei wird es darauf ankommen, sehr konzentriert gegen den Ball zu arbeiten. Wir streben gute Ballbesitzphasen an, wollen technisch sauber arbeiten und die nötige Durchschlagskraft entwickeln. Unser Ziel ist klar: Die Punkte bleiben bei uns“, so Krämer.

Zwar bleibt die Personallage angespannt, doch die Rückkehr einzelner Akteure sorgt für vorsichtigen Optimismus.

Stefan Müller: „Wir sind Realisten und keine Träumer“

Trotz der beeindruckenden Siegesserie bleibt Bergfried-Coach Stefan Müller am Boden. Er sieht das Spiel als richtungsweisend an, um den Gegner im Klassement auf Distanz zu halten und den Klassenerhalt endgültig einzutüten. „Auch gegen Rheinsüd muss ich mahnend den Finger heben: Der Schein trügt. Rheinsüd hat zuletzt wenig gepunktet, musste aber nacheinander gegen die absoluten Top-Teams ran. Wir unterschätzen niemanden und gehen die Aufgabe maximal seriös an. Unser Ziel ist es, den Gegner auf Distanz zu halten. Wir sind Realisten und keine Träumer. Dementsprechend müssen wir alles in die Waagschale werfen, um dort etwas mitzunehmen“, erklärt Müller.

Sorgen bereitet ihm das Lazarett: Neben den Langzeitverletzten Yürük und Can-Uluc droht nun auch Maik Maier (Verdacht auf Rippenbruch) auszufallen.

Favoritenrolle mit Stolperpotential im Kölner Westen

Das Rennen um den Aufstieg hat sich zu einem psychologischen Ausdauertest entwickelt. Der SV Schönenbach, mit 46 Punkten derzeit punktgleich mit dem Spitzenreiter auf Rang zwei geführt, steht vor der Aufgabe, seine Ambitionen bei einem Gegner zu untermauern, dessen Tabellenstand kaum Rückschlüsse auf das tatsächliche Leistungsvermögen zulässt. Mit dem TFC Köln wartet am kommenden Sonntag ein Gastgeber, der zwar auf dem 14. Platz rangiert, zuletzt jedoch durch hochgradig schwankende Resultate für Aufsehen sorgte.

Unbeständigkeit als Markenzeichen des Gastgebers

Der Türkische FC Köln blickt auf eine turbulente Spielzeit zurück. Nach der Trennung vom ehemaligen Bundesligaprofi Andrew Sinkala, der den Verein in der Hinrunde betreute, sucht der Aufsteiger nach Stabilität. Dennoch mahnen die Ergebnisse der vergangenen Wochen zur Vorsicht: Dem Überraschungserfolg gegen den vormaligen Tabellenführer Deutz 05 folgten knappe Niederlagen gegen Heiligenhaus und die Rheindörfer Nord sowie zuletzt ein 1:3 beim Tabellendritten Südwest Köln.

Die spielerische Anlage des TFC wird ligaweit als technisch anspruchsvoll wahrgenommen. Bereits im Hinspiel, das Schönenbach nur mühsam mit 1:0 für sich entscheiden konnte, präsentierte sich die Kölner Mannschaft als spielstarkes Kollektiv, das jedoch in der Chancenverwertung und der defensiven Absicherung Defizite offenbarte.

Personelle Engpässe beim Tabellenzweiten

Für den SV Schönenbach ist die Begegnung im Kölner Westen mit erheblichen personellen Unwägbarkeiten verbunden. Neben den Langzeitverletzten Astrit Dauti und Patrick Schmid muss der Kader auch den Ausfall von Rolf Unzola kompensieren. Die Vakanz auf der Torhüterposition verschärft sich durch den Zehenbruch des Ersatztorhüters Pascal Königs. Ein Einsatz von Niklas Jung, der laboriert an den Folgen eines Handbruchs, bleibt ungewiss.

Trotz dieser Schwächungen ist die Zielsetzung für die Gäste alternativlos. Nach dem jüngsten 2:0-Erfolg gegen Rheinsüd ist ein weiterer Sieg obligatorisch, um im engen Führungstrio der Liga nicht an Boden zu verlieren. Die taktische Marschroute wird dabei vor allem auf defensiver Disziplin und der physischen Präsenz beruhen, um den spielerischen Ansatz des Gastgebers frühzeitig zu unterbinden.