2026-04-23T13:43:33.969Z

Allgemeines

„Beschämend“: verabschiedet sich Hansa aus dem Aufstiegsrennen?

Der F.C. Hansa Rostock kassiert am 35. Spieltag der 3. Liga gegen den SSV Jahn Regensburg ein bitteres 2:5 und kassiert im Aufstiegsrennen den nächsten möglicherweise folgenschweren Rückschlag.

von fue · Heute, 17:13 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Verlinkte Inhalte

Nach einer katastrophalen Abwehrleistung verliert der F.C. Hansa Rostock am 35. Spieltag der 3. Liga vor 25885 Zuschauern mit 2:5 gegen den SSV Jahn Regensburg. Überragender Mann auf dem Platz war Regensburgs Angreifer Eric Hottmann mit vier Toren und einer Vorlage, während die Rostocker womöglich ihre letzten Aufstiegshoffnungen verspielen.

Rückschlag im Aufstiegsrennen

Für den F.C. Hansa Rostock bedeutet diese desolate Niederlage einen massiven Dämpfer im Kampf um die Spitzenplätze. Die Mannschaft verabschiedet sich durch diesen Auftritt womöglich aus dem Aufstiegsrennen. Der Tabellendritte FC Energie Cottbus kann morgen den Abstand zum Relegationsplatz auf sechs Punkte vergrößern, während der Tabellenzweite Rot-Weiss Essen seinen Vorsprung auf sieben Zähler ausbauen kann.

Es war das erste Mal seit Juli 2016, dass der F.C. Hansa Rostock gegen den SSV Jahn Regensburg verlor, damals trafen beide Teams ebenfalls in der 3. Liga aufeinander.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel war die Enttäuschung bei Daniel Brinkmann, dem Trainer des F.C. Hansa Rostock, deutlich spürbar: „Glückwunsch an den SSV Jahn Regensburg und an Sascha Hildmann zum verdienten Sieg. Ich glaube, da gibt es keinen Zweifel. Wer so eine erste Halbzeit spielt, der hat es nicht verdient, mehr zu holen.“

Defensive Schwächen und eine historische Einzelleistung

Der SSV Jahn Regensburg, der vor der Partie im Niemandsland der Tabelle stand und befreit aufspielen konnte, nutzte die eklatanten taktischen Fehler der Gastgeber eiskalt aus.

Sascha Hildmann erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel seinen Matchplan: „Wir haben auf eine Viererkette umgestellt, was ich auch schon machen wollte, als ich beim SSV Jahn Regensburg angefangen habe. Wir waren sehr kompakt, gerade am Anfang und hatten sehr, sehr viele Umschaltmomente.“

Nach Vorarbeit von Eric Hottmann traf Oscar Schönfelder bereits in der 12. Minute zur Führung. Kurz vor der Pause schnürte Eric Hottmann dann einen Doppelpack (43., 45.+5) zum 0:3. Eben jener Eric Hottmann zeigte mit seinem Viererpack inklusive Assist vielleicht die beste Einzelleistung dieser Drittligasaison.

Daniel Brinkmann übte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel scharfe Kritik am Defensivverhalten seiner Elf, speziell das erste Gegentor machte Daniel Brinkmann wütend: „Das erste Tor fällt total billig, das ist ein Einwurf, wo wir den Spieler danach nicht begleiten, der kommt frei zur Flanke. Du bist in der Box in Überzahl und kriegst das Ding nicht verteidigt. So zieht sich das dann durch.“

Ein kurzes Aufbäumen nach dem Seitenwechsel

Direkt nach der Halbzeit traf Eric Hottmann in der 49. Minute zum 0:4. Der F.C. Hansa Rostock zeigte daraufhin eine kurze Reaktion und kam durch Christian Kinsombi in der 51. Minute zum 1:4.

Nur fünf Minuten später brachte ein Eigentor von Leopold Wurm (56.) das 2:4, welches das Stadion noch einmal aufweckte. Um das Aufbäumen der Rostocker zu stoppen, reagierte Sascha Hildmann mit taktischen Wechseln: „Ich war sehr froh, dass ich dann noch mal erfahrene Spieler bringen konnte, die dann noch mal so ein bisschen Ruhe reingebracht haben.“

Entscheidung und harte Selbstkritik

Die endgültige Entscheidung fiel in der 87. Minute, als Eric Hottmann sein viertes Tor des Tages zum 2:5-Endstand erzielte und damit die letzten Zweifel am Regensburger Klassenerhalt beseitigte.

Daniel Brinkmann rang sichtlich um Fassung: „Am liebsten würde man da jetzt gar nichts zu sagen. Unterm Strich bleibt natürlich heute eine Riesenenttäuschung stehen.“ Er forderte von seinem Team eine schonungslose Aufarbeitung: „Wir müssen intern da unheimlich hart mit uns ins Gericht gehen, weil das einfach peinlich ist. Wenn du hier vor einer unglaublich geilen Kulisse vor 25885 Zuschauern so ein Heimspiel ablieferst, dann ist das beschämend.“

Dabei stellte sich der Trainer des F.C. Hansa Rostock auch selbst infrage: „Da nehme ich mich selbst auch in die Pflicht. Hast du die richtigen Worte gewählt, hättest du die Mannschaft noch besser vorbereiten können, besser umstellen können? Ich nehme mich da niemals raus.“

Schwere Aufgabe gegen das Team der Stunde

Nach diesem bitteren Heimdebakel wartet bereits die nächste immense Herausforderung auf den F.C. Hansa Rostock. Am 36. Spieltag trifft die Kogge am Samstag, den 02.05.26 um 14:00 Uhr, auswärts auf Alemannia Aachen.

Alemannia Aachen ist aktuell das Team der Stunde, belegt Platz zwei der Rückrundentabelle und marschiert geradewegs durch die Liga. Nach der blamablen Vorstellung gegen den SSV Jahn Regensburg wird eine deutliche Leistungssteigerung nötig sein, um in Aachen bestehen zu können.