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Berliner Nervenstärke in Gera: SC Staaken krönt sich zum Meister

In einem dramatischen Finale der NOFV-Hallenmeisterschaft sichert sich heute der Berliner Landesmeister im Neunmeterschießen den Titel und das DFB-Ticket.

von red · 14.02.2026, 17:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Volkhard Patten

Es war der heutige Samstag, der in der Panndorfhalle in Gera alles bot, was den Jugendfußball so wertvoll macht: Leidenschaft, technische Brillanz und eine Dramaturgie, die bis zum letzten Schuss anhielt. Bei der NOFV Futsal-Regionalmeisterschaft U17 der B-Jugend trafen die sechs besten Mannschaften des Nordostens aufeinander, um den Thron des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) zu besteigen. Am Ende eines langen Turniertages war es die pure Willenskraft, die über Sieg und Niederlage entschied. Was auf dem Parkett gezeigt wurde, war Werbung für den Futsal-Sport und eine Demonstration der hervorragenden Nachwuchsarbeit in den Landesverbänden.

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Ein mathematisches Rätsel in der Gruppe A

Die Vorrunde in der Gruppe A entwickelte sich zu einem sportlichen Kuriosum, das die Nerven aller Beteiligten strapazierte. Den Auftakt machte der SC Borea Dresden, der sich in einer torreichen Begegnung dem FC Thüringen Jena mit 2:5 geschlagen geben musste. Doch die Sachsen zeigten eine beeindruckende Reaktion und bezwangen im zweiten Spiel den FC Energie Cottbus mit 4:1. Damit war die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel völlig offen.

Die Lausitzer standen unter gewaltigem Druck und lieferten eine Machtdemonstration ab: Mit einem furiosen 7:0-Sieg gegen Jena schossen sie sich zurück an die Spitze. Am Ende der Gruppenphase standen alle drei Teams mit jeweils drei Punkten da. Nur das Torverhältnis entschied über das Schicksal: Der FC Energie Cottbus sicherte sich mit 8:4 Toren den ersten Platz vor dem SC Borea Dresden (6:6). Für den FC Thüringen Jena blieb trotz des starken Beginns mit 5:9 Toren nur der bittere dritte Rang.

Greifswalder Stabilität in der Gruppe B

Ganz anders verlief das Geschehen in der Gruppe B, wo sich frühzeitig klare Machtverhältnisse abzeichneten. Der Greifswalder FC erwies sich als die stabilste Kraft des Vormittags. Nach einem intensiven 1:1-Unentschieden gegen den SC Staaken ließen die Norddeutschen beim 5:0-Erfolg gegen den Haldensleber SC keine Zweifel an ihrer Klasse aufkommen. Die Berliner vom SC Staaken hingegen mussten um ihr Weiterkommen zittern. Auch gegen Haldensleben kamen sie über ein 1:1 nicht hinaus. Da der Haldensleber SC nach seinen zwei Auftritten nur einen Punkt auf dem Konto hatte, reichten die zwei Unentschieden für den SC Staaken, um als Tabellenzweiter hinter dem ungeschlagenen Greifswalder FC in das Halbfinale einzuziehen.

Der Umschaltmoment in den Halbfinals

Die K.O.-Phase veränderte die Statik des Turniers grundlegend. Im ersten Halbfinale prallten der Greifswalder FC und der SC Borea Dresden aufeinander. Die Greifswalder setzten ihren Siegeszug unbeirrt fort und dominierten die Partie über die gesamte Spielzeit von 15 Minuten. Mit einem deutlichen Ergebnis von 3:0 für den Greifswalder FC zogen die Männer von der Ostsee souverän in das Endspiel ein.

Das zweite Halbfinale bot eine noch größere Überraschung. Der FC Energie Cottbus, der als Gruppensieger der Staffel A favorisiert war, traf auf den SC Staaken. Die Berliner, die in der Vorrunde noch nach ihrer Form suchten, waren plötzlich hellwach. In einer hochemotionalen Begegnung bezwang der SC Staaken den FC Energie Cottbus mit 4:2 und machte damit den Berliner Finaltraum perfekt.

Torfestivals in den Platzierungsspielen

Bevor es um das begehrte Ticket zur Deutschen Meisterschaft ging, zeigten die Teams in den Platzierungsspielen, dass sie auch nach einem langen Turniertag nichts an Spielfreude eingebüßt hatten. Im Spiel um Platz 5 boten der FC Thüringen Jena und der Haldensleber SC den Zuschauern ein wahres Spektakel. In einer nervenaufreibenden Partie, die hin und her wogte, behielt Jena schließlich das glücklichere Ende für sich und siegte mit 6:5.

Wenig später kam es im Spiel um Platz 3 zur Neuauflage des Vorrunden-Duells zwischen Cottbus und Dresden. Diesmal ließen die Brandenburger jedoch keine Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Der FC Energie Cottbus sicherte sich durch einen klaren 4:1-Sieg gegen den SC Borea Dresden den dritten Platz auf dem Podium.

Das Nervendrama im großen Finale

Der Höhepunkt des Tages war das Aufeinandertreffen der beiden Rivalen aus der Gruppe B im großen Finale. Der SC Staaken forderte den Greifswalder FC heraus. Es war eine Begegnung auf Augenhöhe, die von taktischer Disziplin und der Angst vor dem entscheidenden Fehler geprägt war. Da nach der regulären Spielzeit kein Sieger feststand, musste das Neunmeterschießen über die Krone des Nordostens entscheiden. In diesem Stresstest bewiesen die Berliner die kühleren Köpfe. Der SC Staaken besiegte den Greifswalder FC mit 3:2 und krönte sich damit zum Champion. Es war ein Triumph der Moral für ein Team, das sich mühsam durch die Vorrunde gekämpft hatte, um im entscheidenden Moment über sich hinauszuwachsen.