
Am heutigen Sonntag wurde Bad Berka zum Zentrum des ostdeutschen Frauenfußballs. Bei der 5. NOFV Futsal-Regionalmeisterschaft kämpften sechs Landesmeister um die Krone des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). In einem Turnier, das von taktischer Raffinesse und emotionalen Momenten geprägt war, setzte sich die Qualität am Ende durch. Die Zuschauer in der Halle erlebten ein Wechselbad der Gefühle, bei dem technisches Geschick auf engstem Raum und unbändiger Siegeswille in jeder der zwölfminütigen Partien spürbar waren.
Bereits zum zweiten Mal nach 2024 fungierte Bad Berka als Gastgeber für dieses überregionale Kräftemessen. Die Organisation und die Atmosphäre in der Halle boten den perfekten Rahmen für ein Turnier, das im Kalender des NOFV einen festen Platz eingenommen hat. Die sechs Teams aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen brachten ihre ganz eigenen Geschichten mit auf das Parkett. Was am Vormittag feierlich eröffnet wurde, entwickelte sich schnell zu einem sportlichen Belastungstest, der den Spielerinnen in Sachen Konzentration und Physis alles abverlangte.
Die sportliche Relevanz dieses Sonntags war für alle Beteiligten greifbar, denn der Turniersieg war untrennbar mit der Qualifikation für die 4. Deutsche Futsal-Meisterschaft verbunden. Der heutige Champion darf die Farben des Nordostens vom 13. bis 15. März 2026 in der Sportschule Duisburg-Wedau vertreten. Dieser Traum von der bundesweiten Bühne beflügelte vor allem jene Mannschaften, die zum ersten Mal an einer überregionalen Meisterschaft teilnahmen. Jedes Tor in der Tabelle war somit ein potenzieller Baustein für die Reise ins Ruhrgebiet, was die Intensität der Zweikämpfe von Beginn an erklärte.
Der Turniertag begann mit einer Phase des vorsichtigen Abtastens, in der die Defensive im Vordergrund stand. Im Eröffnungsspiel trennten sich der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen und der FC Hansa Rostock mit einem 0:0-Unentschieden. Auch der 1. FC Union Berlin II tat sich zu Beginn schwer und kam gegen den ESV Lokomotive Meiningen nicht über ein 0:0 hinaus. Diese ersten Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Leistungsdichte im Feld der Landesmeisterinnen enorm hoch war und niemand bereit war, durch unüberlegte Offensivaktionen ins offene Messer zu laufen.
Nach dem verhaltenen Start fand der 1. FC Union Berlin II jedoch schnell zur Stabilität und Effizienz. Einem 2:0 gegen den FC Stahl Aken folgte ein deutlicher 4:1-Erfolg gegen den 1. FFC Fortuna Dresden. Mit insgesamt 13 Punkten und einem beeindruckenden Torverhältnis von 9:1 bewiesen die Köpenickerinnen, warum sie als Titelverteidigerinnen angereist waren. Die Abgeklärtheit, mit der Union die Räume zustellte und die sich bietenden Chancen nutzte, war die Handschrift eines wahren Champions.
Besonders beeindruckend verkauften sich die Teams, die heute ihre Premiere auf überregionaler Ebene feierten. Der ESV Lokomotive Meiningen sicherte sich mit zehn Punkten den zweiten Platz. Meiningen blieb defensiv extrem stabil und kassierte im gesamten Turnierverlauf nur zwei Gegentore.
Auch der sächsische Vertreter, der 1. FFC Fortuna Dresden, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Mit zehn Punkten und der offensivstärksten Ausbeute von zehn Treffern landeten die Dresdnerinnen nur aufgrund der Tordifferenz auf dem dritten Rang. Das direkte Duell zwischen diesen beiden Teams endete 2:1 für Dresden, was die enorme Spannung bis zum Schluss unterstrich.
Völlig konträr zur Vorsaison verlief das Turnier für den FC Hansa Rostock. Der Vizemeister von 2025 fand heute nicht zu seinem Rhythmus und musste sich mit lediglich zwei Punkten und dem letzten Tabellenplatz begnügen. Punktgleich mit Rostock landete der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen auf dem fünften Rang, da beide Teams ein identisches Torverhältnis von 2:7 aufwiesen. Davor platzierte sich der FC Stahl Aken aus Sachsen-Anhalt, der mit vier Punkten den vierten Platz belegte. Aken gelang unter anderem ein wichtiger 2:0-Sieg gegen Miersdorf/Zeuthen, was den verdienten Sprung ins Mittelfeld bedeutete.
Obwohl der Modus „Jeder gegen jeden“ keine klassischen Finalspiele vorsieht, fühlte sich die letzte Partie des Tages wie ein Endspiel an. Der 1. FC Union Berlin II traf auf den FC Hansa Rostock. Während es für die Rostockerinnen nur noch um einen versöhnlichen Abschluss ging, wollte Union den Sack endgültig zumachen. Die Berlinerinnen ließen keine Nervosität aufkommen und siegten mit 2:0. Mit diesem Erfolg besiegelten sie ihren Turniersieg offiziell und durften unter dem Jubel der mitgereisten Fans den Pokal entgegennehmen. Es war die Krönung einer konstanten Leistung über fünf Spiele hinweg.
Die Abschlusstabelle spiegelt die Dominanz der Hauptstadt wider: Union Berlin II thront ungeschlagen an der Spitze. Mit dem heutigen Triumph im Gepäck bereiten sich die Berlinerinnen nun auf die Reise nach Duisburg vor, um dort Mitte März gegen die besten Futsal-Teams Deutschlands anzutreten. Bad Berka hat heute einmal mehr bewiesen, dass es ein erstklassiges Pflaster für den Frauenfußball ist. Die Mischung aus etablierten Kräften und hungrigen Debütantinnen sorgte für ein Turnier, das den Stellenwert des Futsals im Nordosten nachhaltig stärkt.