
Der SSV Berghausen befindet sich im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga erneut in einer schlechten Ausgangsposition. Am vergangenen Spieltag verlor die Elf von Trainer Ralf Dietrich gegen Konkurrent DV Solingen 1:2 und rangiert nun als Vorletzter drei Partien vor Schluss vier Zähler hinter dem rettenden Ufer als Relegationsplatz. Am Sonntag (15.30 Uhr, Sportplatz Berghausen) bekommt es die Heimelf zu allem Überfluss mit dem offensivstarken BV Gräfrath zu tun. Eine gute Nachricht gibt es dennoch: von der Trainerbank.
Denn Dietrich gibt ein klares Signal an seine Mannschaft und verspricht die nötige Stabilität auf der wichtigen Position des Chefübungsleiters. „Wir haben uns schon im Winter darauf verständigt, dass wir weitermachen“, sagt er und meint damit auch Siegfried Lehnert als Sportlichen Leiter. Ein Abstieg des SSV würde die Entscheidung des sich vor dem Engagement eigentlich bereits in „Fußball-Rente“ wähnenden Dietrich nicht verändern. „Auch wenn das wieder einen Umbruch bedeutet“, sagt er. Warum aber würde Dietrich mit dem Klub auch wieder in die Kreisliga A gehen? „Ich würde das gern reparieren“, lautet die klare Antwort.
Noch aber versuchen er und seine Auswahl, in der Klasse zu bleiben. Allerdings weiß Dietrich um die Schwere der Aufgabe. Und obgleich die Berghausener sich nunmehr nicht mehr aus eigener Kraft sichern können und auf Schützenhilfe angewiesen sind, sei der Blick nur auf das eigene Tun besonders wichtig. Einzig war dieser Blick zuletzt nur in wenigen Aspekten erfreulich.
Denn die Berghausener nutzen einerseits die Möglichkeiten vor dem gegnerischen Tor nicht, zum anderen schmissen sie wie etwa beim 2:2 gegen die SSVg Velbert II kurz vor dem Schlusspfiff einen Sieg und damit die drei Punkte weg. „Wir hadern mit uns selbst“, gibt Dietrich daher zu. Beim 1:2 gegen DV Solingen II – das zugegeben mit Verstärkung aus dem Landesligakader auftrat –, waren seine Schützlinge lange zu zaghaft. Laut Dietrich lagen sie zu Recht schnell mit zwei Treffern in Rückstand, weil sie zu ängstlich waren.
Erst im zweiten Spielabschnitt legte der SSV die Schüchternheit ab. „Wir sind dann minütlich mutiger geworden“, berichtet Dietrich. Doch wieder vermochte es seine Elf nicht, die Gelegenheiten in Tore zu verwandeln. „Wir machen sie nicht – das muss man so deutlich sagen“, ärgert sich der Coach. Namentlich vergaben der einzige Torschütze Justin Bartoschek sowie Dariusz-Alexander Tontsch und Max Pluschke in aussichtsreichen Szenen.
Nun ist es freilich nie gut, vor dem Tor harmlos zu sein, und einen guten Moment dafür gibt es nie. Einen besonders schlechten jedoch wohl schon. Denn mit Gräfrath kommt eine Offensivreihe, die sicher den einen oder anderen Treffer auf die Anzeigetafel bringen wird. Allen voran Alessio Mangia gilt als treffsicherer Angreifer. Er kommt auf bisher 24 Tore und 17 Vorbereitungen in 27 Auftritten. Damit ist er laut Torschützenliste der drittbeste Stürmer der Liga. „Ich glaube, wenn man die zweite Halbzeit gegen DV Solingen gesehen hat, dann weiß die Mannschaft, dass sie diese Spiele gewinnen kann“, lobt Dietrich seine Mannschaft – und hofft.