2026-04-20T12:45:22.080Z

Ligabericht

Bergfried träumt wieder vom Klassenerhalt − Casa gewinnt Kellerduell

Der 19. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga

von Benedikt Hitze · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Der SV Menden rutscht immer weiter ab
Der SV Menden rutscht immer weiter ab – Foto: Boris Hempel

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Am 19. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga gab es gerade im Tabellenkeller neue Entwicklungen. Der SV Bergfried ist wieder dran am rettenden Ufer und Casa gewinnt das direkte Duell gegen Bröltal. Alle Spiele im Überblick:

Südwest lässt Waldenrath keine Chance

Die DJK Südwest marschiert in der Frauen-Mittelrheinliga einfach weiter. Auch gegen Waldenrath gab es einen souveränen 4:1-Auswärtserfolg. Während die Kölnerinnen ihre beeindruckende Serie fortsetzen, musste die Viktoria eingestehen, dass an diesem Tag eine Klasse Unterschied zwischen den beiden Teams lag. Maik Honold, Trainer von Waldenrath, sah das auch ein: „Wir mussten eine deutliche 4:1-Niederlage hinnehmen und es ist uns über die gesamte Spielzeit nicht gelungen, ein ernsthafter Gegner für den Tabellenführer zu sein. Unsere Ballbesitzphasen waren zu selten und zu kurz; wir haben zu oft auf lange Bälle zurückgegriffen, die kaum Entlastung brachten. Auch gegen den Ball fehlte es an Laufbereitschaft und Konsequenz. Diese Niederlage ist ein deutlicher Dämpfer, den wir intensiv aufarbeiten müssen. Wir müssen uns in allen Mannschaftsteilen deutlich verbessern.“ Larissa Schnackertz war natürlich zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft: „Wir haben das Spiel von Beginn an dominiert und kontrolliert. Gegen einen robusten Gegner haben wir körperlich gut dagegengehalten. Waldenrath konnte seine wenigen Chancen nicht verwerten, da entweder unsere Abwehr oder unsere bestens aufgelegte Torhüterin Feli Müller alles reingeworfen haben – sonst hätte es unnötig spannend werden können. Das Ergebnis ist in der Höhe verdient und spiegelt den Spielverlauf entsprechend wider.“ Die DJK Südwest Köln marschiert damit weiter mit riesigen Schritten Richtung Meisterschaft und zeigt auch gegen Top-Teams der Liga keine Schwäche. Waldenrath hingegen muss diesen Rückschlag schnell verdauen, um den vierten Tabellenplatz nicht zu gefährden.

Merl gelingt Reaktion

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge konnte Rot-Weiß Merl wieder einen Dreier einfahren. Mit einem knappen 1:0-Erfolg beendeten die Merlerinnen ihre kleine Negativserie. Jüngersdorf verliert neben dem Spiel auch die nächste Spielerin und muss den Blick weiterhin nach unten richten. Trainer Hans Ohrem bewertete die Partie deutlich: „Wir haben heute verdient verloren. Wir sind überhaupt nicht richtig ins Spiel gekommen und die erste Halbzeit war insgesamt schwach. Merl hatte die bessere Spielanlage und war deutlich griffiger in den Zweikämpfen. Wir hatten kaum zwingende Aktionen nach vorne. Solange es 0:1 steht, hofft man natürlich, mit etwas Glück noch ein Unentschieden mitzunehmen, aber das wäre heute definitiv nicht verdient gewesen. Bitter ist zudem, dass wir einen weiteren Ausfall durch einen Nasenbeinbruch erlitten haben, was unsere personelle Situation weiter massiv verschärft.“ Auf der anderen Seite war Jan Schüll natürlich besser auf das Spiel zu sprechen: „Die Mannschaft hat heute genau die gewünschte Reaktion gezeigt. Wir haben dem Spiel von Anfang an unseren Stempel aufgedrückt und konnten es aktiv gestalten. Phasenweise konnte Jüngersdorf das Spiel zwar übernehmen, daraus aber nichts Torgefährliches generieren – an diesen Phasen müssen wir dennoch arbeiten. Da die Chancenverwertung heute nicht optimal war, blieb das Spiel durch das knappe 0:1 lange spannend." Merl kann durch den Sieg wieder in die obere Tabellenhälfte schielen und will gegen Alemannia Straß den Sieg bestätigen. Jüngersdorf hingegen muss die Wunden lecken: Neben der spielerischen Aufarbeitung steht vor allem die Sorge um den dezimierten Kader im Vordergrund.

Bödingen holt den nächsten Sieg

Der SV Allner-Bödingen festigt seinen dritten Tabellenplatz in der Frauen-Mittelrheinliga. Beim Gastspiel gegen Vorwärts Spoho 98 II setzten sich die Gäste mit 2:0 durch. In einer Partie, die vor allem durch physische Präsenz und taktische Disziplin geprägt war, bewies Bödingen die nötige Ruhe, um die drei Punkte aus Köln zu entführen. Jesse Muambay wusste um die schwere Aufgabe: „Wie erwartet war es ein sehr enges und vor allem körperbetontes Spiel. Spoho hat gut begonnen, aber mit fortlaufender Spieldauer haben wir immer mehr die Kontrolle übernommen und uns sehr gute Möglichkeiten erarbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ruhiger und besonnener agiert. Das war der Schlüssel, um nacheinander die Tore zu erzielen. Am Ende war es ein absolut verdienter Arbeitssieg für meine Mannschaft.“ Mit diesem Erfolg bleibt Bödingen der Spitzengruppe dicht auf den Fersen und unterstreicht seine Ambitionen als dritte Kraft der Liga.

Bergfried macht den Abstiegskampf wieder eng

Dank des dritten Sieges aus den letzten vier Spielen hat der SV Bergfried wieder realistische Chancen auf den Klassenerhalt. In einer umkämpften Partie beim SV Menden behielten die Gäste mit 1:0 die Oberhand und entführten drei überlebenswichtige Punkte aus Menden. Für die Gastgeber wird dagegen die Situation immer ernster. Am Sonntag erlebte der SV die neunte (!) Niederlage in Folge. Der Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz beträgt mittlerweile nur noch drei Punkte. Sebastian Finster, Trainer von Bergfried, wusste um die Bedeutung des Sieges: „In der ersten Halbzeit hatten wir noch einige Probleme, uns auf das System von Menden einzustellen. Es war ein Abtasten auf beiden Seiten mit jeweils ein bis zwei Chancen. Nach der Halbzeit haben wir es jedoch geschafft, den Druck massiv zu erhöhen. Wenn wir unsere Möglichkeiten konsequenter nutzen, hätten wir gut und gerne zwei bis drei Tore mehr schießen können. Am Ende war es ein absolut verdienter Sieg, durch den wir uns im Rennen um den Klassenerhalt wieder eindrucksvoll zurückmelden.“ Dieser Erfolg könnte für Bergfried Leverkusen die Initialzündung für die kommenden Wochen sein. Mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen geht es nun in die nächsten „Endspiele“.

Bröltal verpasst Big-Points

Im Kampf um den Klassenerhalt musste sich der TuS mit 1:2 gegen Casa geschlagen geben. Dabei begann der THB verheißungsvoll und vergab Großchancen zur Führung. Die kalte Dusche folgte nach einer Ecke für die Kölnerinnen, die zum 1:0 führte. „Danach geben wir das Spiel so ein bisschen aus der Hand. Der Gegner spielt recht unorthodox und damit hatten wir Probleme“, analysierte Mats Bollmann, Trainer des TuS, den zwischenzeitlichen Bruch im Spiel. Nach dem verdienten Ausgleich durch Mekaoui kurz nach der Pause schien die Partie zugunsten der Gäste zu kippen, bis die Unparteiische Ariana Ajdari mit Gelb-Rot vom Platz stellte. Ein Platzverweis, der den Trainer fassungslos zurückließ: „Es war ein Foul, aber niemals Gelb. Der Schiedsrichter hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass Ariana schon verwarnt worden war. Wenn wir das Spiel zu elft beenden, bin ich ziemlich sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“ Danach drängte der TuS auf den erneuten Ausgleich, verzweifelte jedoch vor dem gegnerischen Tor. Das Fazit von Mats Bollmann fiel dementsprechend wehmütig aus: „Es ist super ärgerlich, dass wir nichts mitgenommen haben. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Ich finde es unglaublich schade, dass sich die Mädels für den Aufwand nicht belohnen konnten. Sie haben bis zum Schluss alles versucht.“ Für Casa war es wiederum ein wichtiger Sieg, um sich etwas Luft im Keller zu verschaffen.