2026-04-28T04:45:54.822Z

Ligabericht

Bergfried gewinnt schon wieder − Südwest nutzt Aachens Patzer

Der 20. Spieltag der Frauen-Mittelrheinliga

von Benedikt Hitze · Heute, 15:14 Uhr · 0 Leser
Die Alemannia hat im Meisterrennen gepatzt
Die Alemannia hat im Meisterrennen gepatzt – Foto: Miriam Senft

Verlinkte Inhalte

Am 20. Spieltag konnte der SV Bergfried seine Siegesserie fortsetzen und damit weiter am Riesencomeback arbeiten. Im Kampf um die Meisterschaft bahnt sich dagegen die Entscheidung.

Bergfried marschiert weiter

Der SV Bergfried hat den nächsten riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Im richtungsweisenden Duell gegen Casa España behielten die Leverkusenerinnen mit 2:0 die Oberhand. Mit dem dritten Sieg in Folge krönt die Mannschaft ihre beeindruckende Aufholjagd und schließt in der Tabelle immer weiter zu den rettenden Plätzen auf. Der Abstand beträgt nun nur noch zwei Punkte. Sebastian Finster, Trainer von Bergfried, wusste wie schwer es gegen Casa werden würde: „Es war das erwartete Spiel. Casa kam besser rein und hatte auch die ersten Chancen.

In der ersten Halbzeit waren wir schläfrig und haben ihnen zu viel Platz gelassen – sie waren einfach handlungsschneller.“ In der zweiten Halbzeit drehte sich das Bild: Bergfried steigerte die Intensität und kämpfte sich in die Begegnung. Ein glücklicher Führungstreffer brach schließlich den Bann, bevor das 2:0 den Deckel auf die umkämpfte Partie setzte. „In der zweiten Halbzeit konnten wir dann mithalten und sind glücklich 1:0 in Führung gegangen. Das 2:0 war dann die Entscheidung. Das Spiel hätte auch in Casas Richtung gehen können, es war ein sehr umkämpftes Spiel“, gab Finster offen zu.

Für Leverkusen ist dieser Erfolg Balsam auf die Seele, nachdem die Hinrunde noch von vielen Rückschlägen geprägt war. Inzwischen hat sich das Team zu einem der formstärksten Mannschaften der Liga entwickelt. Finster zeigt sich stolz: „Jetzt sind wir voll drin in der Verlosung um den Abstieg. Es freut mich ungemein für meine Mannschaft. Nach der unglücklichen Hinrunde nun so zu performen, ist eine Mega-Leistung.“ Durch die drei Punkte zieht Bergfried den direkten Konkurrenten Casa España wieder mitten hinein in den Abstiegskampf. Während Casa den Vorsprung auf die Abstiegsränge schrumpfen sieht, strotzt Bergfried vor Selbstvertrauen. Wenn die Finster-Elf diese Form konserviert, ist der Klassenerhalt, der vor wenigen Wochen noch in weiter Ferne schien, nun wieder ein absolut realistisches Ziel.

Straß schlägt Merl eiskalt

Der SV Rot-Weiß Merl hat einen bitteren Nachmittag erlebt. Trotz drückender Überlegenheit und viel Ballbesitz musste sich Merl dem SC Straß deutlich mit 1:4 geschlagen geben. Während Merl das Spiel machte, zeigten die Gäste aus Straß eine Lehrstunde in Sachen Effizienz und defensiver Disziplin. „Das Ergebnis spiegelt den eigentlichen Spielverlauf nicht wider. Wir hatten sehr viel Ballbesitz und haben das Spiel aktiv gestaltet. Aber Straß war defensiv extrem gut eingestellt und wir konnten mit unserem Ballbesitz leider zu wenig anfangen", erklärt Merls Trainer Jan Schüll. Der Coach erkannte jedoch an, dass spielerische Dominanz allein keine Punkte bringt, wenn die Konsequenz in beiden Strafräumen fehlt: „Es zählen am Ende nur Tore, und Straß hat unsere Fehler heute einfach eiskalt ausgenutzt. In dieser Hinsicht war der Sieg für sie dann auch verdient. Trotzdem können wir auch aus dieser Partie etwas Positives für die nächsten Aufgaben mitnehmen.“ Für Straß war es ein wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt.

Südwest weiter souverän

Die DJK Südwest marschiert unaufhaltsam weiter in Richtung Titel. Mit einem souveränen 4:0-Heimerfolg gegen den TuS Jüngersdorf hat die Mannschaft von Larissa Schnackertz ihre Vormachtstellung in der Frauen-Mittelrheinliga unterstrichen. Da sich die direkten Verfolger aus Aachen und Waldenrath zeitgleich die Punkte teilten, war dies ein perfekter Spieltag für die Kölnerinnen. Von der ersten Minute an entwickelte sich das Spiel so, wie es die Tabellensituation vermuten ließ. Südwest drückte, Jüngersdorf versuchte mit aller Macht, das Zentrum dichtzuhalten. Doch die spielerische Klasse des Tabellenführers war an diesem Tag eine Nummer zu groß für die Gäste. Larissa Schnackertz war, bis auf die Chancenverwertung, sehr zufrieden mit ihrer Mannschaft: „Gegen einen kompakt und Tief stehenden Gegner konnten wir von Beginn an die Spielkontrolle übernehmen und uns schnell Torchancen erarbeiten.

Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann hätte das Ergebnis zur Halbzeit schon deutlicher sein müssen. Am Ende war es ein ungefährdeter Sieg und wir konnten durch das Ergebnis in Aachen unseren Vorsprung weiter ausbauen.“ Die Gäste aus Jüngersdorf reisten personell geschwächt an und konzentrierten sich primär auf die Schadensbegrenzung. Trotz großer Leidenschaft machten ihnen am Ende jedoch die eigenen Patzer einen Strich durch die Rechnung. „Klarer, verdienter Sieg des Tabellenführers. Unser Ansatz war aufgrund der Kadersituation deutlich defensiver und hat eigentlich auch ganz gut geklappt, aber drei der vier Gegentore fallen nach individuellen Fehlern. Insgesamt haben wir physisch alles reingeworfen, waren aber in Summe gesehen chancenlos", erklärt Trainer Hans Ohrem.

Aachen rettet spät den Punkt im Derby

In einem packenden Duell trennten sich Alemannia Aachen und Viktoria Waldenrath-Straeten mit 2:2. Während Aachen den Punkt als Erfolg für die Moral verbucht, hadert Waldenrath mit der eigenen Chancenverwertung und einer Schiedsrichterentscheidung in der letzten Sekunde. Von Beginn an war zu spüren, dass Waldenrath dieses Spiel als echtes Derby begriff. Die Gäste kontrollierten die Anfangsphase und gingen verdient in Führung. Doch wie so oft in dieser Saison belohnte sich die Viktoria nicht für ihre Überlegenheit, was Aachen zurück ins Spiel kommen ließ. „Von Beginn an waren wir die aktivere und spielbestimmende Mannschaft. Wir hatten mehr Spielanteile, waren aggressiv in den Zweikämpfen und kamen folgerichtig auch zur Führung. Bis zum Ausgleichstreffer kontrollierten wir das Geschehen weitestgehend. Nach dem 1:1 ließ Aachen jedoch nicht nach und wurde stärker", erklärt Waldenrath-Trainer Maik Honold.

In der zweiten Halbzeit schaltete Waldenrath nach einer taktischen Umstellung sogar noch einen Gang höher und drückte die Alemannia tief in die eigene Hälfte. „Wir waren dominanter und haben uns ein regelrechtes Füllhorn an Großchancen erarbeitet. Leider fehlte uns erneut die letzte Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, sodass wir aus unserer Überlegenheit viel zu wenig Kapital schlugen.“ Als Schneider kurz vor dem Ende per Kopf zum 2:1 traf, sah alles nach einem verdienten Auswärtssieg aus. Doch die Nachspielzeit entwickelte sich zum Albtraum für die Gäste. In der sechsten Minute der Extrazeit gelang Aachen der Last-Minute-Ausgleich. Maik Honold zeigt sich enttäuscht über das späte Ende: „Es ist sehr bitter, dass wir uns am Ende nicht belohnen konnten. In einer aus unserer Sicht sehr großzügig bemessenen Nachspielzeit gelang Aachen in der 96. Minute noch der Ausgleich.“ Für Waldenrath fühlt sich dieses Unentschieden wie eine Niederlage an. Die mangelnde Effektivität bleibt die Achillesferse des Teams, während Aachen seine Nehmerqualitäten unter Beweis stellte. „Unterm Strich bleibt ein Punkt, der sich aufgrund des Spielverlaufs eher wie zwei verlorene Zähler anfühlt. Unsere mangelnde Effektivität vor dem Tor zieht sich leider wie ein roter Faden durch die bisherige Saison, daran müssen und werden wir dringend arbeiten“, so Honold abschließend.