Neue Hoffnungsträger beim TSV Beratzhausen: Die Trainer Christian Eglmeier (rechts) und sein „Co“ Christian Effhauser.
Neue Hoffnungsträger beim TSV Beratzhausen: Die Trainer Christian Eglmeier (rechts) und sein „Co“ Christian Effhauser. – Foto: Frauke Beer

Beratzhausen: Trainerduo, Aufbruchstimmung, Suche nach Sportchef

Mit viel frischem Mut und Hoffnung geht das Kreisliga-Schlusslicht die Restsaison an

Nein, an die abgelaufene Hinrunde in der Kreisliga 2 Regensburg erinnert man sich beim TSV Beratzhausen wirklich nicht gern zurück. Sportliche Erfolgserlebnisse in Form von Siegen wollten sich einfach nicht einstellen. Dann trat mittendrin auch noch Stephan Buckow als Trainer zurück. Interimsweise stellte sich Spartenleiter Klaus Meyer an die Seitenlinie, ehe er sich als Leiter der Fußballabteilung zurückzog. Doch all das hat der Kreisliga-Dino hinter sich gelassen. Und neuen Mut gefasst. Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren. Ihren Beitrag dazu leisten die beiden im vergangenen Oktober neuinstallierten Trainer Christian Eglmeier und Christian Effhauser, die von allen nur „Egi“ und „Hauser“ genannt werden.

Die Suche nach einer passenden Trainernachfolge für Stephan Buckow – er hatte in der Hoffnung nach neuen Implusen früh in dieser Saison abgedankt – zog sich hin. Schlussendlich wurde der TSV fündig. Das neue Duo Eglmeier / Effhauser scheint sich schon jetzt als Glücksfall herauszukristallisieren. Auch sportlich ging der Trend bereits vor dem Gang in die Winterpause, in den ersten drei Spielen unter der Regie der beiden Christians, nach oben. Gegen Riedenburg (1:2) und Painten (1:1) kosteten der Mannschaft jeweils späte Gegentore den Sieg, gegen Lorenzen (3:1) klappte es endlich mit dem zweiten Saisonsieg. Heuer steigt aus der Kreisliga 2 nur der Tabellenletzte ab. Das ist aktuell Beratzhausen. Doch der momentane Relegant ASV Holzheim ist nur zwei Punkte weg, aufs rettende Ufer sind nochmal fünf Punkte mehr aufzuholen.

Einen „klaren Aufwärtstrend“ macht Ben Scheuerer (36) aus, der das Amt des Abteilungsleiter derzeit interimsmäßig ausübt. Scheuerer weiß um die Schwere der Aufgabe, die Klasse noch zu halten, „aber wir wissen auch, dass wir nicht chancenlos sind“. Ein Abstieg sei auch kein Beinbruch: „Dann greifen wir halt eine Liga tiefer wieder an.“ So wie 2017/18, als der TSV den sofortigen Wiederaufstieg aus der Kreisklasse rein in die gewohnte Umgebung schaffte. Ansonsten ist in Beratzhausen seit 2006 durchgehend Kreisliga-Fußball geboten! Auch das neue Trainerduo bekommt von Ben Scheuerer ein Lob ab. „Mit ihnen kam neuer Schwung, sie sind mit Herzblut dabei.“

Derweil ist auch Übungsleiter Christian Eglmeier positiv gestimmt. Seine neuen Schützlinge machen es ihm einfach. Sie würden prima mitziehen, konzentriert arbeiten und seine Vorgaben umsetzen, skizziert der 45-Jährige seine anfänglichen Eindrücke. Auch die Trainingsbeteilung stimmt. „Die stets 20 bis 27 Trainingsgäste sind sowohl dort als auch vorm Spiel in der Kabine total fokussiert. Ich habe in den Trainingseinheiten und Spielen – in denen wir ein bisschen was verändert haben –, auch gesehen und gemerkt, dass die Mannschaft intakt ist und wieder an sich glaubt!“

Natürlich brachte das Ausscheiden von Klaus Meyer als langjähriger Abteilungsleiter und quasi „Mädchen für alles“ etwas Einschneidendes mit sich. Meyer hatte 14 Jahre lang das Amt des Spartenleiters inne und hätte laut Ben Scheuerer „unglaublich tolle und wertvolle Arbeit für den Verein“ geleistet: „Sein Aufhören ist ein herber Verlust.“ Wobei Meyer den TSVlern nach wie vor beratend zur Seite steht und hilft. Scheuerer, der übrigens die TSV-Reserve in der A-Klasse betreut, springt bis zu den Neuwahlen als Interims-Abteilungsleiter in die Bresche; Meyers Aufgaben sollen aber auf mehrere Schultern verteilt werden.

Ohne Kaderänderungen startet Beratzhausen in die Vorbereitung, deren Höhepunkt ein Trainingslager am Starnberger See bildet. Eine Fluktuation im Kader ist es beim TSV sowieso unüblich, da er ausschließlich auf einheimische Spieler aus der Marktgemeinde setzt. Die Zusammenarbeit mit Trainerpartner Christian Effhauser (39), den er schon lange kennt, bezeichnet Christian Eglmeier als „überragend, da wir ähnlich denken und ticken, uns schon jahrzehntelang kennen und früher schon zusammen gespielt haben“. „Hauser“ nehme ihm in jedem Training viel Arbeit ab und unterstütze ihn total, zumal er momentan gesundheitlich eingeschränkt sei, lobt Eglmeier. Dadurch hätte er selbst die Möglichkeit, noch mehr mit den Spielern zu reden. Aber auch den restlichen „Stuff“ um Betreuer Bernhard Schätz („kümmert sich rund ums Spiel um alles“), Torwarttrainer Stefan Reisinger („macht klasse Trainings mit den Keepern“) und natürlich Ben Scheuerer („erledigt momentan unglaublich viel im Hintergrund“) möchte Eglmeier lobend hervorheben.

Wenn am 26. März die Restrückrunde mit einem Heimspiel gegen den SC Sinzing eingeläutet wird, strebt der TSV Beratzhausen natürlich nach dem Klassenerhalt. Sieben Saisonspiele hat die verjüngte Mannschaft hierfür noch Zeit. Hoffnung und Mut sind jedenfalls zurückgekehrt.

Aufrufe: 025.1.2023, 17:15 Uhr
Florian WürtheleAutor