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Ligabericht

Beleidigungen gegen Trainerin: SV Wenzenbach animiert zum Nachdenken

In den vergangenen Monaten kam es bei Jugendspielen des Vereins wiederholt zu frauenfeindlichen Äußerungen

von Florian Würthele · 11.11.2025, 09:00 Uhr · 0 Leser
Der SV Wenzenbach verzeichnet mittlerweile allein in der Fußballabteilung rund 900 Mitglieder.
Der SV Wenzenbach verzeichnet mittlerweile allein in der Fußballabteilung rund 900 Mitglieder. – Foto: Walter Keller

Der SV Wenzenbach wächst und gedeiht. Seit Jahren ist beim Dorfverein aus dem Landkreis Regensburg ein deutlicher Mitgliederwachstum auszumachen. Die Fußballabteilung beherbergt allein 16 Jugendmannschaften, darunter drei Mädchenteams. Im Erwachsenenbereich – mit der die Tabelle anführenden Bezirksliga-Elf von Trainer Günter Brandl als Speerspitze – könnte die laufende Saison als die erfolgreichste in die Vereinsgeschichte eingehen.

Nun richtet sich der Verein über seine sozialen Kanäle mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit. Hintergrund dessen ist, dass es bei Spielen einer Wenzenbacher Jugendmannschaft wiederholt zu respektlosen und frauenfeindlichen Beleidigungen gegenüber einer Trainerin kam. Auf (Vereins-)Namen verzichtet der SVW bewusst. „Uns geht es um die Sache an sich“, sagt Vereinsvorsitzender Matthias Beier.

Mit folgenden Worten richtet sich der SV Wenzenbach an die Öffentlichkeit: „In den vergangenen Monaten kam es bei mehreren Spielen unserer Jugendmannschaft – unter anderem gegen zwei renommierte Stadtvereine – wiederholt zu respektlosen und frauenfeindlichen Beleidigungen gegenüber unserer Trainerin.

Bereits ein früherer Vorfall wurde vor dem Sportgericht behandelt. Trotz klarer Aussagen und belegter Beleidigungen gab es keinerlei Konsequenzen für den damaligen gegnerischen Trainer und Spieler – weder eine Mitteilung an unseren Verein noch eine Entschuldigung gegenüber unserer Trainerin oder unserem Spieler, der in derselben Partie durch einen Faustschlag eines Gegners im Gesicht getroffen wurde. Auch die leitende minderjährige Schiedsrichterin wurde aufs Übelste beleidigt.

Leider mussten wir am vergangenen Wochenende erneut erleben, dass unsere Trainerin aufgrund ihres Geschlechts beleidigt und verbal attackiert wurde. Unsere Mannschaft überlegte auch, dass Spiel nicht mehr fortzuführen, doch für die Trainerin entschieden sie sich doch dagegen.

Solche Vorkommnisse sind nicht nur ein Angriff auf eine einzelne Person, sondern auf die Werte, für die der Fußball stehen sollte: Respekt, Fairness und Gleichberechtigung. Wir verurteilen jede Form von Diskriminierung, Sexismus und Gewalt – auf und neben dem Platz – und erwarten vom Bayerischen Fußball-Verband ein deutliches Zeichen, dass solche Verhaltensweisen nicht toleriert werden.

Unsere Trainer:innen leisten tagtäglich wertvolle Arbeit für Kinder und Jugendliche. Sie verdienen Anerkennung, Schutz und Unterstützung, nicht Beleidigungen oder Angriffe. Als Verein stehen wir geschlossen hinter unserer Trainerin und hinter allen Frauen im Fußball. Respekt ist keine Floskel – Respekt ist die Grundlage unseres Sports.“