
Die Hoffnung am Kieler Radsredder schwindet zusehends. Nach einer bitteren 2:3-Heimniederlage gegen die SSG Rot-Schwarz Kiel rückt der Klassenerhalt für den SVE Comet endgültig in weite Ferne. Während die Gäste aus dem Kieler Süden ein „kleines Tal“ durchschreiten konnten, scheint das Schicksal des Tabellenvorletzten bei nun acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz fast besiegelt.
Es war ein Nachmittag, der das Dilemma des SVE Comet Kiel in dieser Saison perfekt zusammenfasste: Ein engagierter Auftritt, phasenweise spielerische Überlegenheit, doch am Ende stehen individuelle Unachtsamkeiten und fehlendes Abschlussglück einer Punkteausbeute im Weg.
Die Partie begann ohne langes Abtasten. Bereits nach 60 Sekunden verhinderte Comet-Keeper Losch gegen Zeller den frühen Rückstand. Doch nur fünf Minuten später war die Hintermannschaft der Hausherren unsortiert: Tim Kannenberg nutzte die Unordnung und markierte das 0:1 (6.). Comet zeigte sich jedoch unbeeindruckt und suchte den Weg nach vorne. Nach elf Minuten belohnte sich der Gastgeber, als Kosovar Morina zum verdienten Ausgleich traf. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem David Lohr die Gäste nach einer guten halben Stunde jedoch erneut in Front brachte (33.).
Nach dem Seitenwechsel drückte der SVE Comet auf das Tempo. In einer starken 15-minütigen Drangphase erarbeiteten sich die Grün-Weißen zahlreiche Eckbälle und Abschlusssituationen. Die dickste Chance zum Ausgleich vergab Alban Jashari, dessen Schuss nur am Aluminium landete.

„In Summe war es kein schöner Kick“, bilanzierte Rot-Schwarz-Trainer Ove Saß nach der Partie. „Die Platzbedingungen waren nicht optimal, sodass das Fußballspielen schwergefallen ist. Viele kleine Fehler im Zentrum haben das Spielgeschehen massiv beeinflusst.“
Genau diese Fehler aufseiten der Hausherren bestrafte Rot-Schwarz in der 68. Minute eiskalt, als Justus Kiewald auf 1:3 erhöhte. Comet gab sich zwar nicht auf und rannte in der Schlussphase erneut an, doch das Pech blieb ihnen treu: Wieder war es Jashari, der am Pfosten scheiterte. Mehr als der Anschlusstreffer zum 2:3 durch den Knutzen (89.) gelang nicht mehr.
Während für Comet das rettende Ufer bei nur noch fünf ausstehenden Spielen in unerreichbare Ferne rückt, herrschte bei der SSG Rot-Schwarz Erleichterung. Nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen in Folge war der Dreier Balsam für die Seele. „Für uns ging es in allererster Linie darum, wieder ein kleines Erfolgserlebnis zu haben und aus dem kleinen Tal wieder rauszukommen. Das hat die Mannschaft gemacht“, betonte Ove Saß, Trainer der SSG Rot-Schwarz Kiel.

Saß blickt nun optimistisch nach vorne: „Wir sind happy mit den drei Punkten und gehen mit einer guten Stimmung in die neue Trainingswoche, um uns bestmöglich auf das Spiel gegen den Eckernförder SV vorzubereiten.“ Für den SVE Comet Kiel hingegen müsste in den kommenden Wochen schon ein Fußball-Wunder geschehen, um den Gang in die Verbandsliga Ost noch abzuwenden.
Stimmen zum Spiel
Ove Saß (Trainer Rot-Schwarz Kiel)
SVE Comet Kiel: Losch – Morina (46. Kusnierczyk), Lawson-Body, Celik, Lahu, Milbradt, Cheriag, Assameur (79. Rassmanns), Schmidt, Knutzen, Alban Jashari.
Trainer: Jan Schümann.
SSG Rot-Schwarz Kiel: Stein – Hopp, Elsner, Kiewald (79. Kopp) – Kannenberg (84. Lemke), Todt (63. Suchocki), Backhaus, Franciosi, Lohr (63. Möhr) – Zeller (71. Jarik), Iheagwaram.
Trainer: Ove Saß.
SR: Lukas Klingelhöfer (Roter Stern Lübeck).
Ass.: Yannic Horstmann, Omid Jamshidi.