
Fußball-Landesligist VfB Forstinning kassiert eine „verdiente“ 0:2-Auftaktpleite in Schwaig.
Nicht etwa wegen des sportlichen Schlagabtauschs auf dem Rasen verzogen sich die Besucher der „NGL-Arena“ am Sonntagnachmittag überwiegend auf den hinteren Tribünenteil. Die schattigen Plätze unterm Stadiondach waren begehrt, während Ivica Coric mit seiner Mannschaft im Gastspiel gegen den FC Sportfreunde Schwaig erstmals in der neuen Landesligaspielzeit das Rampenlicht suchte.
Da sich nicht nur der VfB-Kader des zurückgekehrten Erfolgstrainers in der Vorbereitung an einem kleinen Umbruch abarbeitete, sondern auch die Gastgeber eine personelle Zäsur hinter sich hatten, war es für beide Seiten die erste Standortbestimmung. Mit dem besseren Ende für die Erdinger Landkreisnachbarn, die einen, auch für Forstinnings Abteilungsleiter Thomas Herndl „verdienten“ 2:0 (0:0)-Heimsieg bejubelten.
Gegen eine kompakt verteidigende, gut eröffnende Mannschaft haben wir uns heute schwergetan.
VfB-Fußballchef Thomas Herndl
Nach zehnminütiger Abtastphase bekam VfB-Standardspezialist Mohamad Awata den ersten Freistoß an der Strafraumkante vor die Flinte. Sein Flachschuss ins Torwart-Eck war jedoch leichte Beute für Schwaigs Philipp Strunk (13.). Inzwischen war für die Zuschauer auch hörbar, dass Coric während seines Sabbaticals offenbar nicht an Stimme verloren hatte. Gewohnt engagiert, kommentierte und dirigierte der 51-Jährige seine Startelf um Kapitän Mathias Hirt durch die Auftaktbegegnung.
Der FC-Anhang ärgerte sich nach der ersten Trinkpause über zwei knappe Abseitsentscheidungen gegen die Heimelf, die im Mittelfeldzentrum vom Ex-Forstinninger Florian Pflügler gelenkt wurde, während Forstinnings Fußballchef Herndl beobachtete, „dass wir in keiner Phase an die gute Leistung gegen Heimstetten anknüpfen konnten“. Der Versuch, strukturiert Fußball zu spielen sei zwar beim VfB erkennbar und „lobenswert“ gewesen. „Aber gegen eine kompakt verteidigende, gut eröffnende Mannschaft haben wir uns heute schwergetan“, fand Herndl.
In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs rettete VfB-Keeper Marko Susac mit einer blitzschnellen Reaktion gegen den Kopfball von FC-Kapitän Raffael Ascher das 0:0 in die Kabine. Sehr positionsgetreu und sichtlich um Ballkontrolle bemüht, gaben die Gäste in Rot nach dem Seitenwechsel sechs Minuten lang die Taktung vor, ehe Leon Roth einen halbgaren Abwehrversuch der Forstinninger aufnahm, die gesamte Viererkette übersprintete und den Ball unter Susac hindurch zum 1:0 ins Netz schob.
Um eine passende Antwort war der VfB bemüht, blieb laut Herndl aber, mit Ausnahme von Einwechselspieler Erkan Gümüs, „ohne entscheidenden Impuls und Zielstrebigkeit“. Einem starken Sololauf von VfB-Neuzugang Leo Gabelunke über den linken Flügel folgte nach dessen Hereingabe ein vergeblicher Kollektivschrei der Gäste nach einem Handelfmeter (72.). Abgesehen davon fehlte der Coric-Elf die zündende Idee im letzten Spielfelddrittel, was eine vereinzelte, harmlose Kopfballabnahme von Mo Awata verdeutlichte (79.).
Auf der anderen Seite verzögerte der aufmerksame Mathias Hirt im entscheidenden Moment zweimal das 2:0 (82./83.). Letzteres fiel zwei Minuten später, da Leon Roth am linken FC-Flügel wieder nicht zu halten war und Raffael Ascher in der Strafraummitte blank einschieben konnte. „Beide Tore waren Geschenke von uns“, haderte Thomas Herndl mit einem ausbaufähigen Aufgalopp des VfB Forstinning.