
Kevin Wolze, Trainer von Viktoria Goch, hat seine Mannschaft am Sonntag beim 3:2-Erfolg bei der SG Essen-Schönebeck in der Pause ein paar Minuten alleine in der Kabine gelassen. Dort wurde es richtig laut, weil Gesprächsbedarf bestand bei den Spielern des Landesligisten nach 45 Minuten, in denen vor allem aufgefallen war, dass es erstaunliche Disharmonien gab beim Aufsteiger, der in dieser Saison in erster Linie mit sportlichen Taten auf dem Rasen überzeugt hat.
In Schönebeck herrschte in der ersten Halbzeit eine schlechte Stimmung in der Mannschaft, weil es vor allem in der Defensivarbeit nicht lief. Das führte dazu, dass der eine oder andere Kicker sich bemüßigt sah, seine Teamkollegen etwas lauter zu kritisieren. Das wiederum hatte dem Trainer überhaupt nicht gefallen.
„Die Stimmung auf dem Platz war nicht gut. Deshalb habe ich die Mannschaft in der Pause kurze Zeit alleine gelassen, damit sie sich aussprechen konnte“, sagt Ex-Profi Wolze. Das war dann gut 50 Meter entfernt auch noch zu hören, weil vor allem ein Spieler richtig laut geworden ist.
Torhüter Sven Schneider, der in der Partie mit einigen Paraden den Sieg festgehalten hat, richtete deutliche Worte an seine Teamkollegen. „Denn mir hat nicht gefallen, wie wir in der ersten Halbzeit auf dem Platz miteinander umgegangen sind“, sagte der 33-jährige Keeper.
Am heutigen Freitag will die Viktoria, die mit 26 Punkten auf Platz fünf steht, wieder Taten statt Worte sprechen lassen, wenn sie ab 20 Uhr im Hubert-Houben-Stadion auf den Tabellensiebten DJK Blau-Weiß Mintard trifft. Sie hatte sich in Essen-Schönebeck nach der Pause zwar wieder als harmonisches Team präsentiert, aber beim Last-Minute-Sieg weiter Schwächen gezeigt. „Dass wir trotzdem gewonnen haben, zeigt einerseits, welche Qualität wir haben. Die Partie hat andererseits auch gezeigt, dass wir sofort Schwierigkeiten bekommen, wenn wir nicht ans Maximum gehen“, so Kevin Wolze.
Er muss weiter damit leben, dass das Personal knapp ist. Zwar ist Stürmer Andrija Kurandic nach einer Nasenoperation wieder dabei. Dafür ist der Kapitän nicht an Bord. Luca Plum, der im defensiven Mittelfeld die Fäden zieht, ist gesperrt, weil er sich in Essen die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hat. „Luca ist für uns aktuell nur sehr schwer ersetzen“, sagt Wolze.
Denn in Gabriel Preuß (Schulteroperation) und Elias Koenen (Fußbruch) fallen Akteure, die den Posten des Kapitäns übernehmen könnten, aus. Überhaupt ist das Personal weiter knapp. Wolze kann erneut mit nur 14 Feldspielern planen. Am Mittwoch waren wegen der Personalsorgen einige A-Jugend-Akteure beim Training der Mannschaft dabei. „Denn wir wollten einmal ein paar Leute mehr auf dem Platz haben“, so der Coach.
