2026-04-20T12:45:22.080Z

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Bei 100 Saisontoren ist für Bulut Aksoy noch lange nicht Schluss

Kreisliga C Duisburg-Mülheim-Dinslaken, Gruppe 3: Auf 115 Tore bringt es Bulut Aksoy als Stürmer des FSV Duisburg II in der FuPa-Statistik inzwischen. Damit ist er aktuell der Spieler mit den meisten Saisontoren im deutschen Fußball.

von Sascha Köppen · Heute, 12:15 Uhr · 0 Leser
Bulut Aksoy ist aktuell der erfolgreichste Torjäger Deutschlands.
Bulut Aksoy ist aktuell der erfolgreichste Torjäger Deutschlands. – Foto: Aytekin Aripek

In der Bundesliga wird oft von Stürmern gesprochen, die den jeweiligen Vereinen eine zweistellige Zahl von Toren garantieren sollen. Harry Kane ist diesem Stadium bei weitem entwachsen, aber an die Zahl von Toren, die Bulut Aksoy in der laufenden Saison für den FSV Duisburg II in der Kreisliga C geschossen hat, kommt niemand heran. Bei fussball.de wird er aktuell mit 114 Saisontoren geführt, in der FuPa-Statistik taucht sogar noch ein Treffer mehr auf. Klar ist auf jeden Fall: Das ist ein Wert, den deutschlandweit aktuell niemand zu toppen vermag.

Nicht Tabellenführer der Kreisliga C

Und bevor es nun jemand erwähnt: Natürlich sprechen wir von der Kreisliga C, und natürlich fallen dort auf vielen Plätzen viele Tore. Der FSV hat etwa insgesamt in 27 Spielen 240 Treffer erzielt. Das Team stellt damit zwar den besten Angriff der Liga, ist aber nicht Tabellenführer, denn die Sportfreunde Walsum III und TuRa Duisburg III haben aktuell fünf bzw. zwei Zähler Vorsprung auf den FSV, der auch noch ein Spiel mehr absolviert hat.

>>> Bulut Aksoy bei FuPa

Geht man nun auf Spurensuche für diese Torexplosion bei Aksoy, so stellt man fest, dass sie einerseits schon ein wenig unerwartet kommt, andererseits aber auch wieder nicht. So lief der inzwischen 38-jährige Angreifer in der Vorsaison noch für den BV Osterfeld in der Oberhausener Kreisliga A auf, schoss dort zwar beachtliche 17 Tore in 30 Spielen, war aber keineswegs auch nur in der Nähe einer solchen Rekordbilanz. In vielen Jahren zuvor war es ihm gar nicht gelungen, ausreichend Partien zu absolvieren, um auf eine solche Bilanz zu kommen, weil ihn auch immer wieder Verletzungen zurückgeworfen haben.

Spannende Vita mit großen Klubs

Die Verletzungs-Historie ist auch dafür verantwortlich, dass den Namen Bulut Aksoy nicht noch viel mehr Menschen schön länger kennen. Denn in der Jugend lief er nicht nur für den MSV Duisburg auf, sondern später vor allem auch für Borussia Mönchengladbach. Dort schoss er in der U19 in der Saison 2004/05 in 20 Spielen sieben Tore, schaffte es später auch bis in die U23, die in der Regionalliga Nord 2006/07 damals für ein Jahr sogar drittklassig war, als es die 3. Liga in ihrer heutigen, eingleisigen Form noch nicht gab. Auf zwei Einsätze kann er auch dort verweisen. Später lief er dann auch für Hessen Kassel, den Wuppertaler SV in der Oberliga oder die SG Wattenscheid 09 und den 1. FC Kleve in der NRW-Liga auf, die dann 2012 als Zwischenebene zwischen Regionalliga und Oberliga aufgelöst wurde.

Auch die interessante Vita Aksoys wurde jüngst auch der WDR aufmerksam, der ihn in Marxloh besuchte, wo er aufgewachsen ist. Bei dieser Gelegenheit erzählte er auch von einer schweren Verletzung, die beinahe eine Amputation des Oberschenkels zur Folge gehabt hätte. Vor diesem Hintergrund kann der Angreifer froh sein, dass er heute zumindest die Kreisliga C noch kurz und klein schießen kann. Am Mittwochabend waren es mal "nur" drei Treffer gegen die Sportfreunde Hamborn III, am Sonntag traf er beim 1:1 gegen den SV Yesilyurt neunmal. Und gar zwölf Treffer waren es eine Woche zuvor beim 20:1 beim VfB Obermarxloh.

Diese dreistellige Torezahl, die ja wahrscheinlich noch längst nicht der Saison-Endstand ist, wollte Aksoy in dem WDR-Beitrag aber keineswegs für sich reklamieren: "Nicht nur der Spieler Bulut Aksoy würde diesen Pokal gewinnen. Ich bin ein totaler Mannschaftstyp, und er Titel gehört dann der Mannschaft." Und die hätte dann vielleicht den Spieler mit den meisten Saisontoren der Republik in ihren Reihen.