2026-04-03T19:57:16.526Z

Spielbericht

Befreiungsschlag durch Gllogjani Doppelpack. "Wir leben noch"

von Softik Miller · Heute, 19:56 Uhr · 0 Leser
– Foto: Horst Vogler

RW Ahlen verschafft sich Luft im Abstiegskampf. Am 30. Spieltag der Oberliga Westfalen konnten sich die Hausherren mit einem souveränen und auch in der Höhe verdienten 3:0 Sieg gegen die SG Finnentrop/Bamenohl durchsetzen. Für die Tore sorgten der neu in die Startelf gekommene Krieg und Gllogjani dem ein Doppelpack gelang.

Comeback von Di Vinti belebt das RW Spiel

Völlig überraschend war die Nominierung von Di Vinti. Ein Muskelfaserriss setzte den wendigen Offensivmann über Wochen hinweg außer Gefecht. Umso mehr wundert es schon das es direkt für Anfangsformation gereicht hatte. Ganz so falsch war die Entscheidung am Ende nicht. Er war mit Krieg ein belebendes Element auf dem Platz. Marcel Stöppel nahm drei Veränderungen vor. Holthaus, Krieg und Di Vinti rückten für Nwubani, Binyamin und Guzy in die erste Elf. Binyamin fehlte gelb gesperrt. Aslan war krankheitsbedingt nicht dabei. Uzelac und Pihl fehlen weiter verletzungsbedingt (Muskelbündelriss).

Zweiter Sieg in Folge gelang zuletzt am 11.11.23

Lange ist es her, dass RW gleich zwei Heimspiele hintereinander gewonnen hatte. Um die Spieler direkt auf Betriebstemperatur zu bringen, brachte der Trainer in der Kabine vor dem Spiel eine Folie an: "Ich habe auf der Folie den 11.11.23 notiert. Ich wollte damit der Mannschaft vor dem Spiel nochmal verdeutlichen, wie lange es schon her ist, dass RW zwei Spiele in Folge gewinnen konnte"musste der Trainer bei der Statistik selbst etwas schmunzeln.

Ahlen spielerisch überlegen

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, welche Mannschaft hier das Zepter übernehmen würde. Mit einem enormen Energieschub wurde von Beginn an hoher Druck ausgeübt. Beste Chancen durch Di Vinti(17.) und Krieg(21.) wurden liegen gelassen. Von Finnentrop war nur selten was Nennenswertes zu berichten gewesen. In den ersten Minuten ließ Gordon Meyer eine Top-Möglichkeit liegen und im weiteren Verlauf verpasst erst Akhabach eine Freistoßhereingabe, die anschließend Luca Herrmann neben den Pfosten schob. Ansonsten verlagerte sich das Geschehen komplett in die Finnentroper Hälfte. Das 0:0 zur Pause war eigentlich zu wenig für den Aufwand der Ahlener. Stöppel sah die erste Hälfte so: "Wir wussten, dass es ein Geduldspiel werden würde. Es ist nicht so einfach sich gegen tief stehende Mannschaften Torchancen zu erarbeiten. Finnentrop hatte einen Plan eine gute Struktur dahinter"so der Trainer.

Krieg mit dem Dosenöffner

Mit einer Portion Wut im Bauch waren die Rot-Weißen mit dem Wiederanpfiff weiter die tonangebende Mannschaft, liefen jetzt schon teilweise im Minutentakt auf das Tor von Klose zu. RW ließ eine Reihe an guten Torchancen liegen. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis zum 1:0. Defensiv fiel das Bollwerk nach und nach auseinander und sie bekamen die Lücken nicht mehr geschlossen. Ein Finnentroper Querschläger landete von der Schulter des eher glücklosen Marc Heider genau zu Krieg und der versenkte die Kugel mit einem Gewaltschuss zum verdienten 1:0.

Gllogjani lässt das 2:0 und 3:0 per Doppelpack folgen

Direkt nach der Führung ging es auch weiter nur in eine Richtung. Heute hatten die Ahlener richtig Lust und belohnten sich für das starke Spiel. Di Vinti marschiert rechts bis zum Sechzehner und legt dann quer rüber, wo Gllogjani mit einer Körpertäuschung Keeper Klose vernaschte und dann nur noch ins leere Tor einschob zum 2:0. Ahlen wollte weiter das Torverhältnis verbessern und spielte munter drauflos. Nach einer hohen Drangphase konnte Finnentrop dem Druck nicht mehr standhalten und kassierte das 3:0 folgerichtig. Diesmal half Torhüter Klose entscheidend mit, als er einen Schuss von Wöstmann nicht unter sich begraben konnte. Gllogjani stand goldrichtig und brachte den Abpraller über die Linie. Mit Applaus wurde der Doppeltorschütze dann ausgewechselt und durfte sich dementsprechend für seine Leistung feiern lassen. Der eingewechselte Osei Bonsu hatte noch das 4:0 auf dem Fuß, ließ aber die Kontermöglichkeit ungenutzt. Die Viererkette um Curic, Oktay Dal, Soares und Hornbruch ließ gar nichts mehr zu und hielt defensiv bis zum Schlusspfiff den Kasten sauber. Für Finnentrop ein völlig gebrauchter Tag an dem man mit der Qualität der Ahlener über 90 Minuten gesehen nicht mithalten konnte.

"Es war ein hochverdienter Sieg"

Am Ende war der Trainer Marcel Stöppel wunschlos glücklich mit den drei Punkten: "Ich bin sehr zufrieden es war eine Top-Leistung von uns. Ein perfekter Ostermontag. Am Ende ist der Sieg auch in der Höhe verdient, da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Wir leben noch, wir sind dran und werden bis zum letzten Spieltag alles geben. Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg. Alle Leute die sich freuen, wenn bei RW Ahlen wieder ne Scheiße passiert, können wir sagen "Wir leben noch" und wir kommen da raus"

"Brutale Qualität von Ahlen"

Finnentrop Trainer Jonas Ermes sah das Spiel ähnlich wie sein Trainerkollege: "Es ist schon brutal, mit welcher Qualität von Rot Weiß Ahlen wir aufeinander getroffen sind. Wenn du die Mannschaft auf dem Papier anschaust, dann weißt du das die Mannschaft mit dieser Qualität nicht in der unteren Tabellenregion gehört. In der ersten Halbzeit hat unser Plan gut funktioniert, es war eine relativ ausgeglichene erste Hälfte. Wir haben dann in der zweiten Hälfte nicht mehr so kontrolliert gegen den Ball gearbeitet. Mit dem 1:0 kam der Bruch in unserm Spiel, was sicherlich auch mit der Situation im Tabellenkeller zu tun hat. Natürlich ist es nicht einfach die Tabellensituation auszublenden, dann kommt die Unsicherheit mit dem Gegentor noch hinzu. Es ist ein verdienter Sieg für RW Ahlen."