
Flutlichtatmosphäre oder die laue Abendsonne des Frühsommers – wenn am Freitagabend um 19:30 Uhr im Stadion am Bad der Anpfiff ertönt, ist die äußere Kulisse für den SSV Markranstädt Nebensache. Vielmehr markiert das Duell des 28. Spieltags gegen die Reserve der SG Dynamo Dresden das sportliche Prunkstück des verbleibenden Programms. Nach dem hart erarbeiteten 2:1-Erfolg im Erzgebirge beim SV Tanne Thalheim haben die Randleipziger die rechnerische Gewissheit des Ligaverbleibs in der Tasche. Mit 33 Punkten auf Rang neun liegend, kann die Mannschaft den kommenden Aufgaben ohne existenziellen Druck begegnen.
Trainer Ronny Kujat macht aus der Erleichterung keinen Hehl und sieht in der veränderten Ausgangslage einen psychologischen Vorteil für seine Mannschaft. „Jetzt am Freitag ist noch ein Highlight. Gegen Dynamo, gegen die beste Mannschaft aus der Liga“, blickt Kujat pragmatisch auf die Kräfteverhältnisse. Der Druck liegt zweifelsohne bei den Gästen aus der Landeshauptstadt, die mit 66 Punkten die Tabelle anführen, dicht gefolgt von der SG Taucha 99. „Die stehen nicht umsonst da oben, ist klar. Die wollen natürlich auch hoch“, bilanziert der Markranstädter Coach die Ambitionen des Gegners.
Für den SSV bietet sich nun die Gelegenheit, das spielerische Potenzial jenseits taktischer Zwänge abzurufen. „Jetzt können wir befreit aufspielen nach dem Sieg in Thalheim“, betont Kujat die neu gewonnene Lockerheit, die im engen Abstiegskampf der vergangenen Wochen schmerzlich vermisst wurde.
Die sportliche Schwere der Aufgabe bedarf keines langen Exkurses. Dresden reist mit der Empfehlung eines davor eingefahrenen 6:0-Kantersieges gegen den SV Tapfer 06 Leipzig an. Auch das Hinspiel im vergangenen Herbst endete aus Markranstädter Sicht in einem herben 0:6-Debakel. Um ein ähnliches Szenario vor heimischer Kulisse zu verhindern, setzt Kujat auf physische Präsenz und ein volleres Lazarett. Die personellen Engpässe, die das Frühjahr am Bad überschatteten, scheinen sich pünktlich zum Saisonfinale zu lockern. Ronny Kujat verspricht den Fans einen intensiven Abend: „Wir werden den Jungs aus Dresden einen ordentlichen Fight liefern. Wir freuen uns alle drauf, sind alle am Start. Es sind sogar noch ein paar Spieler dazugekommen, die langzeitverletzt waren.“
Ob die späte Dämmerung den Einsatz der Masten erfordert, lässt der Trainer bewusst offen: „Freitagabendspiel, Flutlicht an. Oder 19.30 Uhr, vielleicht brauchen wir kein Flutlicht. Mal gucken. Da freuen wir uns noch mal drauf.“ Fest steht jedoch, dass die Kulisse am Bad traditionell einen würdigen Rahmen bietet. „Ich hoffe, es kommen noch ein paar Zuschauer. Freitagabendspiele in Markranstädt sind immer schön“, schließt Kujat seine Vorschau. Für den SSV ist es die Chance, sich ohne tabellarische Sorgen mit den Besten der Liga zu messen und ein Ausrufezeichen hinter eine turbulente Rückrunde zu setzen.