
In Beeck dürften die vergangenen Wochen den Verantwortlichen vor Augen geführt haben, was in dieser Saison möglich gewesen wäre. Zuletzt gab es Siege gegen den Siegburger SV (1:0) und Eintracht Hohkeppel (3:1) - zwei Mannschaften, die noch um den Aufstieg kämpfen.
Dass Beeck selbst nicht zum Kreis der Aufstiegsanwärter gehört, liegt an einer über weite Strecken mäßigen und unruhigen Saison. Erst seit Mark Zeh wieder an der Seitenlinie steht, wird das Potenzial der Mannschaft allmählich sichtbar. Mit dem Aufstieg hat Beeck längst nichts mehr zu tun, dafür aber inzwischen die Rolle des Stolpersteins für die Spitzenteams der Liga übernommen.
Das zeigte sich am Sonntag einmal mehr im Duell mit dem VfL Vichttal, einem weiteren Aufstiegsanwärter. Am Ende stand ein 3:1-Erfolg für Beeck im heimischen Waldstadion.
Die Niederlage ist für Vichttal – das bereits die Lizenzunterlagen für die Regionalliga West eingereicht hatte – im Aufstiegsrennen fast ein Knockout. Acht Punkte trennen die Mannschaft von Arandjel Avramovic nun von Bergisch Gladbach, das zeitgleich mit 5:1 in Hennef gewann. Seit diesem Sonntag sind die Chancen auf den Meistertitel für Vichttal nur noch theoretischer Natur. Dass die Partie gegen Beeck einen hohen Unterhaltungswert haben würde, überraschte derweil nicht. Schließlich traf Vichttal auf einen deutlich giftigeren und hungrigeren Gegner als noch beim 0:0 im Hinspiel.
Den besseren Start erwischte zunächst Vichttal: Bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff musste der junge Wegberger Torhüter Tim Seidenfaden das erste Mal hinter sich greifen. Nach einer Beecker Ecke trieb Henrik Artz den Ball schnell nach vorne, wo er schließlich bei Dogukan Türkmen landete, der den Konter zum 1:0 abschloss.
Der frühe Rückstand war aus Wegberger Sicht unglücklich, zumal sich beide Teams in der Anfangsphase wenig schenkten. „Es war eigentlich genau das Spiel, das wir vorher erwartet hatten - es hatte ein sehr gutes Niveau“, sagte Trainer Mark Zeh. Sein Team gewann viele Zweikämpfe und überzeugte mit einem guten Umschaltspiel. Fast wäre es Beeck noch vor der Pause gelungen, sich für den bis dahin starken Auftritt zu belohnen - doch der Abschluss von Timo Braun wurde pariert.
Ärgerlich waren für Zeh zudem die vielen ungenutzten Standardsituationen in der ersten Halbzeit. „Wir haben sie damit eigentlich ein bisschen erdrückt, aber leider konnten wir daraus keinen Ertrag ziehen“, sagte der Trainer.
In der Pause nahm er seine Mannschaft noch einmal in die Pflicht, mahnte zur Ruhe und appellierte daran, die Standards mit mehr Zug zu spielen. Mit Erfolg: Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn brachte Braun eine Ecke in den Strafraum, wo sich Paul Daniels hochschraubte und verdient zum 1:1 einköpfte.
Bitter für Vichttal war anschließend die Gelb-Rote Karte für Canel Cetin, der in der 62. Minute wegen Meckerns vom Platz gestellt wurde - damit erwies der 29-Jährige seiner Mannschaft einen Bärendienst.
Wegberg übernahm nun die volle Kontrolle und konnte noch selbstbewusster aufspielen. Fast postwendend fiel die 2:1-Führung - erneut nach einem Standard. Diesmal bediente Timo Braun per Freistoß den Topscorer der Beecker, Marc Kleefisch, der in gewohnter Manier vollendete.
„Dann war es auch einfach sehr erwachsen von uns gespielt“, sagte Zeh und fügte an: „Wir haben es gut runtergespielt und dann am Ende mit dem 3:1 den Deckel draufgemacht.“ In Überzahl presste Wegberg nun noch aggressiver. Wieder war es Braun - diesmal aus dem Spiel heraus -, der am Strafraumeck den Ball blockte. Der Abpraller flog in die Mitte, wo David Arize lauerte und zum 3:1-Endstand traf.
Wegberg bestätigte damit die gute Form der vergangenen Wochen und kann mit viel Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen. „Ich glaube, die Mannschaft will auch ein Stück weit korrigieren, was in der Hinrunde schiefgelaufen ist. Jeder will sich präsentieren, deswegen sehen wir jedes Spiel auch als Chance“, sagte Zeh. „Die Jungs sind gierig und fokussiert, wir wollen hier kein Spiel abschenken.“