Bitterer Neuburger Nachmittag: Während die Kicker des VfB Durach ihr Glück kaum fassen können, ist VfR-Youngster Nico von Swiontek-Brzezinski (vorne) sichtlich bedient.
Bitterer Neuburger Nachmittag: Während die Kicker des VfB Durach ihr Glück kaum fassen können, ist VfR-Youngster Nico von Swiontek-Brzezinski (vorne) sichtlich bedient. – Foto: Daniel Worsch

Kollektiver Zusammenbruch des VfR Neuburg

VfB Durach gelingen vier Tore in 13 Minuten +++ Gersthofen setzt seine Serie fort +++ Aufatmen beim SV Mering

Seit dem Aufstieg in die Landesliga Südwest hatte der VfR Neuburg in allen 48 Spielen mindestens ein Tor erzielt. Diese Serie endete gegen den VfB Durach, der an der Donau mit 4:0 gewann. Besser läuft es beim TSV Gersthofen, der den dritten Sieg in Serie landete und immernoch ohne Gegentor ist. Den ersten Saison-Dreier landete der SV Mering beim SV Bad Heilbrunn.

VfR Neuburg
0:4
VfB Durach

Als Schiedsrichter Christian Tauscher die Partie pünktlich nach 90 Minuten beendete, hätten die Gefühlswelten zwischen den beiden Kontrahenten nicht unterschiedlicher sein können. Während sich die Duracher zunächst freudestrahlend in den Armen lagen und anschließend auch noch einen lautstarken Hüpfkreis bildeten, war Alexander Egen restlos bedient. Der Trainer des VfR Neuburg stand für kurze Zeit regungslos an der Seitenlinie und starrte ins Leere. Es schien fast so, als würde er nach einem Weg suchen, diesem schlechten Traum irgendwie zu entfliehen. Das einzige „Problem“: Selbst wenn sich der 32-Jährige immer und immer wieder selbst gezwickt hätte, um aus dieser Phantasiewelt aufzuwachen – er wäre schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich um die bittere Realität handelte
Nachdem seine Schützlinge im ersten Abschnitt zwar erneut keine überzeugende Leistung abgeliefert, jedoch den Allgäuern zumindest ein (niveauarmes) Match auf Augenhöhe mit lediglich einer Tormöglichkeit von Fabian Scharbatke (11.) geliefert hatten, folgte nach Wiederbeginn zwischen der 50. und 63. Minute der „Neuburger Totalzusammenbruch“: Innerhalb von 13 Zeigerumdrehungen kamen die Allgäuer – unter gütiger Mithilfe der Einheimischen – zu sage und schreibe vier Treffern! „Natürlich ist das sehr ernüchternd“, meinte nach dem Schlusspfiff Alexander Egen, der sich bei der Suche nach Gründen sichtlich schwertat. (disi) Lokalsport NR
Schiedsrichter: Christian Tauscher (Burggrumbach) - Zuschauer: 155
Tore: 0:1 Dominik Portsidis (50.), 0:2 Tobias Seger (55.), 0:3 Jürgen Piller (60. Foulelfmeter), 0:4 Lukas Kohler (63.)

Garmisch-P.
0:3
FC Memmingen II

Einen verdienten Erfolg hat die U21 des FC Memmingen beim 1. FC Garmisch-Partenkirchten gefeiert und damit die ersten Punkte auf die Habenseite gebracht. Von Beginn an waren die Jungs von Trainer Serdar Kul das engagiertere Team, die Gastgeber kamen zumeist einen Schritt zu spät und waren den gedankenschnelleren Memmingern weitgehend unterlegen. In der 18. Minute musste ein Elfmeter für die Führung herhalten. Der allerdings war deutlich, als Kutay Yel von den Beinen geholt wurde; Qazim Prushi verwandelte zum 0:1.
Wenig später dezimierten sich die zumeist in der Defensive agierenden Garmischer selbst - Dominik Schubert kassierte nach einem Foul gegen Kutay Yel als letzter Mann die rote Karte. Zudem musste Garmischs Trainer Christoph Saller, dem diese Entscheidung überhaupt nicht gefallen hat, auf die Tribüne. Die Memminger blieben danach am Drücker. „Das hat mir sehr gut gefallen, wir waren von Beginn an dominant und haben uns endlich für unsere Leistung auch belohnt“, freute sich FCM-Coach Serdar Kul. Was sich durch weitere Treffer von Michael Singer und Yel auch im Ergebnis niederschlug.
Ein „Kompliment an die Mannschaft“ verteilte Kul hinter und hatte für Timo Hirschle dann auch noch ein Sonderlob übrig: „Er hat uns hinten immens gut getan, er hat die nötige Ruhe reingebracht.“ (ass)
Schiedsrichter: Patrick Meixner (Augsburg) - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Qazim Prushi (18./Foulelfmeter), 0:2 Michael Singer (56.), 0:3 Kutay Yel (87.)
Gelb-Rot: Florian Langenegger (67./Garmisch)
Rote Karte: Dominik Schubert (22./Garmisch)

Gersthofen
1:0
Geretsried

Glanzvoll war der 1:0-Sieg des TSV Gersthofen zwar nicht, doch drei Punkte sind drei Punkte. Das hatte auch Mittelfeldstratege Stefan Heger beim Gang in die Kabine erkannt: „Das nehmen wir einfach mal mit.“ Obwohl der TSV Gersthofen zum dritten Mal hintereinander mit unveränderter Startformation – darunter sage und schreibe sieben Spieler, die schon in der Jugend für die Lechstädter am Ball waren – auf den Rasen lief, war von der Leidenschaft der ersten beiden Auftritte gegen den SV Mering (1:0) und beim SC Olching (2:0) diesmal wenig zu sehen. Die bisher sieglosen Geretsrieder hatten zunächst mehr vom Spiel. Nach einer Viertelstunde löschte Gersthofens Florian Gai gegen Fabijan Podunavac die aufflammende Gefahr, kurz darauf schoss Sebastian Rosina knapp vorbei.
Wenn nichts läuft, dann muss beim Tabellenführer halt eine Standardsituation herhalten. Okan Yavuz führte einen Freistoß schnell aus, Andi Durner flankte präzise in die Mitte und Ferkan Secgin köpfte zum 1:0 ein. „Eine gute Aktion hat uns gereicht“, so Gersthofens Trainer Gerhard Hildmann, „das ist auch eine Art von Qualität“.
Normalerweise sagt man, dass so ein Treffer kurz vor dem Gang in die Kabine zum psychologisch richtigen Moment kommt und neue Kräfte frei macht. Doch auch im zweiten Abschnitt plätscherte das Geschehen weitgehend zwischen den beiden Strafräumen hin und her. „Es war keine berauschende Leistung, wir haben auch ein bisschen Glück gehabt, aber ich schäme mich nicht für diese drei Punkte, weil wir erneut als Gesamtheit aufopferungsvoll gekämpft haben“, bilanzierte Trainer Hildmann und verkündete eine weitere Erfolgsnachricht: Niklas Kratzer ist zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Zuletzt lief Krater vergangen Herbst für den TSV Pöttmes auf.
Schiedsrichter: Christoph Stühler (Oesdorf) - Zuschauer: 165
Tor: 1:0 Ferkan Secgin (44.)

Gilching-A.
3:1
SV Egg/Günz

Im zweiten Auswärtsspiel setzte es für die Egger die zweite Pleite. Die Unterallgäuer waren zwar über weite Strecken spielbestimmend, aber vor dem Tor nicht zwingend genug. Der TSV Gilching/Argelsried nutze seine wenigen Chancen dafür konsequent. Maximilian Süli brachte seine Farben nach einer knappen Viertelstunde mit einem Abstauber in Führung. Den zweiten Fehler im Egger Aufbauspiel bestraften die Gastgeber ebenso gnadenlos: Belmin Idrizovic bedankte sich mit dem 2:0 (26.). Im Anschluss an einen schnell ausgeführten Freistoß war Manuel Schedel zur Stelle und verkürzte noch vor der Pause (43.) auf 2:1.
In der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer dann eine kuriose Begebenheit: Weil sich Schiedsrichter Daniel Rosenberger eine Verletzung an der Achillessehne zuzog, musste die Partie minutenlang unterbrochen und Rosenberger schließlich „ausgewechselt“ werden. Danach fand der SV Egg nicht mehr ins Spiel zurück, das ohnehin von vielen kleinen Fouls und Unterbrechungen geprägt war. Die logische Folge war der 3:1-Endstand durch den zweiten Treffer von Idrizovic. Eggs Keeper Lukas Trum meinte nach der Partie: „Weil wir viel zu wenig Torchancen hatten, ist die Niederlage auch verdient.“ (jürs) Lokalsport IZ
Schiedsrichter: Daniel Rosenberger (Stadtbergen) - Zuschauer: 120
Tore: 1:0 Maximilian Süli (13.), 2:0 Belmin Idrizovic (26.), 2:1 Manuel Schedel (43.), 3:1 Belmin Idrizovic (72.)
Gelb-Rot: Arber Morina (90.+10/SV Egg an der Günz)

FC Sonthofen
1:0
Illertissen II

Lehrgeld bezahlt – in diese Kategorie dürfte die knappe 0:1-Niederlage der Illertisser Regionalliga-Reserve fallen. „Für die Zuschauer war das sicher ein interessantes Spiel, eine erfahrenere Mannschaft hätte hier nicht verloren“, sagte FVI-Spielleiter Matthias Linder nach der Partie im Oberallgäu. Die 90 Minuten, meinte er, seien „ein typisches 0:0-Spiel“ gewesen. Beide Defensivreihen standen gut und ließen nur wenige Torraumszenen zu. Aus dem Spielverlauf heraus kamen die Kontrahenten nur zu jeweils einer nennenswerten Möglichkeit. Die jungen Illertisser hatte vor der Halbzeitpause leichte Vorteile, das Tor machten allerdings die Hausherren nach dem Seitenwechsel. Sonthofens Routinier Marc Penz war bezeichnenderweise mit einem Freistoß erfolgreich. (jürs) Lokalsport IZ
Schiedsrichter: Nicolas Dolderer (Bernried) - Zuschauer: 175
Tor: 1:0 Marc Penz (70.)

SC Ichenhsn.
0:0
Ehekirchen

Hinterher waren sich die Ichenhauser einig, dass sie diese Nullnummer eher als Punktgewinn betrachten müssen. Trotz ihres Heimvorteils konnten sie sich keinerlei Vorteile erspielen. Im Gegenteil: Unter dem Strich hatte der FC Ehekirchen besseren Chancen, vor allem im zweiten Abschnitt und in Überzahl häuften sie sich (der Ichenhauser Nico Breskott sah wegen wiederholten Foulspiels gelb-rot und musste das Feld in der 68. Minute verlassen).
SCI-Trainer Oliver Unsöld hatte mit Dario Nikolic zum ersten Mal in dieser Runde einen Neuzugang in die Anfangsformation gestellt. Zu ihm gesellte sich, allerdings erst kurz vor Schluss, mit Tarik Music ein weiterer Neuer. Sonderlich belebend wirkten sich diese und auch weitere Personalwechsel nicht aus. Vor allem der Angriff der Königsblauen bleibt in diesen ersten Wochen der Runde, höflich formuliert, unauffällig. Null Treffer stehen nach drei Begegnungen für die Abteilung Attacke auf der Haben-Seite.
Dass es am Ende auch hinten bei der Null blieb, hatten die Ichenhauser ihrem Torwart Liridon Rrecaj bedanken. Was auch immer auf seinen Kasten kam, er entschärfte es. Sehr schwer machte ihm das vor allem Astrit Topalaj mit einem tollen Schuss (75.). In der Nachspielzeit rutschte dem SCI- Anhang das Herz noch einmal in die Hose, als Nicolas Ledl ums Haar doch noch das Siegtor für Ehekirchen erzielte, doch auch hier hielt Rrecaj bravourös. (ica) Lokalsport GZ
Schiedsrichter: Marcel Neuse (Nürnberg) - Zuschauer: 110
Gelb-Rot: Nico Breskott (68./SC Ichenhausen)

Auf Thomas Rathgeber (rechts) ist immer noch Verlass. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer erzielte den Kemptener Führungstreffer gegen Aystetten.
Auf Thomas Rathgeber (rechts) ist immer noch Verlass. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer erzielte den Kemptener Führungstreffer gegen Aystetten. – Foto: Konrad Schwendinger

FC Kempten
2:1
Aystetten

Der SV Cosmos Aystetten hat schon in der Startphase der Saison mit eklatanten Personalproblemen zu kämpfen. Mit dem letzten Aufgebot – nur elf Feldspieler und zwei Torhüter waren fit – gab es beim FC Kempten im dritten Spiel die erste Niederlage.
So wenig wie möglich zulassen lautete deshalb die Devise von Cosmos-Trainer Marco Löring. Der Plan ging bis zur 36. Minute auf. Dann flankte Denis Yilmaz auf Thomas Rathgeber und der Ex-Profi musste nur noch einnicken. Kurz darauf musste Aystettens Kapitän Benedikt Schmoll mit Leistenbeschwerden verletzt ausgewechselt werden und der angeschlagene Marcel Burda musste einspringen.
In der zweiten Halbzeit brachte der erste Aystetter Angriff den Ausgleich. Nachdem sich Maximilian Heckel über links durchgesetzt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, fiel dieser nach einem verunglücktem Klärungsversuch vor die Füße vom Max Drechsler. Der schob überlegt zu seinem fünften Saisontreffer ein. Kempten übernahm das Kommando und erzielte durch Anil Arslan den Siegtreffer. Der profitierte davon, dass die Aystetter nach einem Lattentreffer den Ball nicht klären konnten.
„Das Spiel hat die besser besetzte Bank gewonnen. Kempten konnte fünf frische Spieler einwechseln, wir nicht. Wir brauchen schnell unsere Urlauber und Verletzten zurück, damit wir wieder punkten können“, so Cosmos-Trainer Marco Löring. (mb) Lokalsport Labo
Schiedsrichter: Nico Keiser (Unterhaching) - Zuschauer: 300
Tore: 1:0 Thomas Rathgeber (36.), 1:1 Maximilian Drechsler (47.), 2:1 Anil Arslan (63.)

Heilbrunn
1:3
SV Mering

Nach dem Schlusspfiff atmeten die Meringer auf, die ersten drei Saisonpunkte eingefahren. Dabei schien nach torloser erster Halbzeit erneut alles gegen den SV Mering zu laufen. Stefan Wiedemann vertändelte den Ball und Maximilian Specker bedankte sich mit dem Führungstreffer für den SV Bad Heilbrunn (49.).
Merings Co-Trainer Roland Pankratz, der Coach Ajet Abazi vertrat, reagierte und wechselte aus, um neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Und der Plan ging auf. Erst erzielte Mathias Steger den Ausgleich, kurz darauf legte Stefan Wiedemann nach. Kurz vor dem Schlusspfiff folgte sogar der dritte MSV-Treffer. Die Gastgeber hatten zuvor aufgemacht und stürmten mit Torwart Christoph Hüttl in die gegnerische Hälfte. Mering eroberte aber den Ball und letztlich war es Ebeling, der den Ball aus 20 Metern Entfernung ins leere Tor schob.
Co-Pankratz war mit dem Auftritt seines Teams letztlich sehr zufrieden: „Was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, zeugt von der Moral der Mannschaft. Am Ende waren wir wirklich der verdiente Sieger.“ (schr) Lokalsport FA
Schiedsrichter: Hendrik Hufnagel (Ingolstadt) - Zuschauer: 280
Tore: 1:0 Maximilian Specker (48.), 1:1 Mathias Steger (62.), 1:2 Stefan Wiedemann (69.), 1:3 Manuel Ebeling (90.+5)
Gelb-Rot: Lukas Kristen (90.+5/SV Mering)

Nördlingen
4:0
SC Olching

Zum zweiten Mal in Folge durfte sich Trainer Daniel Kerscher über einen 4:0-Sieg seines TSV Nördlingen freuen. Gegen einen über weite Strecken in der Offensive harmlosen SC Olching drückte der Bayernliga-Absteiger von Anfang aufs Tempo und ging durch Etienne Perfetto im Anschluss an eine Ecke von Manuel Meyer in Führung (13.). In der 25. Minute belohnten sich die Gastgeber für ihren Tempofußball mit dem 2:0: Meyer traf aus spitzem Winkel und erzielte bereits sein drittes Saisontor.
Gleich nach Wiederanpfiff fiel das 3:0, als Perfetto den Ball nach weiter Flanke von Jakob Mayer mit einer sehenswerten Volleyabnahme einnetzte. Nun erst fanden auch die Olchinger etwas Gefallen am Spiel. TSV-Keeper Daniel Martin hielt aber bei der Chance von Dominik Dierich seinen Kasten ebenso sauber wie bei der Gelegenheit drei Minuten später von Fuchs (54.). In der 64. Minute stand das Endergebnis fest: Nico Schmidt spielte einen langen Ball auf Puscher, dessen Flankenball Gruber per Kopf verwertete.
„Der Sieg war absolut verdient, wir wollen ihn aber nicht zu hoch hängen. Es ist uns gelungen, erneut zu Null zu spielen. Die mannschaftliche Geschlossenheit war erneut vorhanden und es haben auch alle nach hinten gearbeitet“, lobte TSV-Trainer Kerscher. (jais) Lokalsport RN
Schiedsrichter: Johannes Lorenz (Allersberg) - Zuschauer: 230
Tore: 1:0 Etienne Perfetto (13.), 2:0 Manuel Meyer (25.), 3:0 Etienne Perfetto (46.), 4:0 Simon Gruber (65.)

Aufrufe: 01.8.2021, 20:02 Uhr
Walter BruggerAutor

Verlinkte Inhalte