Sie hatten auf Variante 2 gehofft: Die Fußballer des TSV Eching haben das Quotienten-Duell mit dem FC Schwaig verloren und müssen nun in der Bezirksliga einen neuen Anlauf auf die Landesliga starten. 
Sie hatten auf Variante 2 gehofft: Die Fußballer des TSV Eching haben das Quotienten-Duell mit dem FC Schwaig verloren und müssen nun in der Bezirksliga einen neuen Anlauf auf die Landesliga starten.  – Foto: Christian Riedel

Landkreis Freising: Klare Mehrheit für Absteiger-Variante

TSV Eching einer der Verlierer 

Im Landkreis Freising ist man nicht froh über den Ausgang der Abstimmung. Das Modell 2 hätte wohl mehr Vereine in Freising glücklich gemacht als die beschlossene Variante.

Landkreis – Die Würfel sind gefallen, die bayerischen Vereine haben entschieden. Dass die wegen der Corona-Pandemie abgebrochene Fußballsaison 2019/21 nach der Quotientenregel gewertet wird, stand längst fest. Doch jetzt ist klar: Es wird direkte Auf- und Absteiger in den einzelnen Spielklassen geben, die Relegation wird gestrichen – und damit schauen etliche Mannschaften aus dem Landkreis in die Röhre. Etwa der TSV Eching, der als Zweiter in der Bezirksliga Nord nicht in die Landesliga aufsteigt. Oder auch die SpVgg Mauern aus der Kreisklasse 3, die wegen des Quotienten auf einen Abstiegsplatz abrutscht und damit den bitteren Gang in die A-Klasse antreten muss. Die Mauerner hatten auf die Alternativlösung „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ gehofft – doch die ist in der Gunst der Clubs mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

Weniger als 30 Prozent stimmen für Modell 2

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat am Dienstag das Ergebnis der Abstimmung unter seinen Vereinen veröffentlicht – und es ist ein eindeutiges Meinungsbild: Eine Mehrheit von 71,14 Prozent (2115 Stimmen) hat sich dafür ausgesprochen, dass es gemäß der in Paragraf 93 der Spielordnung vorgesehenen Quotientenregelung direkte Auf- und Absteiger in den einzelnen Fußballligen gibt und die Relegation entfällt. Das Alternativmodell, wonach alle Vereine, die unter Berücksichtigung der Quotientenregel auf einem Aufstiegs- und Relegationsplatz stehen, aufsteigen können und der Abstieg nicht zum Tragen kommt, fand lediglich bei 28,86 Prozent der Clubs Anklang. Somit entfielen auf diese Variante nur 858 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,46 Prozent.

TSV Eching: Hauke hat es kommen sehen

Tatsache ist: Modell 2 hätte in den kommenden Spielzeiten für aufgeblähte Ligen und damit teilweise für stark vergrößerte Abstiegszonen gesorgt. Doch sie hätte mehr Vereine glücklich gemacht. „Wir sind traurig. Aber wir haben jetzt Klarheit und können die Planungen auf die Bezirksliga ausrichten“, sagt Rudolf Hauke, Vorsitzender des Bezirksligisten TSV Eching. „Der BFV hat in seinem Webinar die Variante zwei, also die ohne Absteiger, etwas kritischer dargestellt. Ich habe mit diesem Abstimmungsergebnis gerechnet – aber nicht in der Klarheit.“

FC Moosburg schon wieder abgestiegen

Von dem Votum für Variante 1 betroffen sind auch die Kicker des FC Moosburg, die nach einer verkorksten Saison nun zum zweiten Mal hintereinander absteigen und künftig in der Kreisklasse antreten werden. Vorsitzender Robert Heilmaier kann dem Ganzen aber sogar etwas Positives abgewinnen: „Erstens haben wir schon länger damit rechnen müssen, dass es eine Klasse runtergeht. Und zweitens tut es uns vielleicht ganz gut, nach einer jahrelangen Durststrecke einen Neuanfang in der Kreisklasse zu machen, dabei hoffentlich wieder mehr Spiele zu gewinnen und danach gestärkt zurückzukommen.“

SV Vötting akzeptiert das Vereinsvotum

Dort werden die Dreirosenstädter in der kommenden Runde auf die Fußballer des SV Vötting treffen, für die sich das Thema Aufstieg mit dem Votum für Abbruch-Modell 1 für heuer erledigt hat. „Es ist natürlich schade, dass der Weg in die Kreisliga mit diesem Ergebnis in diesem Jahr nicht mehr möglich ist“, sagt SVV-Abteilungsleiter Jannis Göft-Michaelis. „Sportlich hätten wir uns sicherlich noch Chancen ausgerechnet. Beide Varianten hatten definitiv Vor- und Nachteile. Deswegen verstehen wir alle Vereine, die sich für Modell 1 entschieden haben, und akzeptieren das Resultat natürlich.“

VfB freut sich auf „geile Derbys“

Auf den Plätzen der Bayernliga werden in der kommenden Saison die Fußballer des VfB Hallbergmoos anzutreffen sein – wobei sich Sportleiter Anselm Küchle eine andere Art von Aufstieg gewünscht hätte: „Das ist eine Situation, wie es sie nie gegeben hat. Wir waren wochenlang in einem Schwebezustand – und da fallen jetzt die Emotionen über den Aufstieg unter den Tisch. Du kannst nicht auf den Platz rennen und feiern. Wir hätten den Aufstieg gerne über eine volle Saison auf dem Platz geschafft. Aber wir sind Sportler und freuen uns. Wir werden auch noch das eine oder andere Bier trinken, wenn das wieder möglich ist. Jetzt freuen wir uns auf neue Gegner und neue Stadien. Spiele gegen den FC Ismaning und den VfR Garching werden sicher geile Derbys.“

(mlt/stm/jfu/ahi/nb)

Weitere Details zur Abstimmung

Aufgerufen, ihr Votum abzugeben, waren insgesamt 3695 Vereine in ganz Bayern, die am Erwachsenenspielbetrieb teilnehmen. Dabei hatte jeder Verein eine Stimme. Von ihrem Wahlrecht machten letztlich 2973 Clubs Gebrauch. Mit der technischen Durchführung der Abstimmung und der Feststellung des Ergebnisses hatte der BFV einen externen Dienstleister beauftragt.

Die Auf- und Absteiger aus dem Landkreis im Überblick

Landesliga Südost: Der Zweite VfB Hallbergmoos (Quotient 1,93) verdrängt den TSV Eintracht Karlsfeld (1,86) von Rang eins und steigt damit in die Bayernliga auf.

Bezirksliga Nord: Der TSV Eching bleibt in der Bezirksliga. Der Spitzenreiter fällt mit einem Quotienten von 2,04 hinter den FC Schwaig (2,18) zurück und verpasst damit als Tabellenzweiter nach der Quotientenregel den Aufstieg.

Kreisliga 2: Der FC Langengeisling setzt sich trotz des gleichen Quotienten, aber dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegen den FC Lengdorf durch und sichert sich Meisterschaft und Aufstieg. Von den Landkreisteams muss der Tabellenletzte FC Moosburg den Gang in die Kreisklasse antreten.

Kreisklasse 3: Tabellenführer TSV Au (2,26) verteidigt den Aufstiegsplatz und lässt den SV Vötting (2,22) sowie den TSV Nandlstadt (2,21) hinter sich, die in der Kreisklasse bleiben. Einen besonderen Fall gibt es im Tabellenkeller: Der SC Freising (1,06) schubst die punktgleiche SpVgg Mauern (1,00) vom Relegationsplatz und hält die Klasse. Der zweite Absteiger neben Mauern ist Schlusslicht SG Eichenfeld.

Kreisklasse 4: Die einzige Landkreis-Mannschaft in dieser Spielgruppe, der VfB Hallbergmoos II, verpasst als Tabellenvorletzter den Klassenerhalt.

A-Klasse 5: Spitzenreiter FCA Unterbruck ist Meister und Aufsteiger. Der TSV Eching II fällt wegen der Quotientenregel auf Rang drei hinter den FC Hettenshausen zurück, der als Inhaber des Relegationsplatzes vergeblich auf Variante 2 gehofft hatte. Runter muss der ST Scheyern III.

A-Klasse 6: Ligaprimus BC Attaching II darf sich auch nach Anwendung der Quotientenregelung über Meisterschaft und Aufstieg freuen, während der SV Oberhaindlfing (Relegationsplatz zwei) in die Röhre schaut. Der TSV Moosburg II muss künftig mit der B-Klasse vorliebnehmen.

A-Klasse 8: Der VfB Hallbergmoos III auf Abstiegsrelegationsplatz zwölf bleibt in der Liga.

B-Klasse 4: Aufsteiger sind der SC Tegernbach und der TSV Paunzhausen II. Dem FC Wang, der auf Relegationsrang drei steht, bleibt die Aufstiegsfete dagegen verwehrt. Ab in die C-Klasse geht es für die SG Eichenfeld II.

B-Klasse 5: Der SV Langenbach (Relegationsplatz drei) schrammt am Aufstieg vorbei.

C-Klasse 1 München: Die Reserve der SpVgg Kammerberg steigt als Meister auf.

C-Klasse 3: Der souveräne Erste TSV Rudelzhausen tritt in der kommenden Saison in der B-Klasse an.

C-Klasse 4: In dieser Liga heißen die beiden Aufsteiger Vatanspor Freising II und SGT Istanbul Moosburg II.

Aufrufe: 019.5.2021, 11:08 Uhr
Freisinger Tagblatt / Redaktion FreisingAutor

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