
Endlich haben die Konjunktive und Fragezeichen in der Hinrundentabelle ein Ende. Mit einem 2:1-Sieg im Nachholspiel beim SC Freiburg haben sich Bayers Fußballerinnen die drei Punkte zurückgeholt, die ihnen das DFB-Sportgericht durch die Annullierung des 3:2-Siegs vom ersten Spieltag genommen hatte.
Damit geht das Team von Trainer Roberto Pätzold als Tabellendritter in den zweiten Rückrundenspieltag, mit dem die Saison am kommenden Wochenende für alle Teams fortgesetzt wird – punktgleich mit Primus Frankfurt, der am Freitagabend nächster Gegner der Leverkusenerinnen ist, und dem Titelverteidiger FC Bayern.
Bis zur Pause lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Freiburg hatte zwar mehr Spielanteile, die Gäste aus dem Rheinland kamen über ihre Schnellangriffe aber zu einigen vielversprechenden Gelegenheiten. Gleich zweimal rettete der rechte Pfosten den SCF, den sowohl Kristin Kögel (17., Flachschuss aus 16 Metern) als auch Lilla Turanyi (28., Kopfball nach einer Ecke) trafen. Vor dem Pausenpfiff scheiterten zudem Kögel (39.) und Janou Levels (45.) an Freiburgs Keeperin Rafaela Borggräfe. Allerdings war auch die Leverkusener Defensive mehrfach gefragt. Turanyi blockte etwa früh einen Kopfball kurz vor der Linie. Torfrau Charlotte Voll zeigte sich als Ersatz der erkrankten Friederike Rehpohl im ersten Durchgang mehrfach hellwach.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste den Druck – und wurden belohnt. „Leider sind wir nicht so gut aus der Kabine gekommen. Leverkusen hat uns dann mit Pressing unter Druck gesetzt, wir haben uns in eine gewisse Passivität hineindrücken lassen und sind nicht mehr in einen guten Spielaufbau gekommen“, sagte Freiburgs Trainerin Theresa Merk, die erstmals nach ihrer Elternzeit wieder an der Seitenlinie stand. Entsprechend zufrieden war auf der anderen Seite Pätzold: „Mit Beginn der zweiten Hälfte haben wir das Spiel klar dominiert und hatten viele Torchancen“, betonte er.
Eine erste glänzende Chance vereitelte der SCF noch, als sowohl der Versuch von Levels als auch ihr Nachschuss abgewehrt wurde. Eine Minute später landete der Ball dann aber im Netz. Im Anschluss an eine Ecke spitzelte Selina Ostermeier die Flanke von Karolina Lea Vilhjalmsdottir zum 1:0 ins Tor (56.). Der zweite Treffer ging auf das Konto von Kögel, die wie Ostermeier bereits bei der Erstauflage der Partie getroffen hatte. Die Vorlage stammte von Winterzugang Ruby Grant. Die englische U23-Nationalspielerin hatte nach ihrer Einwechslung bereits einen scharfen Fernschuss abgegeben und blieb auch im Anschluss an ihre Vorlage gefährlich.
„Wir müssen uns nur vorwerfen, dass wir nach dem 2:0 nicht weiter nachgelegt haben“, sagte Pätzold. So mussten sich seine Schützlinge gedulden und zittern, ehe sie jubeln konnten. Erst klärte Levels auf der Linie (80.), dann erzielte Svenja Fölmli in der Nachspielzeit sogar noch den Anschlusstreffer.
Am Ende nahmen die Leverkusenerinnen die drei Punkte mit. Sie konnten an diesem Montag einen weiteren Erfolg verzeichnen, dieses Mal in der Kaderplanung. Innenverteidigerin Lilla Turanyi, die in Freiburg vorne wie hinten starke Szenen hatte, verlängerte ihren auslaufenden Vertrag bis 2027 – mit Option auf ein weiteres Jahr.
Bayer 04 Voll – Merino Gonzalez, Ostermeier, Turanyi, Levels, Zdebel, Piljic (87. Daedelow), Vilhjalmsdottir (57. Grant), Kögel, Boboy, Kehrer (57. Kramer).