2025-12-17T10:26:01.779Z

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Gute Leistungen der Bayer-Frauen.
Gute Leistungen der Bayer-Frauen. – Foto: Sven Leifer

Bayer-Frauen: Der Traum vom internationalen Geschäft lebt

Zum Ende der Hinserie sind die Fußballerinnen von Bayer Leverkusen auf den siebten Rang der Bundesliga-Tabelle abgerutscht. Das Saisonziel ist aber noch in Reichweite. Wir haben einen Blick auf die bisherige Spielzeit geworfen.rn

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Zum Ende des Jahres gingen Bayers Fußballerinnen trotz meist ordentlicher Leistungen ein wenig die guten Resultate aus. Deshalb rutschte der Tabellendritte nach dem neunten Spieltag bis zur Winterpause auf den siebten Rang ab. Nach der Hinrunde und der ersten Partie der zweiten Halbserie ist der begehrte dritte Rang, der noch zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt mit vier Zählern Rückstand auf Werder Bremen aber durchaus noch in Sichtweite. Wir werfen einen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Auf und Ab: Nach dem etwas unglücklich verlorenen Rekordspiel in München legte das Team von Trainer Roberto Pätzold einen kleinen Zwischenspurt hin, blieb sechs Ligaspiele unbezwungen bei fünf Siegen und einem Remis in Köln beim Derby im zweiten Anlauf (nach Flutlicht-Ausfall beim ersten Versuch). Durch zwei Platzverweise war Bayer chancenlos gegen Wolfsburg, gewann danach aber in Jena und gegen den HSV. Von den letzten sechs Pflichtspielen des Jahres gewannen die Leverkusenerinnen nur noch das gegen RB Leipzig – das Pokal-Aus in Hamburg (im Elfmeterschießen inklusive).

Neuzugänge: Mit allen vier Verpflichtungen des Sommers landete Bayer Volltreffer. Stürmerin Vanessa Fudalla war mit acht Treffern auf Anhieb die bislang mit Abstand beste Torschützin des Teams. Die junge Offensivkraft Valentina Mädl wurde zwar meist eingewechselt, kam aber in allen 14 Ligaspielen zum Einsatz. Claudia Wenger ist aus der Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken. Am meisten Lob gab es freilich für die Verpflichtung der offensivstarken Außenverteidigerin und Neu-Nationalspielerin Carlotta Wamser, die schmerzlich vermisst wurde, als ihr zum Ende der Hinrunde Schleimbeutel-Probleme zu schaffen machten.

Verletzungssorgen: Wamser war nicht die einzige Stammkraft, die mehrere Spiele verpasste. Mit Cornelia Kramer verpasste die beste Torschützin der Vorsaison einen Großteil der bisherigen Runde, wodurch Pätzold sein Top-Stürmerinnen-Trio (aus Fudalla, Kramer und Caroline Kehrer) noch nicht einmal vollständig einsatzfähig hatte. Im Tor stand durch Verletzungen, Platzverweis und Sperre vorübergehend die dritte Keeperin Anne Moll. Und auch die Abwehrreihe wurde immer mal wieder durcheinandergewirbelt.

Spielkultur: Auch durch die Neuzugänge haben die Leverkusenerinnen noch einmal deutlich an spielerischer Klasse zugelegt, können nun auch gegen Top-Teams spielerische Lösungen finden. Besonders gefährlich sind sie, wenn sie durch ihr starkes Gegenpressing in Umschaltsituationen kommen. Verbesserungswürdig ist allerdings noch die Chancenverwertung.

Schiedsrichterpech: Immer wieder haderten die Schützlinge von Roberto Pätzold mit Schiedsrichterentscheidungen – oft zurecht, sie sahen sich inbesondere bei Entscheidungen, wann Strafstöße verhängt werden und wann nicht, oft von fragwürdigen Pfiffen oder teilweise sogar offenkundigen Fehlentscheidungen benachteiligt. So geschehen unter anderem bei der jüngsten Niederlage gegen Bayern München.

Vorjahresvergleich: An die famose Hinrunde der Vorsaison konnten die Leverkusenerinnen nicht heranreichen. Bei zwei mehr absolvierten Partien (durch die Aufstockung) liegen sie mit 22 Punkten neun Zähler hinter der Ausbeute nach dem ersten Rückrundenspieltag zurück.

Ausblick: Mit der erstmaligen Teilnahme am Pokalendspiel im nahen Köln wird es wieder nichts. Aber der Traum von der Teilnahme am internationalen Geschäft lebt weiter. Dazu müsste die Pätzold-Elf allerdings einen blitzsauberen Start ins Jahr 2026 hinlegen, kommen als erstes doch jene Gegner, gegen die sie in der Hinrunde ihre kleine Serie hingelegt haben. Platz drei scheint in diesem Jahr etwas leichter erreichbar als im Vorjahr. Da mit Bremen ein Überraschungsteam den begehhrten Rang besetzt, sind auch vier Punkte Rückstand noch kein Problem – erst recht, wenn weniger Ausfälle zu beklagen sein werden. Im engen Feld hinter den Spitzenteams aus München und Wolfsburg ist allerdings nicht viel Raum für Ausrutscher (wie die Niederlage gegen Essen).

Zuschauerschnitt zählt zu den schlechtesten

Fans Der Zuschauerschnitt im Ulrich-Haberland-Stadion liegt aktuell im vierstelligen Bereich (1.180). Allerdings belegt Bayer damit ligaweit nur den 13. (und damit vorletzten) Tabellenplatz und hat zudem die beliebten Heimspiele gegen München, Wolfsburg und Frankfurt bereits absolviert.

Englische Wochen Allerdings fanden vier der bislang sieben Partien vor eigenem Publikum auch unter der Woche statt. Große Kulisse verspricht in der Rückrunde vor allem das Derby gegen Köln. Es findet am Karnevalsfreitag (13. Februar) statt.

Aufrufe: 05.1.2026, 10:00 Uhr
RP / Tobias KrellAutor