– Foto: Siegfried Lörz

Fußballerinnen verpassen Coup beim VfL Wolfsburg

Coach Achim Feifel sieht bei der 0:2-Niederlage der Leverkusenerinnen viel Gutes.

Zur Überraschung hat es zwar nicht gereicht. Aber das 0:2 (0:1) bei Meister VfL Wolfsburg taugte dennoch als Beleg dafür, dass der Höhenflug von Bayers Bundesliga-Fußballerinnen kein Zufall ist.

Denn das Team von Trainer Achim Feifel war nicht chancenlos gegen den Favoriten. Ein wenig trauerten die Spielerinnen wie ihr Coach mehreren guten Gelegenheiten für den Ausgleich nach, die sich zwischen den beiden Treffern des Gegners durch die Ex-Leverkusenerin Kathrin Hendrich (20.) und Fridolina Rolfö (75.) boten. „Wenn wir zumindest eine davon genutzt hätten, wäre es wirklich interessant geworden“, ist Feifel überzeugt. Gegen einen solchen Gegner sei es eben wichtig, nicht zu verschwenderisch mit den wenigen Möglichkeiten umzugehen.

Gleich zweimal stand gegen Ende der ersten Halbzeit Winterpausen-Zugang Mina Tanaka im Fokus, die Feifel als einzige Spitze aufbot. Zunächst übersah Dorá Zeller die freie und besser postierte Japanerin und setzte ihren Abschluss aus spitzem Winkel vorbei. Und dann vereitelte VfL-Torfrau Katarzyna Kiedrzynek ein Tor der quirligen Angreiferin. Weitere gute Möglichkeiten ergaben sich für Lilla Turnayi, die nach einem Standard den Kopfball in aussichtsreicher Position knapp verpasste, und Henrietta Csiszár. „Wirklich schade, dass wir uns da nicht belohnt haben“, sagt Feifel.

Wichtiger als das Ergebnis war ihm die Art und Weise, wie sein Team gegen Wolfsburg aufgetreten war. Obwohl der Gegner wie erwartet deutlich mehr Ballbesitz und mehr Chancen hatte, war Feifel mit der Abwehrarbeit seines Teams rundum zufrieden. „Das haben wir wirklich gut gemacht, nicht zu viel zugelassen und Mentalität gezeigt – wie wir uns das auch vorgenommen hatten“, lobte der Übungsleiter. Er selbst hatte den Gegner – wie Wolfsburgs Trainer einräumte – mit der taktischen Ausrichtung überrascht. Mit einer Fünferkette fand Feifel das passende Mittel. So konnte der VfL sein schnelles Flügelspiel mit hoch stehenden Außenverteidigerinnen nicht wie gewohnt aufziehen.

Eine weitere Umstellung des Leverkusener Trainers war aus der Not geboren. Weil mit der kurzfristig ausgefallenen Sylwia Matysik, Juliane Wirtz und Jessica Wich gleich drei Mittelfeldspielerinnen fehlten, beorderte Feifel Milena Nikolic ins Mittelfeld. „So hat sie uns dann natürlich vorne ein wenig gefehlt“, sagt er.

Seinen Schützlingen redete der Coach nach dem Schlusspfiff gut zu. Sie sollten nicht dem verpassten Coup hinterhertrauern, sondern versuchen, die gezeigte Qualität mit in die nächsten Aufgaben zu nehmen. „Wenn wir in dieser Strömung bleiben, wird sich das auszahlen“, glaubt er. Das soll schon am Wochenende gelingen. Da wartet das Nachholspiel bei Schlusslicht MSV Duisburg.

Bayer Wellmann – Kerschowski, Brüggemann (63. Friedrich), Turanyi, Vinken, Marti – Csisár, Nikolic, Kögel, Zeller – Tanaka (70. Wieder)

Aufrufe: 16.3.2021, 14:00 Uhr
RP / Tobias KrellAutor

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