
Mainz. Über Monate ging die Aufholjagd. Und kaum hatte der FC Basara Mainz sich im direkten Duell mit Jahn Zeiskam Rang zwei der Verbandsliga geschnappt, war die Luft raus. Statt Siegen und weißer Westen in Serie folgten vier sieglose Partien am Stück.
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„Wir lassen uns nicht einreden, dass das eine schlechte Saison war“, betont der Sportliche Leiter Andreas Mayer. Es war sogar die punktbeste Verbandsliga-Spielzeit der „Diamanten“. Nur eben ohne Krönung. Und das wirft die Frage auf, an welchen Stellschrauben gedreht wird, um den langgehegten Traum vom Oberliga-Aufstieg wahr werden zu lassen.
„Wir haben den Glauben verloren“, sagt Clubchef Takashi Yamashita. Der Jäger wurde zum Gejagten, und prompt waren die Beine schwer. Statt etwas zu gewinnen, gab es nun etwas zu verlieren, und prompt war der Kopf dicht. Eine „Angst vor dem Gewinnen“ stellt Mayer fest, „es war wie eine Blockade“.
Die Aufholjagd legte eine über viele Wochen fast unveränderte Mannschaft hin. Ein, zwei Ausfälle allein reichen nicht als Erklärungsansatz. Das Derby gegen Marienborn (0:0) „kam für uns zur Unzeit“, sagt Mayer, „wir dachten, es geht allein fußballerisch weiter.“ Stattdessen, sagt Yamashita, „haben wir uns den Schneid abkaufen lassen“.
Zeiskam wurde niedergestürmt. Danach haben sich die Daten zu Sprints und Laufstrecken kaum verändert, wie Mayer berichtet. Der Eindruck, die Mannschaft sei ausgepowert, übertrainiert, mag also täuschen. Doch Präzision und Klarheit waren weg. Ein, zwei weitere Leader auf dem Platz und in der Kabine hat der andere Sportliche Leiter Oliver Schmitt vermisst, Bindeglieder zum Trainerteam, die Dinge ansprechen.
Diese Rolle soll neben den Neuzugängen Serdal Günes (Bretzenheim) und Johannes Gansmann (Schott) auch Kohei Kato ausfüllen. Der 36-jährige Sechser mit der Erfahrung von rund 200 Erstligaspielen in Montenegro, Bulgarien, Polen, Thailand, Kambodscha und Gibraltar soll der verlängerte Arm von Trainer Shinji Okazaki sein.
„Wir müssen variabler werden“, sagt Schmitt, „in der Spielanlage, bei den Charakteren und Spielertypen.“ Die Japaner sollen künftig die Minderheit bilden. Weitere Neuzugänge stehen fest. Mit dem SV Gonsenheim wurde Einigkeit über den Wechsel von Stürmer David Vodi erzielt. Von der Schott-U19 kommen Torwart Oskar Reese sowie die Außenbahnspieler Aiden Blackwell und Luis Kremper. Und vom VfB Bodenheim Verteidiger Elias Heine.
Anders als sonst sind keine weiteren Neuzugänge aus Japan für die erste Mannschaft geplant. Die Zweite in der Bezirksliga bildet das Sprungbrett. Mit Zen Sakatsume, Taisei Okamoto, Yuto Utsugi, Takahiro Okuno und Daisuke Fukuhara bleiben japanische Eckpfeiler. Bei anderen richtet sich der Verbleib danach, ob noch andere Vereine Interesse anmelden. Das Konzept besagt, dass die jungen Japaner nicht nur bei den „Diamanten“ Auslandserfahrung sammeln.
Bei einigen Spielern, etwa Shelby Printemps, ist der Verbleib unsicher. Eine Achse um Felix Pohlenz, Niklas Dillitz, Torben Seib und Gianni Auletta hat verlängert. Genauso wie Exaurce Papela, der nun aber nach Gonsenheim wechselt. „Er wäre geblieben, wenn wir darauf bestanden hätten“, betont Schmitt, „er ist ein feiner Kerl.“ Niko Neal schließt sich Eintracht Bad Kreuznach an. „Es wird neben uns sechs, sieben Vereine geben, die unter die ersten zwei wollen“, sagt Schmitt. „Einer davon wird das Bodenheim-Los ziehen. Das wollen wir nicht sein.“